Was bei einer Kununu Bewertung erlaubt ist! ⚠️ Tipps für Arbeitnehmer, die ihre Arbeitgeber bewerten möchten!

Kununu Bewertung

Vielfach betrachte ich als Kanzlei für Reputationsrecht die Problematik rund um Kununu Einträge aus der Sicht von Arbeitgebern. Meistens beauftragen mich Arbeitgeber, um sich gegen negative Bewertungen zu wehren. Was bei einer Kununu Bewertung erlaubt ist?

Im vorliegenden Blogbeitrag möchte ich allerdings der „Gegenseite“ einige wertvolle Hinweise geben, was bei Kununu überhaupt erlaubt ist und was nicht. Es gibt Fälle, die immense rechtliche Konsequenzen für die bewertenden Personen nach sich ziehen könnten – all dies ist jedoch vermeidbar, wenn man die Grenzen des rechtlich Zulässigen kennt!

Zusammenfassung

Auf einen Blick: Was bei einer Kununu Bewertung erlaubt ist!

  • Bewertung von Arbeitgebern, bei denen man tatsächlich gearbeitet hat
  • Bewertung der Erfahrungen im Bewerbungsprozess
  • Lob und Kritik ist erlaubt – sachlich und ohne Beleidigungen
  • Nicht erlaubt: Veröffentlichung von Firmeninterna

Update 27.02.2024 – kununu nach Entscheidung OLG Hamburg unter Druck

Die Entscheidung des OLG Hamburg (Beschluss vom 09.02.2024, Az. 7 W 11/24) setzt Kununu offensichtlich unter Druck.

Das Hamburgische Oberlandesgericht hat in einem Urteil festgelegt, dass Bewertungen auf Kununu, die anonym verfasst wurden, gelöscht werden müssen, wenn Arbeitgeber die Echtheit dieser Kritiken bezweifeln. Diese Entscheidung gründet auf der Prämisse, dass das Recht der Unternehmen, die Authentizität negativer Rückmeldungen in Frage zu stellen, Vorrang vor dem Schutz der Anonymität der Verfasser hat. Kununu steht dieser Interpretation entschieden entgegen.

Verpflichtung zur Offenlegung von Identitäten bei Kununu

Gemäß dem Beschluss des OLG Hamburg ist Kununu dazu angehalten, die Klarnamen der Bewertenden offenzulegen oder die umstrittenen Kritiken zu entfernen, sobald vonseiten der Arbeitgeber Zweifel an der Authentizität der Bewertungen aufkommen. Diese Anordnung ist zunächst eine vorläufige Maßnahme, resultierend aus einem Eilverfahren (Beschluss vom 09.02.2024, Az. 7 W 11/24). Kununu hat bereits Widerspruch gegen diese Entscheidung eingelegt.

Auf der Plattform Kununu ist es Arbeitnehmern, ehemaligen Angestellten, Bewerbern und Auszubildenden möglich, Unternehmen anonym zu bewerten. Mit mehr als fünf Millionen Bewertungen von über einer Million Unternehmen ist die Plattform besonders in Zeiten des Fachkräftemangels für Unternehmen ein wichtiges Instrument zur Außendarstellung, inklusive der Generierung positiver Rückmeldungen. Bei Auftreten negativer Kritiken steht es den Unternehmen zu, deren Wahrheitsgehalt zu hinterfragen, um ungerechtfertigte negative Darstellungen zu verhindern. In einem spezifischen Fall verlangte ein Arbeitgeber die Entfernung einer negativen Bewertung, zweifelte jedoch deren Echtheit an. Kununu forderte einen Nachweis für die Rechtsverletzung, der nicht erbracht wurde, woraufhin die Bewertung bestehen blieb. Das Landgericht Hamburg wies den Löschungsantrag des Arbeitgebers zurück, da es die anonymisierten Belege als hinreichend erachtete (Beschluss vom 08.01.2024, Az. 324 O 559/23). Daraufhin legte der Arbeitgeber Berufung ein.

Möglichkeit zur Überprüfung der Identität durch Arbeitgeber

In der Berufungsinstanz entschied das OLG Hamburg, dass die Anonymität der Bewertenden aufgehoben werden kann, sofern Zweifel an der Echtheit einer Bewertung bestehen, und dass solche Bewertungen dauerhaft entfernt werden müssen. Das Gericht führte an, dass Arbeitgeber nicht schutzlos negativen Bewertungen ausgeliefert sein sollten und die Möglichkeit haben müssen, die Zugehörigkeit des Bewertenden zum Unternehmen zu verifizieren. Obwohl Kununu Tätigkeitsnachweise anfordern kann, reicht dies allein nicht aus, um einen Rechtsverstoß zu widerlegen. Die Richter hoben hervor, dass Kritik auf Bewertungsplattformen konkret nachprüfbar sein muss, was nur möglich ist, wenn die Identität des Bewertenden bekannt ist.

Kununu plant, gegen das Urteil vorzugehen, da es der Ansicht ist, dass die Entscheidung unangemessen und fehlerhaft ist, zumal sie ohne eine Anhörung von Kununu im Rahmen eines einstweiligen Verfügungsverfahrens gefällt wurde. Das Unternehmen strebt eine endgültige Klärung im Hauptverfahren an und ist optimistisch, dass ein Urteil zu seinen Gunsten ergehen wird. Kununu möchte die Anonymität seiner Nutzer weiterhin wahren und fühlt sich durch die aktuelle Entscheidung nicht dazu verpflichtet, Klarnamen preiszugeben, sondern beabsichtigt, die Entscheidung juristisch anzufechten.

Das Unternehmen verweist auf ein Urteil des Bundesgerichtshofes von 2016, das die Anonymität von Bewertungsverfassern schützt, und kritisiert, dass das OLG Hamburg diese Rechtsprechung scheinbar außer Acht gelassen hat.

Diese Sichtweise wird von Kununu nicht geteilt. Das Oberlandesgericht Hamburg hat in seinem Urteil ausdrücklich auf die vorherige Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes Bezug genommen. Das Gericht hatte demnach die Entscheidungen des BGH deutlich berücksichtigt und in seine Urteilsfindung einbezogen.

Neue standardisierte Antwort von Kununu

Kununu sieht sich nun genötigt, sehr ausführlich zu erklären, warum die Entscheidung des OLG Hamburg falsch sein soll. Ich teile die rechtliche Einschätzung von Kununu nicht. In der Entscheidung des OLG Hamburg wird deutlich, dass sich das Gericht ausführlich mit den bisherigen Urteilen des Bundesgerichtshofes auseinandergesetzt hat. Nach meiner Auffassung ist die Behauptung falsch, das Oberlandesgericht berücksichtige nicht die Rechtsprechung des BGH. Ich erwarte, dass es noch einige Entscheidungen der Hamburger Gerichte zu dem Thema geben wird. Kununu hat sein Geschäftssitz in Hamburg, sodass sich eine Zuständigkeit bei den Hamburger Gerichten ergibt. Es bleibt also spannend.

Für uns hat die Anonymität des:der Nutzers:in sowie die Wahrung der deutschen und europäischen Vorschriften allerhöchste Priorität, weshalb alle Bestandteile, welche Rückschlüsse auf die Identität des:der Nutzers:in zulassen könnten, entfernt wurden. Wir können Ihnen aber bestätigen, dass wir in unserer Funktion als unabhängiger Plattformbetreiber den Nachweis eingehend geprüft und die Daten im Nachweis mit den Daten des:der Nutzers:in abgeglichen haben. Die inhaltlichen Angaben der Bewertung stimmen zudem mit dem Nachweis überein. 

Soweit Sie sich auf den Beschluss des OLG Hamburg vom 08.02.2024 beziehen, weisen wir darauf hin, dass es sich hierbei um eine Beschlussverfügung im Rahmen eines einstweiligen Verfügungsverfahrens handelt, die nur ein vorläufiges Rechtsverhältnis regelt.
Daher werden wir diese Entscheidung im Rahmen eines Hauptsacheverfahrens überprüfen lassen. Das OLG Hamburg ist offenbar der – vorläufigen – Auffassung, dass ein anonymisierter Tätigkeitsnachweis unserer Nutzer:innen nicht ausreiche, um der Pflicht des Nachweises eines tatsächlich bestehenden Arbeitsverhältnisses (im Falle einer Beschwerde des Arbeitgebers) nachzukommen. Diese Auffassung steht jedoch in einem eklatanten Widerspruch zu der höchstrichterlichen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs.
So hat der BGH wiederholt betont, dass die Abgabe anonymisierter Bewertungen in Bewertungsportalen gesetzlich anerkannt (vgl. früher §§ 12 ff. TMG, insb. § 13 Abs. 6 Satz 1 TMG; 19 abs. 2 TTDSG) und gesellschaftlich ein gewünschtes sowie durch die Grundrechte geschütztes Geschäftsmodell ist.

Auch bei der Überprüfung von Tatsachenbehauptungen im Rahmen des vom BGH ersonnenen Stellungnahmeverfahrens ist dieser davon ausgegangen, dass die zu übermittelnden Unterlagen auch in anonymisierter Form für einen Nachweis eines geschäftlichen Kontakts ausreichen (z.B. in der Entscheidung „Jameda II“, Urt. v. 1.3.2016 – VI ZR 34/15, GRUR 2016, 855 Rn. 43).

Denn der Betreiber eines Bewertungsportals muss nur solche Informationen weitergeben, die nicht gegen die in § 19 Abs. 2 TTDSG vorgesehene Pflicht der Plattformbetreiber zur Wahrung der Anonymität ihrer Nutzer:innen verstoßen. Der BGH hat somit klargestellt, dass anonyme Bewertungen rechtlich zulässig sind.

Um die Gewährleistung dieser gesetzlichen Pflicht sicherzustellen, sehen wir keine Veranlassung zur Einführung einer Klarnamenpflicht oder zur Herausgabe solcher im Rahmen der Überprüfung einer Bewertung.

Standardisierte Antwort von Kununu

Was ist Kununu und wie funktioniert die Plattform?

Kununu ist eine Online-Plattform, auf der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ihre Arbeitgeber anonym bewerten können. Das Ziel dieser Bewertungen ist es, potenziellen Bewerberinnen und Bewerbern einen Einblick in die Arbeitsbedingungen und Unternehmenskultur der jeweiligen Arbeitgeber zu ermöglichen. Um dies zu gewährleisten, müssen die Bewertungen bestimmten Richtlinien entsprechen, die im Folgenden erläutert werden.

Was definitiv nicht erlaubt ist und vermieden werden sollte!

Beginnen wir mit den Fallkonstellationen, die unbedingt vermieden werden sollten, weil sie schlicht und ergreifend nicht erlaubt sind. Wer in einer Arbeitgeberbewertung auf Kununu strafrechtlich relevante Inhalte postet, bekommt womöglich Probleme. Hierzu zählen insbesondere beleidigende oder bedrohende Bewertungen.

Sehr oft erkenne ich in den von mir geprüften Einträgen, dass dort Menschen beleidigt oder bedroht werden. Dass dies nicht erlaubt ist, sollte jedem klar sein. Lassen Sie es daher lieber, denn erstens wird Ihre Bewertung dann ohnehin gelöscht werden, und zweitens machen Sie sich strafbar. Ist es das wirklich wert?

Klarnamen nicht erlaubt bei Kununu Bewertungen!

Nicht erlaubt ist außerdem die Nennung von Klarnamen – also bitte benennen Sie Ihre Kollegen nicht namentlich, auch nicht Ihre Vorgesetzten. Dies verstößt gegen das Datenschutzrecht und kann für Sie im schlimmsten Fall in einer Abmahnung enden.

Ebenso nicht erlaubt ist das Ausplaudern von Firmeninterna. Hierzu zählen nicht Oberflächlichkeiten, die sowieso niemanden interessieren, wohl jedoch alles, was als Geschäftsgeheimnis gelten mag oder in diese Richtung weist.

Es ist daher verboten, Geschäftszahlen zu veröffentlichen oder Strategien des Unternehmens, die geheim zu halten sind, auf Kununu auszubreiten. Hierbei verstoßen Sie gegen Ihre arbeitsvertraglichen Nebenpflichten, oder sogar gegen unterzeichnete Hauptpflichten aus dem Arbeitsvertrag.

Unwahre Tatsachenbehauptungen sind übrigens auch nicht erlaubt – alles, was nicht stimmt, dürfen Sie nicht veröffentlichen. Hiergegen kann sich jeder Arbeitgeber schnell und effektiv wehren, und im schlimmsten Fall müssen Sie dafür zahlen. Um es kurz zu machen: Lügen lohnen sich nicht.

Grenzbereiche einer Kununu Bewertung – hier bitte vorsichtig sein!

Es gibt Fälle einer Kununu Bewertung, die nicht eindeutig als erlaubt oder verboten einzuordnen sind. Diese Grenzbereiche wollen wir uns einmal näher anschauen.

Übertreibungen als Stilmittel sind grundsätzlich vom Recht auf freie Meinungsäußerung gedeckt. Allerdings gibt es hier Fallkonstellationen, in denen das Interesse des bewerteten Unternehmens Ihrem Recht auf freie Meinungsäußerungen überwiegt.

Eine Übertreibung, die letztlich eine Beleidigung darstellt, ist keine Übertreibung mehr. Gleiches gilt für Übertreibungen, die im Grunde unwahre Tatsachenbehauptungen aufstellen. Achten Sie daher bei dem Einsatz von Übertreibungen darauf, dass diese tatsächlich als Stilmittel genutzt werden und nicht etwa unerlaubte Inhalte kaschieren sollen.

Ausplaudern von Firmeninterna kann Löschen der Bewertung zur Folge haben!

Ist das „aus dem Nähkästchen plaudern“ erlaubt? Hier bewegen Sie sich in jedem Fall immer nah an dem Veröffentlichen von Firmeninterna. Dies verstößt sowohl gegen Ihre arbeitsvertraglichen Pflichte, als auch gegen die Kununu Richtlinien.

Allerdings ist es Ihnen sehr wohl erlaubt, Ihre eigenen Erfahrungen aus einer Firma mitzuteilen. Es wird im Einzelfall darauf ankommen, ob Sie tatsächlich nur Ihre Eindrücke vermitteln, oder ob es um das Ausplaudern von Firmeninterna geht.

Das Lästern über Kollegen ist grundsätzlich erlaubt, solange keine Klarnamen oder sonstige personenbezogene Daten dabei verarbeitet werden. Sprechen Sie daher pauschal über die Belegschaft, ist dies in den meisten Fällen selbst bei einem harschen Tonfall erlaubt. Achten Sie aber darauf, dass einzelne Personen nicht durch Ihre Aussagen in der Kununu Bewertung identifizierbar werden.

Was definitiv erlaubt ist!

Kommen wir zum spannenden Teil: Was auf jeden Fall erlaubt ist! Gestattet und vom Recht auf freie Meinungsäußerung umfasst ist jegliche konstruktive Kritik, die anständig formuliert ist und nicht gegen geltendes Recht verstößt.

Sie dürfen auch harsche Kritik üben und müssen sich im Tonfall nicht zurückhalten. Es stößt bei Arbeitgebern oft auf Verwunderung, was in einer Kununu Bewertung erlaubt ist. Ich möchte einige Beispiele geben, die zwar hart klingen, aber dennoch erlaubt sind.

Beispiele zum Lernen!

  • Beispiel 1: „Diese ganze Firma gleicht einem Mentalfriedhof.“
  • Beispiel 2: „Hier gibt es keine Kompetenz, sondern nur Arschkriecherei.“
  • Beispiel 3: „Arbeiten, um zu sterben.“

Sie müssen sich auf Kununu daher keineswegs zurückhalten. Schreiben Sie ruhig über Ihre Eindrücke und Erfahrungen, Sie dürfen auch konkrete Beispiele geben. Unwahrheiten sind jedoch unbedingt zu unterlassen, und es ist hilfreich, den Tonfall der Situation anzupassen – obgleich es nicht verpflichtend ist, sich höflich auszudrücken!

Denken Sie daran, dass die Arbeitgeberbewertung öffentlich ist – und gehen Sie davon aus, dass die Öffentlichkeit Ihren Ausführungen grundsätzlich Glauben schenken wird. Dann wird Ihnen klar sein, dass Arbeitgeber sich gegen unzulässige Einträge wehren werden. Gegen Kritik an sich ist aber nichts einzuwenden, auch wenn der Ruf eines Unternehmens durch Kritik leiden mag.

Weshalb ein Eintrag bei Kununu, der erlaubt ist, dennoch Probleme für Sie bedeuten kann!

Ich möchte zum Schluss darauf hinweisen, dass selbst erlaubte Einträge bei Kununu dennoch im Einzelfall Probleme für die verfassende Person bedeuten können. Denn selbst wenn Sie eine erlaubte Kritik äußern, könnten Sie darüber in einen Rechtsstreit mit Ihrem ehemaligen oder derzeitigen Arbeitgeber gezogen werden.

Es mag sich vor Gericht zwar aufklären, ob dies oder jenes erlaubt oder nicht erlaubt war, dennoch ist anzudenken, beim Schreiben einer Bewertung im Hinterkopf zu behalten, dass es rechtliche Konsequenzen geben könnte. Übrigens ist nicht zu vernachlässigen, dass auch nach dem Kündigen gewisse arbeitsvertragliche Pflichten fortbestehen.

Es gilt daher nicht, dass Sie so richtig Dampf ablassen können, wenn Sie erst einmal aus dem Unternehmen raus sind – Firmeninterna etc. darf dann dennoch nicht einfach herausposaunt werden. Sollten Sie noch angestellt sein, kann eine rechtlich erlaubte Bewertung zwar keine arbeitsrechtliche Abmahnung nach sich ziehen, wohl aber die Stimmung am Arbeitsplatz empfindlich schädigen.

Kununu-Regeln: Was ist erlaubt und was nicht?

Erlaubt: Bewertung von Arbeitgebern, bei denen man tatsächlich gearbeitet hat

Auf Kununu dürfen ausschließlich Arbeitgeber bewertet werden, bei denen man selbst gearbeitet hat oder gegenwärtig arbeitet. Für ehemalige Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ist ebenfalls eine Bewertung möglich.

Erlaubt: Bewertung der Erfahrungen im Bewerbungsprozess

Neben Arbeitgeberbewertungen sind auch Bewertungen von Bewerbungsprozessen möglich. Diese können ebenfalls anonym abgegeben werden und geben anderen Bewerberinnen und Bewerbern einen Eindruck von den Erfahrungen, die sie im Bewerbungsprozess bei dem jeweiligen Unternehmen erwarten können.

Nicht erlaubt: Beleidigungen, Verleumdungen und Diskriminierungen

Bewertungen auf Kununu dürfen keine beleidigenden, verleumderischen oder diskriminierenden Äußerungen enthalten. Solche Bewertungen verstoßen gegen die Nutzungsbedingungen der Plattform und können zur Löschung der Bewertung oder sogar zur Sperrung des Nutzerkontos führen.

Nicht erlaubt: Veröffentlichung von vertraulichen Informationen

Bewertungen auf Kununu dürfen keine vertraulichen Informationen enthalten. Dazu gehören beispielsweise Geschäftsgeheimnisse, interne Prozesse oder personenbezogene Daten von Kolleginnen und Kollegen. Die Veröffentlichung solcher Informationen kann rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

Weitere Aspekte, die bei einer Kununu Bewertung erlaubt sind

  1. Teilen Sie konkrete Erfahrungen und Beispiele Eine aussagekräftige Kununu Bewertung sollte auf konkreten Erfahrungen basieren. Beschreiben Sie beispielsweise bestimmte Projekte, Teamarbeit oder Schulungsmaßnahmen, um anderen Arbeitnehmern einen Einblick in Ihre Tätigkeiten und Arbeitsumgebung zu geben. Je genauer Sie Ihre Erfahrungen darlegen, desto hilfreicher wird Ihre Bewertung für potenzielle Mitarbeiter und das Unternehmen selbst.
  2. Beobachten Sie den Ton Ihrer Bewertung Eine respektvolle Kommunikation ist essenziell, wenn Sie Ihre Meinung auf Kununu teilen. Achten Sie darauf, dass Ihre Bewertung sachlich und professionell bleibt, selbst wenn Sie negative Punkte ansprechen. Vermeiden Sie übermäßig emotionale Ausdrücke oder übertriebene Sprache, die den Eindruck einer persönlichen Fehde erwecken könnten. Stellen Sie sicher, dass Ihre Bewertung auf Fakten und Ihrem persönlichen Eindruck basiert.
  3. Aktualisieren Sie Ihre Bewertung bei Veränderungen Es kann vorkommen, dass sich Ihre Meinung über einen Arbeitgeber im Laufe der Zeit ändert. Wenn sich beispielsweise die Arbeitsbedingungen oder das Management verbessern oder verschlechtern, können Sie Ihre Bewertung aktualisieren. Dies gibt anderen Arbeitnehmern ein umfassendes Bild der Entwicklung und Veränderungen im Unternehmen. Achten Sie jedoch darauf, dass Sie klar angeben, dass es sich um ein Update handelt, und erklären Sie, warum sich Ihre Meinung geändert hat.

Rechtliche Überlegungen bei Kununu Bewertungen

Vermeiden Sie Verletzungen von Geheimhaltungsvereinbarungen

Wenn Sie während Ihrer Beschäftigung mit Ihrem Arbeitgeber eine Geheimhaltungsvereinbarung unterzeichnet haben, sollten Sie darauf achten, keine vertraulichen Informationen in Ihrer Kununu Bewertung preiszugeben. Das Offenlegen von Betriebsgeheimnissen kann rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen und zu Klagen seitens des Arbeitgebers führen. Halten Sie sich an ethische Grundsätze und schützen Sie die vertraulichen Informationen, zu denen Sie während Ihrer Tätigkeit Zugang hatten.

Achten Sie auf die Grenzen der Meinungsfreiheit

Obwohl Meinungsfreiheit ein wichtiges Recht ist, hat sie auch ihre Grenzen. Ihre Bewertung sollte auf Ihren persönlichen Erfahrungen und Meinungen basieren, jedoch sollten Sie keine falschen Tatsachenbehauptungen aufstellen oder unwahre Informationen verbreiten. Verleumdung oder üble Nachrede können rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Daher ist es wichtig, dass Sie bei Ihrer Kununu Bewertung wahrheitsgemäß bleiben und Ihre Aussagen durch nachvollziehbare Fakten oder Erfahrungen unterstützen können. Vermeiden Sie es, Gerüchte oder unbegründete Anschuldigungen zu verbreiten, da dies zu rechtlichen Problemen führen kann.

Respektieren Sie das Recht auf Privatsphäre

Beachten Sie, dass Sie bei Ihrer Kununu Bewertung die Privatsphäre anderer Personen respektieren sollten. Veröffentlichen Sie keine personenbezogenen Informationen über einzelne Mitarbeiter oder Kollegen, es sei denn, diese Informationen sind bereits öffentlich zugänglich und relevant für die Bewertung des Arbeitgebers. Schützen Sie die Privatsphäre aller Beteiligten und vermeiden Sie es, diffamierende oder beleidigende Inhalte zu veröffentlichen.

Klare Abgrenzung zwischen Fakten und Meinungen

Es ist wichtig, dass Sie in Ihrer Kununu Bewertung deutlich machen, welche Aussagen auf nachprüfbaren Fakten basieren und welche lediglich Ihre persönliche Meinung darstellen. Wenn Sie beispielsweise über bestimmte Unternehmensrichtlinien sprechen, stellen Sie sicher, dass Sie die entsprechenden Quellen oder Dokumente angeben, um Ihre Aussagen zu belegen. Gleichzeitig können Sie Ihre Meinung über das Thema äußern, solange Sie deutlich machen, dass es sich um Ihre persönliche Einschätzung handelt.

Tipps für eine professionelle Kununu Bewertung

Gut strukturierte Bewertung

Eine übersichtliche und gut strukturierte Bewertung erleichtert es anderen Arbeitnehmern, Ihre Erfahrungen nachzuvollziehen und die relevanten Informationen zu erfassen. Verwenden Sie klare Absätze, Überschriften und Bullet Points, um Ihre Bewertung zu gliedern und wichtige Punkte hervorzuheben. Dadurch wird Ihre Bewertung leichter lesbar und verständlich.

Ausgewogenheit und Fairness

Streben Sie in Ihrer Kununu Bewertung nach Ausgewogenheit und Fairness. Berichten Sie sowohl über positive als auch negative Aspekte Ihrer Arbeitserfahrung, um ein umfassendes Bild zu vermitteln. Wenn Sie Kritik äußern, begründen Sie diese mit konkreten Beispielen und geben Sie mögliche Lösungsansätze an. Zeigen Sie, dass Sie konstruktiv an Verbesserungen interessiert sind und nicht nur Frust ablassen wollen.

Authentizität und Ehrlichkeit

Seien Sie authentisch und ehrlich in Ihrer Kununu Bewertung. Vermeiden Sie es, übertriebene Lobeshymnen oder unbegründete Negativitäten zu äußern. Konzentrieren Sie sich auf Ihre persönlichen Erfahrungen und geben Sie ein realistisches Bild Ihrer Arbeitssituation und des Arbeitgebers wieder. Ehrlichkeit ist entscheidend, um anderen Arbeitnehmern zu helfen, fundierte Entscheidungen zu treffen und das Unternehmen besser zu verstehen.

Überprüfen Sie Ihre Bewertung vor der Veröffentlichung

Bevor Sie Ihre Kununu Bewertung veröffentlichen, nehmen Sie sich Zeit, um diese sorgfältig zu überprüfen. Stellen Sie sicher, dass Ihre Aussagen klar und verständlich sind und dass Sie keine vertraulichen Informationen oder personenbezogene Daten preisgeben. Überprüfen Sie auch die Rechtskonformität Ihrer Bewertung, um rechtliche Konsequenzen zu vermeiden.

Offen für Dialog und Rückmeldungen

Eine Kununu Bewertung kann ein Ausgangspunkt für den Dialog sein. Seien Sie offen für Rückmeldungen und Fragen von anderen Arbeitnehmern oder sogar dem Arbeitgeber selbst. Zeigen Sie Bereitschaft, weitere Informationen bereitzustellen oder Ihre Sichtweise zu erläutern. Dadurch können Missverständnisse geklärt und eine konstruktive Diskussion angeregt werden.

Abschließende Gedanken: Was bei einer Kununu Bewertung erlaubt ist

Bei einer Kununu Bewertung ist es wichtig, die Richtlinien und Regeln der Plattform zu beachten, um eine faire und informative Bewertung abzugeben. Respektieren Sie die Grenzen der Meinungsfreiheit, schützen Sie die Privatsphäre anderer und bleiben Sie bei Ihren Aussagen auf Fakten und persönlichen Erfahrungen basiert. Durch eine gut strukturierte und professionelle Bewertung können Sie anderen Arbeitnehmern helfen, fundierte Entscheidungen zu treffen und gleichzeitig rechtliche Konsequenzen vermeiden. Nehmen Sie sich Zeit, Ihre Bewertung sorgfältig zu überprüfen und seien Sie offen für den Dialog und Rückmeldungen. Indem Sie diese Tipps befolgen, können Sie Ihre Meinung auf Kununu wirksam und verantwortungsbewusst teilen.

Hilfe bei Kununu

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Rechtsanwalt
Thomas Feil
Fachanwalt IT-Recht Thomas Feil – 25 Jahre Erfahrung

6 Gedanken zu „Was bei einer Kununu Bewertung erlaubt ist! ⚠️ Tipps für Arbeitnehmer, die ihre Arbeitgeber bewerten möchten!“

  1. Guten Tag.
    Unser Unternehmen besteht nur aus 2 Geschäftsführern und wir hatten noch nie Angestellte. Dennoch haben wir 2 negative Bewertungen von angeblichen Angestellten, die es nie gab. Wie ist das möglich? Wie kann ich mich wehren? Kann uns jeder einfach nach Gutdünken bewerten obwohl er nie für uns gearbeitet hat?

    Freundliche Grüsse
    Nathalie Gomes

    Antworten
  2. Hallo Herr Feil,
    in Ihren Ausführungen schreiben Sie, dass Klarnamen bei einer kununu-Bewertung nicht erlaubt sind. Wie verhält sich dies mit Beschreibungen, z.B. der technische Geschäftsführer o.ä. – ist dies auf der Plattform erlaubt oder auch angreifbar?
    Viele Grüße
    J. Zeppelin

    Antworten
    • Hallo Herr Zeppelin,

      da wäre ich auch vorsichtig, wenn es durch die Bezeichnung „technischer Geschäftsführer“ eine eindeutige Zuordnung zu einer Person gibt. dann könnte dies auch ein Rechtsverstoß sein.

      Viele Grüße
      Thomas Feil

  3. Hallo,
    ich wurde wegen einer Bewertung, die ich auf Kununu geschrieben habe, direkt abgemahnt. Die Abmahnung verlangt Geld und Unterlassung. Mir wurde eine Frist bis zum 25.03.2021 gesetzt – ansonsten wird mit Klage wegen der Bewertung gedroht. Ich habe in der Bewertung leider auch Sachen emotional überzeichnet, auch falsche Dinge geschrieben. Das habe ich bei Kununu zwar schon zur Korrektur angemeldet, aber nichts tut sich. Habe auch eine Rechtsschutzversicherung. Können Sie mir helfen?
    Mit freundlichen Grüßen
    Marko Tauber

    Antworten

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