Verleumdung in einer Google Bewertung? Sie sollten sofort dagegen vorgehen!

Lesezeit: ca. 4 Minuten

Kritische Stimmen in einer Google Bewertung sind ärgerlich, müssen aber teilweise hingenommen werden. Anders sieht es aus, wenn jemand Sie in einer Google Bewertung verleumdet, da Verleumdung kein Kavaliersdelikt, sondern ein Straftatbestand ist.

Wir zeigen auf, wann eine Onlinebewertung die Voraussetzungen einer Verleumdung, was dagegen getan werden sollte und wieso Sie sich dies nicht bieten lassen müssen.

Bei Rückfragen können Sie unsere Kanzlei gern jederzeit kontaktieren, da wir auf das Reputationsrecht spezialisiert sind und bereits eine Vielzahl von Mandaten im Bereich Google und weiterer Onlineportale bearbeitet haben.

Verleumdung als Straftatbestand verstehen, dann erst eine Bewertung diesbezüglich beurteilen!

Uns erreichen oft Anfragen von Unternehmen oder Personen, die auf Google mit schlechten Einträgen konfrontiert sind. Hierbei wird uns oft mitgeteilt, man sei verleumdet worden.

Wenn wir uns dann die betreffende Bewertung genauer anschauen, stellen wir oft fest, dass keine Verleumdung vorliegt – was jedoch nicht bedeutet, dass die Bewertung nicht trotzdem gelöscht werden kann.

Allerdings ist Verleumdung ein klar umgrenzter Straftatbestand und eben nicht automatisch dann einschlägig, wenn jemand etwas kritisches über Sie postet.

§ 187 StGB und Google Bewertung!

Gem. § 187 StGB hat der Gesetzgeber Verleumdung wie folgt definiert:

Wer wider besseres Wissen in Beziehung auf einen anderen eine unwahre Tatsache behauptet oder verbreitet, welche denselben verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen oder dessen Kredit zu gefährden geeignet ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe und, wenn die Tat öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) begangen ist, mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Zunächst fällt auf, dass es nicht um Kritik an sich geht, sondern maßgeblich um unwahre Tatsachenbehauptungen.

Dies ist ein gewaltiger Unterschied, der oft verkannt wird. Bei Verleumdung geht es nicht darum, dass jemand ein schlechtes Werturteil über Sie oder Ihr Unternehmen gefällt hat, sondern darum, dass faktisch Unwahres über Sie oder Ihr Unternehmen behauptet wird.

Geeignetheit der Behauptung ist relevant!

Doch nicht nur das, die unwahre Tatsachenbehauptung muss auch geeignet sein, das betroffene Subjekt verächtlich oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen.

Es reicht also nicht, einfach irgendetwas faktisch Falsches zu behaupten, um den Straftatbestand zu erfüllen. Darüber hinaus ist noch Voraussetzung, dass wider besseres Wissen gehandelt werden muss.

Es zeigt sich also, dass Verleumdung längst nicht immer einschlägig ist, sobald jemand etwas Negatives über Sie in einer Google Bewertung postet. Erfahrungsgemäß bewegen sich die meisten Einträge nicht im Bereich der Verleumdung.

Beispiele für eine Verleumdung und dafür, was keine Verleumdung darstellt

Eine Verleumdung in einer Google Bewertung würde folgende Bewertung sein können:

“Herr Schmidt aus dem Kundenservice sucht sich absichtlich junge Kundinnen aus, um diese nach Feierabend privat zu belästigen!”

Wenn dies nicht wahr ist, und die bewertende Person dies auch weiß, ist hier der Straftatbestand der Verleumdung erfüllt. Denn es ist faktisch falsch, die bewertende Person handelt wider besseres Wissen und die falsche Tatsachenbehauptung über Herrn Schmidt ist geeignet, ihn verächtlich zu machen.

Keine Verleumdung sind folgende beispielhaften Einträge:

“Sauladen!”

“Herr Schmidt aus dem Kundenservice ist ein A…loch.”

“Ich würde jedem dringend abraten, hier zu bestellen!”

All diesen beispielhaften Bewertungen ist gemein, dass nicht alle Voraussetzungen für eine Verleumdung erfüllt werden. Es fehlt bei allen an einer unwahren Tatschenbehauptung. Dass hier beleidigende Inhalte oder Diffamierungen getätigt werden, spielt für die Verleumdungsfrage keine Rolle.

Was tun, wenn tatsächlich in einer Google Bewertung verleumdet wird?

Wenn Sie tatsächlich auf Google verleumdet werden, was durchaus sein kann und was wir bereits erlebt haben, sollten Sie sofort dagegen juristisch vorgehen.

Sie müssen sich keine Verleumdungen bieten lassen und Ihnen stehen mehrere Wege offen, sich dagegen zur Wehr zu setzen. Zunächst sollten Sie sicherstellen, dass tatsächlich eine Verleumdung vorliegt – dies wird ein spezialisierter Rechtsanwalt für Sie unproblematisch überprüfen können.

Strafanzeige wegen Google Bewertung?

Sodann ist zu überlegen, ob eine Strafanzeige gestellt werden sollte. Dies macht nur Sinn, wenn die bewertende Person auch identifizierbar ist – zwar könnte die Staatsanwaltschaft auch gegen unbekannt ermitteln, doch führt dies oft nicht zum gewünschten Ergebnis.

Auch eine Strafanzeige gegen Google als Bewertungsportal kommt in Frage, wobei Google zuvor die Chance gegeben werden sollte, die Eintragung zu entfernen.

Der einfachste und gleichzeitig effektivste Weg ist jedoch, außergerichtlich mit Google in Kontakt zu treten. Lassen Sie Ihren Rechtsanwalt einen Löschungsanspruch stellen.

Erfahrungsgemäß sind die Bewertungsportale bei erfüllten Straftatbeständen sehr schnell mit dem Löschen, da sie keinesfalls für strafrechtlich relevante Inhalte haftbar gemacht werden wollen.

 
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Rechtsanwalt Thomas Feil in den Medien

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