Kann man ein Firmenprofil auf Kununu.com löschen?

So wie für viele Urlaubssuchende das Lesen von Hotelbewertungen für die Urlaubsplanung mittlerweile nicht mehr wegzudenken ist, spielen auch Arbeitgeber-Bewertungsportale eine immer wichtigere Rolle bei der Arbeitssuche. Kununu bietet Nutzern die Möglichkeit, ihre Erfahrungen über den Arbeitgeber mit anderen zu teilen und diesen in verschiedenen Kategorien zu bewerten. Die Bewertung findet dabei anonym statt, was einige frustrierte Arbeitgeber jedoch zum Anlass nehmen, um den Arbeitgeber regelrecht zu diffamieren. Grundsätzlich sollen Nutzer jedoch bestimmten Regeln bei der Bewertungsvergabe folgen, damit die Bewertungen den Unternehmen als Verbesserungsvorschläge dienen können.

Insofern stellt kununu für Arbeitgeber eine wertvolle Feedack-Möglichkeit dar und dient auch als wichtige Informationsquelle, um sich einen Überblick über die Stimmung in dem Unternehmen zu verschaffen. Unternehmen können auf kununu auf verschiedene Weise ihre Bekanntheit steigern, zudem besteht auch die Möglichkeit einer direkten Bewerberansprache. Für den Fall, dass die Bewertungen über eine Firma allesamt negativ sind, kann diese es eventuelle sogar als sinnvoll erachten, das eigene Firmenprofil auf kununu.com zu löschen. Doch ist es überhaupt möglich, ein Firmenprofil zu löschen?

Grundsätzlich ist es nicht möglich ein Firmenprofil auf kununu zu löschen. Es ist nämlich grundsätzlich zulässig, Informationen wie Name, Adresse und die jeweilige Branche, die auch aus allgemein zugänglichen Quellen entnommen werden können, zu erheben, Speichern, Verändern oder aber zu Nutzen. Es stehen sich vielmehr die Interessen des Unternehmens und der Nutzer gegenüber. Zum einen besteht das Recht auf informationelle Selbstbestimmung, zum anderen besehen jedoch das Recht der Kommunikationsfreiheit und das Recht der freien Meinungsäußerung auf Seiten der Nutzer. Das Recht auf informationelle Selbstbestimmung hat als Ausprägung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts einen hohen Stellenwert. Betroffene können sich jedoch nicht uneingeschränkt auf das informationelle Selbstbestimmungsrecht berufen. So haben Unternehmen keinen Anspruch darauf, so dargestellt zu werden, wie es dem jeweiligen Selbstbild entspricht oder wie es wünschenswert wäre. Vielmehr überwiegt bei einer solchen Kollision die Meinungsfreiheit gegenüber der informationellen Selbstbestimmung. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass den Bewertungen auch Tatsachen zugrunde liegen, die als wahr anzunehmen sind.

Daher besteht bei kununu eine so genannte Bewertungskontrolle. Nutzer müssen sich mit einer gültigen Mail-Adresse auf der Seite registrieren. Auch sollen technische Filter das Posten von Schimpfwörtern und namentlichen Erwähnungen verhindern. Arbeitgeber haben zudem die Möglichkeit, sich an die Betreiber bzw. an das Support-Team zu wenden, um diesem eine Rückmeldung zu geben oder aber um etwaige Verstöße zu melden. In einem solchen Fall, soll es umgehend zu einer Überprüfung der jeweiligen Bewertung kommen.

Nutzer, die bei kununu eine Bewertung abgeben wollen, müssen zuvor auch die AGB’s akzeptieren. Diese verpflichten den Nutzer dazu, den Arbeitgeber und die Arbeitsstätte genau zu bezeichnen, sowie nur eine Bewertung abzugeben, wenn sie selbst bei dem zu bewertenden Arbeitgeber arbeiten oder gearbeitet haben. Auch verpflichtet sich der Nutzer dazu, keine unwahren oder unsachlichen Bewertungen oder Aussagen zum Arbeitgeber, zu bei diesem beschäftigten Arbeitnehmern oder sonstigen Verhältnissen beim Arbeitgeber zu machen.

 
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Rechtsanwalt Thomas Feil in den Medien

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