Datenschutzrecht durchsetzen, um negative Kununu Bewertung zu löschen?

Lesezeit: ca. 2 Minuten

Eine schlechte Bewertung auf Kununu kann ein Unternehmen sehr hart treffen, insbesondere wenn Lügen verbreitet werden oder gar strafrechtlich relevante Vorwürfe erhoben worden sind.

Gegen solche Auswüchse von Kommentaren in Form negativer Bewertungen kann auf Kununu grundsätzlich im Wege des allgemeinen Persönlichkeitsrechts vorgegangen werden.

Unsere Kanzlei hilft Mandanten bundesweit dabei, sich gegen eine schlechte Bewertung auf Kununu zur Wehr zu setzen und diese, wenn möglich, zu löschen. Allerdings ist es ratsam, auch das Datenschutzrecht im Auge zu behalten, wenn es darum geht, einen negativen Eintrag zu entfernen.

Personenbezogene Daten – was hat das mit einer Bewertung auf Kununu zu tun?

Grundsätzlich schützt das Datenschutzrecht (bestehend aus der EU-weit geltenden DSGVO und dem deutschen BDSG) sogenannte personenbezogene Daten.

Darunter werden Daten verstanden, die einer Person zuzuordnen sind, entweder unmittelbar oder mittelbar. Meistens wird auf Kununu ein Unternehmen in der Gesamtheit bewertet, was kein personenbezogenes Datum an sich darstellt.

Wer beispielsweise schreibt, dass Überstunden nicht ausgeglichen werden, hat damit keine personenbezogenen Daten erwähnt.

Anders liegt aber der Fall, wenn Mitarbeiter oder Vorgesetzte namentlich genannt werden. Dann geschieht nicht nur durch den Bewerter, sondern auch durch Kununu als Bewertungsplattform eine Verarbeitung personenbezogener Daten.

Wenn also geschrieben wird, dass “Herr Müller in der Personalleitung ist unangenehm”, könnte hierin eine Datenverarbeitung gem. DSGVO und BDSG erblickt werden, die entweder unzulässig ist, da keine Einwilligung vorliegt, oder aber Informationspflichten gem. Art. 13 DSGVO auslösen könnte. Beides ist für Kununu ein echtes Problem.

Was ist, wenn ich nicht namentlich genannt werden, aber dennoch identifizierbar bin?

Wenn in einer negativen Bewertung auf Kununu niemand namentlich genannt wird, aber dergestalt beschrieben ist, dass jeder im Unternehmen weiß, wer gemeint ist, könnten dennoch personenbezogene Daten vorliegen.

Es kann also unter Umständen bereits ausreichend sein, dass von “der Geschäftsführer” gesprochen wird und weitere diesbezügliche Informationen genannt werden – dies kann ein personenbezogenes Datum darstellen, selbst wenn der eigentliche Name nicht genannt worden ist.

Insbesondere bei kleineren Unternehmen sind Menschen auch ohne namentliche Nennung identifizierbar – somit greift die DSGVO und das BDSG.

Löschen einer Bewertung auf Kununu anhand von DSGVO!

Grundsätzlich ist es also denkbar, dass aufgrund datenschutzrechtlicher Bestimmungen eine Bewertung bei Kununu, ganz gleich, ob diese gut oder schlecht formuliert worden ist, juristisch angegriffen werden kann.

Anspruchsberechtigt ist hierbei nicht notwendigerweise das Unternehmen, was eigentlich bewertet wird, sondern die betroffene Person.

Es sind Fallkonstellationen denkbar, in denen Kununu sich mit Unterlassungsansprüchen des bewerteten Unternehmens, und Unterlassungsansprüchen genannter Personen auseinandersetzen muss, die letztlich beide das Löschen des Eintrags anstreben.


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Rechtsanwalt Thomas Feil in den Medien

4 Kommentare zu “Datenschutzrecht durchsetzen, um negative Kununu Bewertung zu löschen?
  • 4. Februar 2021 um 15:02 Uhr
    Hans P. says:

    welcher dsgvo anspruch ist das?

  • 4. Februar 2021 um 14:55 Uhr
    K. Thelert says:

    Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt Feil,
    wir werden bei Kununu mit negativen Einträgen teilweise bombardiert. Das ist nicht nur rufschädigend für uns als Unternehmen, sondern auch die Angestellten sind betroffen. Denn die bewertende Person schreibt gern mal die Klarnamen der ex-Kolleginnen und ex-Kollegen in die Bewertung rein – mit durchaus diffamierenden Bezeichnungen. Hier wollen wir uns als Arbeitgeber auch schützend vor unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stellen. Können wir die datenschutzrechtlichen Ansprüche für unsere Leute durchsetzen? Könnten Sie uns dabei behilflich sein?
    Mit freundlichen Grüßen
    Klaus Thelert

    • 4. Februar 2021 um 15:34 Uhr

      Guten Tag Herr Thelert,

      wenn die betroffenen Personen Sie damit beauftragen/bevollmächtigen, die Löschungsansprüche gem. DSGVO durchzusetzen, bzw. dies zu fördern, indem eine Kanzlei beauftragt wird, sehe ich hier keine Probleme. Gern können wir Ihnen bezüglich Kununu weiterhelfen. Ich melde mich telefonisch bei Ihnen zurück.

      Mit freundlichen Grüßen
      Rechtsanwalt Thomas Feil

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