Anspruch auf Löschung einer Google Bewertung / Rezension? Konkrete Tipps!

Lesezeit: ca. 3 Minuten

Wenn Sie mit einer negativen Rezension auf Google zu kämpfen haben, fragen Sie sich möglicherweise, ob ein rechtlicher Anspruch auf Löschung dieser Bewertung für Sie besteht.

Diese Frage ist berechtigt, denn nicht selten erleben wir in unserer Beratungspraxis, dass rechtswidrige Einträge bei Google veröffentlicht werden. Ist eine Bewertung rechtswidrig, steht Ihnen ein Löschungsanspruch zu.

Wir zeigen auf, wie Sie selbst die Rechtswidrigkeit prüfen können und woraus sich der Anspruch konkret ergibt!

Rechtswidrigkeit einer Google Rezension eigenständig prüfen! So geht es!

Beim Betrachten einer Bewertung auf Google, die Sie in irgendeiner Weise negativ betrifft, sollten Sie sich zunächst von Ihren Emotionen lösen. Klingt leicht, ist es jedoch ist – dennoch ist es wichtig!

Denn die Frage, ob eine Rezension zulässig ist, bemisst sich nicht nach subjektiven Empfindungen, sondern nach der Rechtslage. Und Kritik ist erlaubt, auch wenn sie weh tut!

Rechtswidrigkeit anhand von Beispielen!

Die Rechtswidrigkeit eines Eintrags kann sich aus mehreren rechtlichen Aspekten ergeben. Wir zeigen Ihnen nun die unserer Ansicht nach wichtigsten Rechte, die einen Anspruch auf Löschung begründen können:

  1. Persönlichkeitsrecht / Unternehmenspersönlichkeitsrecht: Das Persönlichkeitsrecht / Unternehmenspersönlichkeitsrecht kann einen Anspruch auf Löschung ergeben, wenn die Bewertung bei Google unwahre Tatsachenbehauptungen aufstellt. Wenn also faktisch Falsches über Sie oder Ihr Unternehmen geschrieben wird, ist Ihr Persönlichkeitsrecht übermäßig tangiert und die Rezension ist rechtswidrig. Unwahre Tatsachenbehauptungen sind immer unzulässig und begründen immer einen Anspruch auf Löschung gegenüber dem Verfasser der Bewertung oder dem Onlineportal.

  2. Strafrecht: Das Strafrecht ist bei Rezensionen im Internet immer dann relevant, wenn Straftatbestände in der Veröffentlichung erfüllt sind. Einschlägige Beispiele sind die Beleidigung oder Bedrohung, aber auch Verleumdung und üble Nachrede sind oft gegeben. Beleidigungen und Bedrohungen können Sie meistens selbst als solche erkennen, Verleumdungen und üble Nachrede hingegen sind etwas speziellere Straftatbestände, die genauere juristische Kenntnisse benötigen. Sollten Sie jedoch strafrechtlich relevante Inhalte auf Google erblicken, begründet dies einen Anspruch auf Löschung.

  3. Datenschutzrecht: Das Datenschutzrecht kann bei einer Rezension auf Google einen Anspruch auf Löschung ergeben, wenn personenbezogene Daten ohne Einwilligung und ohne sonstige Rechtsgrundlage verwendet werden. Beispielsweise kann es sein, dass Mitarbeiter in einer Google Bewertung namentlich genannt werden – hierfür gibt es keine Einwilligung der Mitarbeiter, und die bewertende Person kann sich auch auf sonst keine Rechtsgrundlage stützen. Insofern ist die Eintragung dann rechtswidrig. Den Anspruch auf Löschung kann in diesem Fall aber nur die betroffene Person selbst geltend machen, nicht das Unternehmen, das bewertet wurde (Ausnahme: Die betroffene Person beauftragt das Unternehmen, bzw. erlaubt es dem Unternehmen, die Rechte stellvertretend geltend zu machen!)

Anspruch auf Löschung durchsetzen – außergerichtlich oder gerichtlich? Und gegen wen?

Sollte ein Anspruch auf Löschung gegeben sein, stellt sich die Frage, gegen wen und auf welchem Wege dieser geltend gemacht werden kann.

Die bewertende Person kann jederzeit außergerichtlich oder gerichtlich auf Löschung in Anspruch genommen werden, nur stellt sich meist das Problem, dass die Daten nicht ermittelbar sind.

Wer anonym eine Bewertung bei Google schreibt, ist nicht ohne Weiteres ausfindig zu machen – auch eine IP-Adresse, die theoretisch von der Staatsanwaltschaft ermittelt werden könnte, entlarvt noch nicht unmittelbar den Verfasser eines Interneteintrags. In den meisten Fällen ist also Ansprechpartner nicht die bewertende Person, sondern das Onlineportal.

Löschungsanspruch durchsetzen!

Den Anspruch auf Löschung sollte daher direkt an Google gerichtet werden, und dies möglichst juristisch fundiert.

Je laienhafter Sie den Anspruch formulieren, desto höher ist die Chance, dass Ihr Rechtsersuchen nicht ernst genommen wird. Google wird tagtäglich mit Rechtsersuchen bombardiert und wird sich gut überlegen, wo die eigene Zeit zu investieren ist.

In einem ersten Schritt sollte Google außergerichtlich zur Löschung der Rezension aufgefordert werden.

Hierbei hilft es, wenn ein Anwalt das Schreiben für Sie erstellt und so möglichst juristisch fundiert die Sachlage erläutert. Unsere Erfahrung zeigt, dass außergerichtlich über 99% der Fälle erledigt werden können.

Falls der außergerichtliche Weg nicht zum gewünschten Ergebnis führt, kann der Anspruch auf Löschung gegen Google auch gerichtlich durchgesetzt werden. Hierzu berät Sie Ihr Rechtsanwalt jederzeit gern.

 
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Rechtsanwalt Thomas Feil in den Medien

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