Richtig auf Löschanträge für Google-Bewertungen reagieren: Ein Leitfaden für Betroffene

Google Bewertung

Einführung: Warum sind Google-Bewertungen so wichtig?

Google-Bewertungen spielen im digitalen Zeitalter eine entscheidende Rolle für Unternehmen und Dienstleister. Als potenzieller Kunde verlassen wir uns immer häufiger auf die Meinung anderer, um unsere Kaufentscheidungen zu treffen. Das bedeutet, dass positive Bewertungen für Unternehmen essenziell sind, um erfolgreich zu sein. Gleichzeitig sind negative Bewertungen ein Dorn im Auge und können erheblichen Schaden anrichten. In diesem Beitrag möchte ich Ihnen, als beratender Fachanwalt für IT-Recht, Tipps und Hinweise geben, wie Sie angemessen auf Löschanträge für Google-Bewertungen reagieren können.

Richtig auf Löschanträge für Google-Bewertungen reagieren: Was sind Löschanträge und warum gibt es sie?

Gründe für Löschanträge

Löschanträge sind Aufforderungen zur Löschung von Bewertungen, die entweder vom Unternehmen selbst oder von deren beauftragten Anwälten kommen. Diese Anfragen können bedrohlich und fordernd wirken, besonders wenn sie mit rechtlichen Schritten drohen. In der Regel gibt es zwei Hauptgründe, warum ein Unternehmen einen Löschantrag stellt:

  1. Die Bewertung ist falsch oder diffamierend: In diesen Fällen kann es sein, dass das Unternehmen glaubt, dass Ihre Bewertung unwahr ist oder dessen Ruf schädigt. Hierbei ist es wichtig zu wissen, dass jeder das Recht hat, seine Meinung frei zu äußern. Allerdings sollten dabei keine falschen Tatsachenbehauptungen oder persönlichen Beleidigungen veröffentlicht werden.
  2. Das Unternehmen möchte negative Bewertungen minimieren: Manche Unternehmen versuchen, ihre Online-Reputation zu schützen, indem sie negative Bewertungen entfernen lassen. Hierbei handelt es sich oft um eine Art von Zensur, da diese Bewertungen meist auf persönlichen Erfahrungen und Meinungen basieren.

Die rechtliche Seite von Löschanträgen

In Deutschland gibt es das Recht auf freie Meinungsäußerung, das durch das Grundgesetz geschützt ist. Dennoch gibt es auch Grenzen, die nicht überschritten werden dürfen. Zu diesen Grenzen gehören beispielsweise Beleidigungen, unwahre Tatsachenbehauptungen oder Verleumdungen. In solchen Fällen kann ein Unternehmen oder eine betroffene Person rechtliche Schritte einleiten, um die Löschung der betreffenden Bewertung zu erwirken.

Wie reagiere ich richtig auf Löschanträge?

Prüfen Sie die Fakten: Ist Ihre Bewertung rechtmäßig?

Bevor Sie auf einen Löschantrag reagieren, sollten Sie zunächst überprüfen, ob Ihre Bewertung rechtmäßig ist. Stellen Sie sich dabei folgende Fragen:

  • Ist meine Bewertung wahrheitsgemäß und basiert sie auf meiner persönlichen Erfahrung?
  • Habe ich keine falschen Tatsachenbehauptungen aufgestellt?
  • Enthält meine Bewertung keine Beleidigungen oder Verleumdungen?

Wenn Sie diese Fragen mit „Ja“ beantworten können, haben Sie gute Chancen, dass Ihre Bewert

ung rechtmäßig ist und nicht gelöscht werden muss.

Kommunikation mit dem Unternehmen oder dessen Anwalt

Sollten Sie zu dem Schluss kommen, dass Ihre Bewertung rechtmäßig ist, können Sie sich direkt mit dem Unternehmen oder dessen Anwalt in Verbindung setzen. Erklären Sie sachlich und höflich, warum Sie glauben, dass Ihre Bewertung gerechtfertigt ist und auf welchen Erfahrungen sie basiert. Bleiben Sie dabei immer bei den Fakten und vermeiden Sie emotionale oder beleidigende Äußerungen.

Richtig auf Löschanträge für Google-Bewertungen reagieren: Rechtliche Unterstützung suchen

Falls Sie sich unsicher sind oder das Unternehmen bzw. dessen Anwalt weiterhin auf die Löschung Ihrer Bewertung besteht, kann es sinnvoll sein, rechtliche Unterstützung zu suchen. Ein Fachanwalt für IT-Recht kann Ihnen dabei helfen, Ihre Situation einzuschätzen und die nächsten Schritte zu planen. Zudem kann er Ihnen bei der Kommunikation mit dem Unternehmen oder dessen Anwalt zur Seite stehen und dafür sorgen, dass Ihre Rechte gewahrt bleiben.

Löschung der Bewertung in Betracht ziehen

In manchen Fällen kann es trotz einer rechtmäßigen Bewertung ratsam sein, die Bewertung freiwillig zu löschen oder abzuändern. Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn Sie keine rechtliche Auseinandersetzung wünschen oder wenn Sie zu einer Einigung mit dem Unternehmen gelangen. Bedenken Sie jedoch, dass Sie dazu nicht verpflichtet sind, solange Ihre Bewertung rechtmäßig ist.

Was passiert, wenn ich meine Bewertung nicht lösche?

Wenn Sie sich dazu entscheiden, Ihre Bewertung nicht zu löschen und das Unternehmen weiterhin darauf besteht, kann es zu rechtlichen Schritten kommen. Dies kann beispielsweise eine Unterlassungsklage oder Schadensersatzforderungen zur Folge haben. In solchen Fällen ist es wichtig, sich anwaltlichen Beistand zu sichern und Ihre Rechte zu verteidigen.

Richtig auf Löschanträge für Google-Bewertungen reagieren: Schwierigkeiten beim Nachweis einer Kundenbeziehung

Die Herausforderung, Belege für ältere Bewertungen zu finden

In manchen Fällen kann es schwierig sein, Belege für eine Kundenbeziehung zu finden, insbesondere wenn die betreffende Bewertung schon einige Jahre zurückliegt. Wenn Sie als Kunde mit Karte bezahlt haben oder es sich um eine geschäftliche Einladung handelte, könnten Sie eventuell noch über Belege verfügen, die Ihre Kundenbeziehung belegen. Allerdings ist dies nicht immer der Fall, und es kann gerade bei älteren Bewertungen nahezu unmöglich sein, entsprechende Nachweise zu erbringen.

Relevanz von Nachweisen für die Rechtmäßigkeit von Bewertungen

Es ist wichtig zu wissen, dass das Fehlen von Belegen für eine Kundenbeziehung in bestimmten Situationen dazu führen kann, dass eine Bewertung als unzulässig eingestuft wird. Das Oberlandesgericht (OLG) Köln hat in einem Urteil vom 23. Dezember 2022 (Aktenzeichen 6 U 83/22) entschieden, dass eine Ein-Stern-Bewertung auf Google unzulässig und von Google zu entfernen ist, wenn keine über den bloßen Kontakt hinausgehende Kunden- oder Geschäftsbeziehung nachgewiesen werden kann.

In dem konkreten Fall, auf den sich das Urteil bezieht, handelte es sich tatsächlich um eine Bewertung, die von einem Mitbewerber abgegeben wurde. Das bedeutet, dass die Rechtmäßigkeit einer Bewertung auch davon abhängen kann, ob Sie nachweisen können, dass Sie tatsächlich Kunde oder Geschäftspartner des bewerteten Unternehmens waren.

Die Bedeutung von begründenden Kommentaren

Es ist keine gute Idee, bei einer Bewertung komplett auf einen beschreibenden und begründenden Kommentar zu verzichten. Durch das Hinzufügen eines solchen Kommentars können Sie nicht nur Ihre persönliche Erfahrung besser vermitteln, sondern auch dabei helfen, die Rechtmäßigkeit Ihrer Bewertung zu untermauern.

Richtig auf Löschanträge für Google-Bewertungen reagieren – Risken und Unsicherheiten

Wenn Sie auf Löschanträge für Google-Bewertungen reagieren, sollten Sie sich stets über Ihre Rechte und die entsprechenden rechtlichen Rahmenbedingungen informieren. Beachten Sie dabei insbesondere die Schwierigkeiten, die sich aus dem Nachweis einer Kundenbeziehung ergeben können, und versuchen Sie, Ihre Bewertungen durch begründende Kommentare zu stützen.

Sollten Sie in einer solchen Situation unsicher sein oder rechtliche Unterstützung benötigen, kann ein Fachanwalt für IT-Recht Ihnen dabei helfen, Ihre Position einzuschätzen und die nächsten Schritte zu planen. So können Sie souverän und angemessen auf Löschanträge reagieren und dafür sorgen, dass Ihre Meinungsfreiheit gewahrt bleibt.

Souveräne Reaktion auf Löschanträge: Tipps und Strategien

Die Komplexität von Löschanträgen bei verschiedenen Plattformen

Löschanträge für Bewertungen können insbesondere bei Plattformen wie Google, Google Maps, Facebook oder Yelp komplex sein. Wie Sie als Bewerter:in vorgehen sollten, hängt von Ihrem individuellen Fall ab.

Nachweise zur Aufrechterhaltung Ihrer Bewertung nutzen

Wenn Sie noch Beweise für Ihre Kundenbeziehung haben, beispielsweise einen Kartenbeleg, können Sie diesen Google übermitteln und somit für die Aufrechterhaltung Ihrer Bewertung plädieren. Auch das Nennen von Zeugen oder das Einsenden von Fotos als Beleg kann hilfreich sein, um Ihre Bewertung zu stützen.

Reaktion auf Googles Nachricht und mögliche Folgen

Falls Sie nicht auf die Nachricht von Google reagieren, ist es wahrscheinlich, dass Ihre Bewertung gelöscht wird. Google hat in der Regel kein Interesse daran, Bewertungen aufrechtzuerhalten, die möglicherweise gefälscht sind. Es ist allerdings nicht nachgewiesen, dass Google bei Unternehmen unterschiedliche Maßstäbe anlegt, wenn diese im Rahmen des Eintrags weitere Dienstleistungen buchen.

Vorsicht bei neuen oder rufschädigenden Bewertungen

Als Bewerter:in sollten Sie vorsichtig sein, wenn Sie nach einer längeren Zeit eine neue Bewertung verfassen, ohne deutlich zu machen, dass Ihr Besuch entsprechend lange zurückliegt. Vermeiden Sie zudem Behauptungen, die rufschädigend sein können.

Es ist jedoch denkbar, eine neue Bewertung zu verfassen, die auch darüber informiert, dass Sie seitens des Unternehmens mit einem Löschantrag konfrontiert wurden. Dies kann für andere Interessierte aufschlussreich sein und unter Umständen den sogenannten Streisand-Effekt auslösen. Für Unternehmen, die Reputation-Management-Dienstleistungen beauftragen, könnte dies wiederum neue Arbeit bedeuten. Ob dies im Interesse der Auftraggeber:innen liegt, ist fraglich.

Empfehlungen: Richtig auf Löschanträge für Google-Bewertungen reagieren

Wenn Sie auf Löschanträge für Ihre Bewertungen reagieren, sollten Sie sich über Ihre Rechte informieren und je nach Situation unterschiedliche Strategien verfolgen. Nutzen Sie vorhandene Nachweise, um Ihre Bewertung zu stützen, und reagieren Sie auf Nachrichten von Google, um eine Löschung zu verhindern. Seien Sie vorsichtig bei der Abgabe neuer oder potenziell rufschädigender Bewertungen und ziehen Sie gegebenenfalls rechtliche Unterstützung hinzu, um Ihre Meinungsfreiheit zu wahren.

Fazit und abschließende Tipps: Richtig auf Löschanträge für Google-Bewertungen reagieren

Die Reaktion auf Löschanträge für Google-Bewertungen kann eine herausfordernde Situation sein. Dennoch sollten Sie sich nicht einschüchtern lassen und Ihre Rechte kennen. Hier sind noch einige abschließende Tipps, die Ihnen dabei helfen können, richtig auf Löschanträge zu reagieren:

  1. Informieren Sie sich über Ihre Rechte und die rechtlichen Rahmenbedingungen, bevor Sie handeln.
  2. Bleiben Sie bei der Kommunikation mit dem Unternehmen oder dessen Anwalt stets sachlich und höflich.
  3. Lassen Sie sich nicht von Drohungen einschüchtern, sondern suchen Sie bei Bedarf rechtliche Unterstützung.
  4. Prüfen Sie immer, ob Ihre Bewertung rechtmäßig ist, bevor Sie auf einen Löschantrag reagieren.

Indem Sie diese Tipps befolgen und sich über Ihre Rechte im Klaren sind, können Sie souverän und angemessen auf Löschanträge für Google-Bewertungen reagieren und dafür sorgen, dass Ihre Meinungsfreiheit gewahrt bleibt.

Fachanwalt IT-Recht Thomas Feil – 25 Jahre Erfahrung

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