Bewertung bei DocInsider löschen lassen

Ist man auf der Suche nach einem neuen Arzt, schaut man heute nicht mehr einfach in das Telefonbuch, sondern guckt im Internet. Hier findet man nicht nur die Kontaktdaten schneller, sondern auch die Entfernung zu seinem Wohnort. Viele Ärzte haben bereits eigene Webseiten, auf denen sie sich selbst und ihr Team – oftmals sogar mit Fotos – vorstellen. So kann der Patient bereits vor seinem ersten Besuch entscheiden, ob ihm der Arzt, das Team, die Praxis auf den ersten Blick sympathisch sind/ansprechen. Damit der Patient sich ein noch besseres Bild von dem Arzt und seinem Praxisteam machen kann, bieten einige Plattformen im Internet an, dass Patienten den jeweiligen Arzt bewerten können. Diese Plattformen erfreuen sich starker Beliebtheit. Allerdings bieten sie auch Raum für unwahre Behauptungen oder sogar Beleidigungen/Diffamierungen, da die Bewertungen anonym abgegeben werden können.

Eine dieser Plattformen ist DocInsider.de.

Mögen Bewertungen anderer Patienten auch ein Segen sein, können sie genauso gut ein Fluch für die Ärzte sein. Werden extra schlechte Bewertungen abgegeben, die nicht der Wahrheit entsprechen, können diese erhebliche Folgen für den Arzt haben. Diese Bewertungen schaden nicht nur dem Image, sondern wirken sich auch wirtschaftlich aus und können sogar existenzbedrohend werden. Dessen sind sich viele Patienten bei ihrer Bewertung gar nicht bewusst. Andere hingegen kalkulieren genau dies geradezu mit ein, weil sie dem Gesundheitsdienstleiter eins – für in ihren Augen schlechte Behandlung – „auswischen“ wollen.

Hat der Arzt eine solche Bewertung erhalten, ist er natürlich daran interessiert, dass diese Bewertung wieder entfernt wird. Wie dies funktioniert und wie wir Ihnen dabei helfen können, zeigt dieser Beitrag.

DocInsider stellt sich vor

Bei DocInsider handelt es sich um eine Plattform, die sowohl den Ärzten und Kliniken die Möglichkeit bietet, sich vorzustellen, als auch den Patienten von ihrem Arztbesuch zu berichten.

Zurzeit können 400.000 Gesundheitsanbieter in Deutschland bei DocInsider gefunden und bewertet werden. Dazu gibt DocInsider den Gesundheitsanbietern mit insgesamt 142 unterschiedlichen, objektiven Merkmalen die Möglichkeit, sich und ihre Behandlungen bestmöglich vorzustellen.

Dabei wirbt aber DocInsider dennoch damit, dass die Bewertungsmöglichkeit für Patienten das Herzstück ihrer Plattform ist. Hierfür hat DocInsider einen eigens nach wissenschaftlicher Methodik entworfenen Fragebogen entwickelt.

DocInsider bietet den Patienten sogar die Möglichkeit, Ihre Empfehlung oder Nicht-Empfehlung direkt auch bei Facebook, Google+ und Xing zu veröffentlichen. Hiermit verbreitet sich die Bewertung innerhalb kürzester Zeit in einem riesigen Bereich. Dies kann gut sein, wenn es sich um eine positive Bewertung handelt. Allerdings verbreiten sich auch schlechte und vor allem unwahre schlechte Behauptungen in diesem Ausmaß.

DocInsider bietet den Patienten zwei Möglichkeiten der Bewertung an. Dem Patienten wird zum einen die „Schnellbewertung“ und zum anderen die „ausführlichen Bewertung“ angeboten.

Bei der Schnellbewertung gibt der Patient an, wie viele Sterne er von 5 möglichen Sternen dem entsprechenden Gesundheitsanbieter vergeben möchte.

Bei der ausführlichen Bewertung kann der Patient einen eigenen Text schreiben und einzelne Teilbereiche wie Beratung und fachliche Kompetenz bewerten.

Auch die Gesundheitsanbieter erhalten die Möglichkeit, Bewertungen zu kommentieren, wenn sie mit der Bewertung nicht einverstanden sind. Zudem kann der Arzt oder die Klinik eine Bewertung auch melden. DocInsider verspricht in diesen Situationen die Bewertung und die Argumente des Gesundheitsanbieters genau zu überprüfen und darauf zu achten, dass sich sowohl der Patient als auch der Gesundheitsanbieter an die Nutzungsbedingungen von DocInsider gehalten hat.

In ihren AGB listet DocInsider unter §5 genau die Pflichten für die Mitglieder auf. Diese gelten sowohl für die Patienten, als auch für die Gesundheitsanbieter.

Unter anderem findet man dort folgende Verpflichtungen:

·     Die angebotenen Dienste sollen nicht dazu genutzt werden, um andere Personen zu belästigen, zu bedrohen oder sonst in ihrer Würde, Ehre oder sexuellen Selbstbestimmung zu verletzen.

·     Des Weiteren sollen auch keine Schmähkritiken, keine Verleumdungen, keine Beleidigungen, keine Lügen und keine Falschinformationen verbreitet werden.

Verstößt ein Mitglied gegen eine der Verpflichtungen, löscht DocInsider die Bewertung, verwarnt das Mitglied, schränkt die Nutzung des Systems ein, sperrt das Mitglied vorläufig und/oder sperrt das Mitglied endgültig.

Um eine falsche Bewertung oder einen Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen melden zu können, hat DocInsider ein Missbrauchmeldeverfahren eingerichtet.

Sind Bewertungen überhaupt erlaubt?

Bewertungen an sich sind grundsätzlich erlaubt, da sie von der Meinungsfreiheit geschützt werden. Auch negative Bewertungen sind vom Schutz umfasst, wenn sie der Wahrheit entsprechen.

Nicht erlaubt sind hingegen Bewertungen, die falsche Tatsachenbehauptungen enthalten oder sogar strafbar sind. Auch Schmähkritiken sind verboten. Geht es also dem Bewertenden nur darum, den Gesundheitsanbieter in ein schlechtes Licht zu rücken und keine vernünftige Auseinandersetzung mit dem Sachverhalt erfolgt.

Bei jedem Eintrag muss daher eine genaue Unterscheidung vorgenommen werden, ob es sich um eine Meinungsäußerung oder eine Tatsachenbehauptung handelt.

Unter Meinungsäußerungen fallen ebenfalls Werturteile und auch Benotungen durch Sterne oder Schuldnoten. Ebenfalls umfasst sind wahre Tatsachenbehauptungen. Rechtlich nicht von der Meinungsfreiheit geschützt sind hingegen unwahre Tatsachenbehauptungen.

Bei der Beurteilung, ob eine Bewertung rechtlich zulässig ist oder nicht, muss auch eine Abwägung zwischen den geschützten Rechtspositionen des Bewertenden und des Gesundheitsanbieters vorgenommen werden.

Einige Beispiele negativer Bewertungen auf DocInsider

Ein Zahnarzt erhielt auf DocInsider eine recht kurze Bewertung, die lediglich die Worte „never ever“ enthielt. Zudem vergab der Bewertende für sämtliche Bewertungskriterien lediglich eine 1, wobei dies die schlechteste Note ist.

Eine Hautärztin erhielt eine Bewertung, dass sie sehr unfreundlich, unprofessionell und herablassend gewesen sei. Hier antwortete die Hautärztin und erklärte, dass der Bewertende mit seiner Freundin, welche einen Termin hatte, in die Praxis gekommen sei und ebenfalls behandelt werden wollte. Da er als Privatversicherter allerdings zur Kassensprechstunde gekommen sei, konnte die Ärztin ihm keinen sofortigen halbstündigen Privattermin anbieten. Hier ist gut zu erkennen, dass manche Patienten ihren Frust auf Bewertungsplattformen auslassen, obwohl der Arzt richtig gehandelt hat und es eigentlich keinen sachlichen Grund für die schlechte Bewertung gibt.

Ein Augenarzt erhielt eine schlechte Bewertung, da dem Bewertenden 2 Stunden Wartezeit trotz Termin zu lang waren. Ist dies noch nachvollziehbar, ist die Grundlage für die Notenbewertung nicht erkennbar. Hier vergab der Bewertende zum Beispiel für die Beratung lediglich eine 2, wobei eine 5 die beste Benotung ist. Was hat allerdings eine lange Wartezeit mit der Beratung an sich zu tun?

Bei einem Hausarzt monierte ein Patient ebenfalls die lange Wartezeit und das viel zu kleine Wartezimmer. Für die Qualität der Behandlung vergab er nur eine 2. Auch hier stellt sich die Frage, worauf der Patient diese Benotung stützt. Ein Zusammenhand zwischen langer Wartezeit beziehungsweise einem kleinen Wartezimmer und der Qualität der Behandlung kann wohl kaum hergestellt werden.

Bei einigen Gesundheitsdienstleistern finden sich auch Bewertungen wie „geldgierig“, „das Geld sei wichtiger als der Patient“, „der Arzt hat mich unbehandelt wieder weggeschickt, obwohl ich gesundheitliche Probleme hatte“, „der Arzt hat mich falsch behandelt, weil er inkompetent ist“, etc. Bei solchen Bewertungen muss rechtlich genau geprüft werden, ob es sich hierbei nicht bereits um die Erfüllung strafrechtlicher Tatbestände handelt.

Bereits diese Beispiele zeigen, wie unterschiedlich Bewertungen sein können. Manche erscheinen auf den ersten Blick begründet, bis man auch die Ansicht des Arztes beachtet. Andere Bewertungen sind nicht nachvollziehbar, da Text und Benotung in keinem Verhältnis zueinander stehen.

Sollten Sie eine Bewertung für nicht gerechtfertigt halten, sollte diese auf jeden Fall dahingehend überprüft werden, ob sie sachlich begründet ist ob Sie gegen diese Bewertung vorgehen können.

Bewertungen auf DocInsider löschen lassen

Wie bereits erwähnt, sind schlechte und negative Bewertungen im Internet nur zulässig, wenn sie nicht die Rechte des Gesundheitsdienstleisters verletzen.

Nicht erlaubt sind daher:

·     Tatsachenbehauptungen, die nachweislich unwahr sind

·     Strafbare Bewertungen (Beleidigung, üble Nachrede, Verleumdung, etc.)

·     Angriffe auf die Menschenwürde

·     Unsachliche Schmähkritik

Entspricht eine Bewertung einer unwahren Tatsachenbehauptung, einer strafbaren Bewertung, ein Angriff auf die Menschenwürde oder einer unsachliche Schmähkritik, muss grundsätzlich keine Abwägung zwischen den geschützten Rechtspositionen vorgenommen werden. Solche Bewertungen sind immer rechtlich unzulässig und sind daher zu löschen.

Gegen wen können Sie sich allerdings wenden, wenn Sie eine negative Bewertung löschen lassen wollen?

Grundsätzlich haben Sie einen Anspruch gegen den Bewertenden selbst, dass dieser die nicht zulässige Bewertung wieder löscht. Da die Bewertungsplattformen und auch DocInsider davon leben, dass die Patienten anonym bewerten können, kann es für den Arzt schwierig werden, den Bewertenden selbst zu finden. Ein Auskunftsanspruch gegen die Bewertungsplattform hat der Gesundheitsdienstleister aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht. Teilweise kann es dem Arzt möglich sein, den Patienten herauszufinden aufgrund von Datum und detaillierter Behandlungsbeschreibung. In diesem Fall kann sich der Gesundheitsdienstleister oder der Anwalt direkt an den Patienten mit der Löschungsaufforderung wenden.

In den meisten Fällen wird der Arzt allerdings keinen bestimmten Patienten der Bewertung zuordnen können, vor allem dann nicht, wenn die Bewertung an sich nicht viel Sachverhalt wiedergibt. Allerdings muss der Arzt auch in diesen Fällen dann nicht mit der unwahren Bewertung leben.

In diesen Fällen kann sich der Arzt direkt an die Plattform wenden, da auch diese dazu verpflichtet ist, die Bewertung zu löschen, wenn sie nicht zulässig ist. Zunächst wird der Betreiber der Plattform sich auch an den Bewertenden wenden, da sich dieser- jedenfalls bei DocInsider – anmelden musste, bevor er eine Bewertung abgeben kann. Sollte der Patient der Löschungsaufforderung oder Richtigstellung nicht nachkommen, muss spätestens DocInsider die Bewertung löschen.

In einigen Fällen können auch Meinungsäußerungen, die eigentlich zulässig sind, gelöscht werden, wenn diese im Zusammenhang mit unwahren Tatsachenbehauptungen verbunden sind und sich auf diese stützen. Gleiche gilt für die Punkte- und Sternebewertung. Die Punkte- und Sternebewertung an sich sind meistens zulässig, da sie eine Meinungsäußerung darstellen. Im Zusammenhang mit einer schriftlichen Bewertung, können allerdings auch diese angreifbar werden.

Problematisch wird es, wenn der Gesundheitsdienstleister selbst gegen eine Bewertung vorgeht. Oftmals berichten Gesundheitsdienstleiter, dass die Bewertungsplattformen die Bewertungen nicht oder nur teilweise gelöscht haben, nachdem sie sich selbst beschwert haben. Wenn auf die Beschwerde hin, leidglich ein Teil der Bewertung gelöscht wird, der andere Teil aber stehen bleibt, wird es auch für einen Anwalt schwer, die restliche Bewertung anzugreifen. Es ist daher immer ratsam, einen Screenshot von der gesamten Bewertung am Anfang zu erstellen.

Wie wir Ihnen bezüglich DocInsider helfen können

Haben Sie eine negative Bewertung auf DocInsider erhalten, die nicht der Wahrheit entspricht oder durch die Sie sich persönlich angegriffen fühlen, sprechen Sie uns gerne an.

Wir überprüfen zunächst die Bewertung dahingehend, ob Sie überhaupt einen Anspruch auf Löschung haben. Denn in einigen Fällen wird ein Dienstleistungsanbieter das Bedürfnis haben, eine Bewertung löschen zu lassen, obwohl rechtlich dafür keine Grundlage besteht. Wenn wir nach der rechtlichen Überprüfung einen Löschungsanspruch bejahen können, wenden wir uns an DocInsider mit der Löschungsaufforderung.

Aus Erfahrungen wissen wir, dass eine Löschungsaufforderung durch einen Anwalt meist effektiver ist, als die Löschungsaufforderung durch den Gesundheitsdienstleister an sich. Da Sie in der Regel eine schnelle Löschung und/oder die Löschung der gesamten Bewertung und nicht nur einzelner Teile begehren, ist es sinnvoll einen Anwalt gleich von Anfang an hinzuzuziehen.

Haben Sie auf DocInsider oder einer anderen Plattform eine negative Bewertung über Sie entdeckt, fertigen Sie von dieser bitte einen Screenshot an und wenden sich gerne vertrauensvoll an uns. Wir bleiben so lange an dem Fall dran, bis wir mit dem Ergebnis zufrieden sind, beziehungsweise Ihr Recht bestmöglich durchgesetzt wurde. Wir haben bereits auch auf anderen Bewertungsplattformen komplette Löschungen für unsere Mandanten erreicht.

 
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Rechtsanwalt Thomas Feil in den Medien

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