Broker Betrug im Internet

Lesezeit: ca. 6 Minuten

Immer häufiger erhalten Rechtsanwälte Kenntnis von Betrugsmaschen beim Online-Trading. Die Kriminellen richten sogar besondere Plattformen ein, um ihre „Kunden“ auszunehmen. Der Broker Betrug gelingt ihnen zunächst durch ein gezieltes Marketing sowie wohlklingende Gewinnversprechen.

Ihre Trading-Plattform stellen die Anbieter besonders ansprechend dar, und der ahnungslose Anleger erwartet eine seriöse Investition. Immerhin trifft er auf ein umfangreiches Angebot von Handelsmöglichkeiten wie Indizes, Aktien, Devisen oder Kryptowährungen. Stattdessen handelt es sich bei dem Angebot jedoch um nichts anderes als einen Trading Betrug. Leider gewähren die Geschädigten den Betrügern häufig Zugriff auf das persönliche Onlinebanking oder andere Accounts, nicht selten sogar auf den Laptop und den Desktop-PC.

Das Vorgehen bei Broker Betrug im Einzelnen

Im nächsten Schritt nimmt ein „persönlicher Berater“ Kontakt zum Interessenten auf. Sein Angebot: Hohe Renditen und ein nur geringes Risiko. Der Mitarbeiter gewinnt nach und nach das Vertrauen des ahnungslosen Anlegers. Durch seine jederzeitige Erreichbarkeit erscheint er zuverlässig, einfallsreiche Vorschläge zur Kapitalbildung vermitteln Kompetenz in Finanzangelegenheiten.

Bei der ersten Einzahlung gibt sich der vermeintliche Broker mit vielleicht 250 EUR zufrieden. Nach Eingang der Überweisung erhält der Klient Zugang zu seinem Account auf der angeblichen Handels-Plattform. Auf der optisch hervorragend angelegten Webseite kann der Kunde die Handelsaktivitäten live einsehen. Bald werden aus der anfänglichen geringen Einlage schon einige Tausend Euro.

Broker Betrug mit falschen Kursen

Was sich aber auf der Plattform vor den Augen des erstaunten Anlegers abspielt, ist keine seriöse Abbildung von realen Marktentwicklungen. Tatsächlich agiert im Hintergrund eine Software, die eine graphische Oberfläche mit imaginären Kursbewegungen erzeugt. Beim Kunden entsteht nach kleinen Anfangserfolgen bald ein Interesse an weiteren Gewinnen. Nun wird der „persönliche Anlageberater“ erneut aktiv und überredet den Anleger zu höheren Zahlungen.

Gutgläubige Kunden lassen sich zu Überweisungen von fünf- oder sechsstelligen Summen hinreißen, und als Folge der hohen Einzahlungen erscheinen nun in der Trading-Software märchenhafte Renditen. Vom Erfolg seiner Ablagestrategie überzeugt, überweist der Geschädigte bald weitere hohe Beträge. Aber irgendwann fordert er eine Auszahlung, die der Broker aber leider in seinem Konzept nicht vorgesehen hat.

Das böse Erwachen nach Trading Betrug

Das ist der Moment, in dem die Fassade des Broker Betrugs erste Risse bekommt. Denn die „Bank“ kommt dem Wunsch des Kunden nicht nach, zahlt weder die vermeintlichen Gewinne aus, noch erstattet sie die geleisteten Einlagen. Einige der Betrüger überweisen zwar maximal dreistellige Beträge, um ihre Seriosität zu beweisen. Anfragen nach höheren Auszahlungen bleiben jedoch unbeantwortet. Die Trading-Plattform ist dann bald nicht länger erreichbar oder präsentiert offensichtlich falsche Kurse. Der Kontakt zum Berater wird unfreundlich, und dieser schreckt nun auch vor Drohungen oder Erpressungen nicht zurück. All dies soll den Geschädigten davon abbringen, weiter Auszahlungen zu verlangen.

Sind vor etwaigen Gewinnen noch Steuern zu zahlen, verschiebt das Unternehmen die Tilgungen. Leider überweisen dann viele Betroffene erneut Geld und hoffen, dass die vermeintlichen Steuerschulden damit beglichen werden und die Auszahlung endlich erfolgt. Der Broker Betrug wird nun für die meisten Betroffenen offensichtlich.

Trading Betrug, Teil 2

Der Geschädigte ist nun endgültig auch seiner Illusionen beraubt. Aber der falsche Broker gibt sich nicht zufrieden. Der „persönliche Berater“ rückt in die zweite Reihe, und ein „Chief Financial Officer“ übernimmt die „Beratung“. Der räumt Fehler seines Mitarbeiters ein, fordert aber weitere Zahlungen, und verspricht überzeugend die geforderten Überweisungen. Aber auch die bleiben schließlich aus, und dem Geschädigten wird endgültig klar, dass er auf einen Betrug hereingefallen ist.

Was sollte der Geschädigte nun beachten?

Um weitere Unannehmlichkeiten zu vermeiden, sollte der Betroffene in der nächsten Zeit einige Verhaltensmaßregeln beachten. Dazu gehören die folgenden:

  • Die Internet-Plattform des Betrügers nicht mehr aufrufen!
  • Brechen Sie auch den Kontakt zu allen Personen ab, die mit dem Broker Betrug in Verbindung stehen. Besonders zu zum „persönlichen Berater“ und dem angeblichen Chief Officer.
  • Überprüfen Sie ihre Geräte auf Schadsoftware und sichern sie Handy, PC und Laptop gegen jeden fremden Zugriff.
  • Nehmen Sie Kontakt auf zu einem Fachanwalt, der sich für Ihre Rechte einsetzt.

Vorbeugen ist immer besser

Die verschiedenen Finanzbetrügereien haben alle ein gemeinsames Merkmal: Hohe Rendite-Versprechen bei geringem Einsatz. Die Polizei Nordrhein Westfalen und die Verbraucherzentrale raten deshalb, auch beim Internet-Trading realistisch zu bleiben.

Misstrauisch sollten sie werden, wenn die Anbieter extreme Gewinne bei geringen Investitionen versprechen.

Sparkassen und Banken gehen nicht von sich aus auf den Kunden zu, um ihn vom Online-Trading zu überzeugen.

Der vorsichtige Kunde nutzt alle öffentlich verfügbaren Informationen über den Broker und seine Plattform, bevor er sich dort anmeldet oder Geld überweist.

Wer Sie unter Druck setzt, ist unseriös.

Sensible Daten teilt man nie mit Dritten. Das gilt für alle Bankdaten, ebenso für den privaten Laptop und andere Geräte.

Betrug mit Trading-Robotern

Das beschriebene Vorgehen der Betrüger ist immer wieder anzutreffen. Auch die Verbraucherzentrale warnt vor dem oben vorgestellten Finanzbetrug. Es gibt aber noch weitere Methoden, mit denen die vermeintlichen Broker an die Ersparnisse der Anleger gelangen wollen. Internationale Betrügernetzwerke sind inzwischen aktiv, um über gefälschte Finanzportale ahnungslose Kunden um ihre Ersparnisse zu bringen.

Immer beliebter unter Anlegern werden die sogenannten Trading Roboter. Grundsätzlich führen diese Programme bewährte Handelsstrategien automatisch aus, und sie sind nicht immer unseriös. Der Anleger hat aber nie einen Einblick in die jeweilige Handelsstrategie und kann Gewinn oder Verlust nur staunend zur Kenntnis nehmen. Genau diese Erkenntnislücke nutzen Betrüger aus. Sie konstruieren eine Software, die am Ende nur Profite für den Broker erbringt. Der Anleger bleibt auf seinen Verlusten sitzen, ohne die genaue Ursache zu erkennen.

Finanzberater und ihre zwielichtigen Fonds

Eine weitere Form des Internetbetrugs sind falsche Versprechungen im Investmentbereich. Professionell wirkende Finanzberater versuchen, ihr Publikum mit erfundenen Renditen von Fonds zu überzeugen. Der Kunde soll ihnen nur eine gewisse Summe überweisen, alles andere ergibt sich von selbst.

Wenn der Geschädigte seine Einlage dann anmahnt, kommt es aber sogar vor, dass der Betrüger jeden Kontakt leugnet. Er gibt an, den Kunden gar nicht zu kennen oder jemals Geld von Ihm bekommen zu haben. Andere falsche Berater eröffnen tatsächlich ein Kundenkonto, jedoch bei einem zwielichtigen, weil unregulierten Bankhaus.

Nach den ersten Handelsaktivitäten wundert sich der Geschädigte über einen gelöschten Kontostand. Der „Berater“ erklärt diesen Umstand mit dem Verhalten der Märkte. Tatsächlich befinden sich die Ersparnisse des Anlegers nun auf seinem Konto. Für den Betrogenen besteht kaum ein Möglichkeit, sein Geld zurückzubekommen. Denn ein unregulierter Broker steht praktisch außerhalb des Rechtsrahmens.

Gerichtsverfahren in Deutschland und Österreich

Aber die Behörden bleiben nicht untätig. In Saarbrücken kam eine Internetbetrug enormen Ausmaßes zur Anklage. Mehr als 40 Mill. Euro hatten Anleger auf einem fingierten Finanzportal verloren. In fünf europäischen Ländern beschlagnahmten die Staatsanwaltschaften 5,1 Terabyte an Daten, 866 Aktenordner bilden die Grundlage für den anstehenden Prozess. In Österreich sind 350 meist deutsche Investoren in einer ähnlichen Angelegenheit betroffen. Zwölf Angeklagte sollen mit illegalen Finanzprodukten im Internet etwa 460 000 Euro erbeutet haben.

Kontaktaufnahme bei Broker Betrug

Sind auch Sie auf einen betrügerischen Online-Broker hereingefallen? Bei Auseinandersetzungen auch vor Gericht helfen wir gerne weiter. Unsere Fachanwälte sind auf Finanzangelegenheiten spezialisiert und kennen die Tricks der Trading Betrüger. Nehmen Sie gerne Kontakt zu mir auf per E-Mail über feil@recht-freundlich.de oder über unser Internet-Formular.

Schildern Sie mir auf diesem Wege Ihren Fall mit Angabe der unseriösen Trading-Plattform. Beschreiben Sie zusätzlich, wie der Betrugsverdacht bei Ihnen entstehen konnte.

Anschließend erhalten Sie von mit eine kostenfreie Ersteinschätzung. Besteht eine realistische Chance, das Geld zurückzuholen, setzen ich Sie gerne über die erforderlichen Maßnahmen in Kenntnis.


Wir sind in Deutschland, Österreich und der Schweiz tätig
2% unseres Gesamtumsatzes spenden wir an die Welthungerhilfe
 

Rechtsanwalt Thomas Feil in den Medien

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