SCHUFA und Verjährung

Aufgrund des enormen Einflusses der SCHUFA auf längerfristige finanzielle Geschäfte, ist es wichtig nachzuverfolgen welche Daten bei der Auskunftei gespeichert werden. Fraglich ist dabei für den Verbraucher insbesondere, ob auch Angaben zu verjährten Forderungen Eingang in die SCHUFA Daten finden darf. Ist ein Eintrag erfolgt ist es weiterhin entscheidend zu wissen, wie lange welche Einträge in dem Verzeichnis gespeichert werden dürfen. Eine regelmäßige Kontrolle durch die Selbstauskunft ist daher im Hinblick auf die Dauer der Einträge stets anzuraten.

Verjährte Forderungen und SCHUFA

Die SCHUFA darf viele Auskünfte über jeden Einzelnen speichern, aber gehören bereits verjährte Forderungen auch dazu? Dies ist grundsätzlich nicht der Fall. Zu der Frage erging 2013 eine Rechtsprechung des OLG Frankfurt (AZ. 23 U 68/12), welche deutlich machte, dass wenn sich ein Verbraucher auf die Einrede der Verjährung beruft, ihm dieses ausdrücklich vom Gesetzgeber vorgesehene Instrument, nicht anderweitig zum Nachteil gereichen darf. Daraus wird jedoch auch deutlich, dass ein SCHUFA Eintrag nicht schon allein deswegen unterbleiben muss, weil die Verjährungsfrist für die Forderung eingetreten ist. Der Betroffene muss sich ausdrücklich auf die Verjährung berufen, also die Einrede erhoben haben, damit dieses gesetzlich anerkannte Instrument auch einen SCHUFA Eintrag verhindern kann.

In der Regel wird die Verjährung zwar durch Mahnungen oder sonstige Geltendmachung der Forderung gehemmt und steht somit auch einem SCHUFA Eintrag nicht im Wege. Wird dies jedoch unterlassen und läuft die Verjährungsfrist ungemahnt ab, kann die Einrede der Verjährung geltend gemacht, und somit ein negativer Eintrag verhindert werden. Ist ein Eintrag nach Eintritt der Verjährung bereits erfolgt, hat der Betroffene einen Löschungsanspruch.

Wie lang wird der SCHUFA Eintrag bleiben?

Schufa DatenschutzrechtSCHUFA Einträge müssen nach gewissen Zeiten gelöscht werden, um den Verbraucher nicht unzumutbar zu belasten. Grundsätzlich sollten die Einträge zwar automatisch nach den entsprechenden Fristen gelöscht werden. In der Praxis erfolgen aber Löschungen oft nicht oder nicht fristgemäß, sodass eine selbstständige Kontrolle grundsätzlich nicht unterlassen werden sollte. Die Fristen zur Löschung sind gesetzlich geregelt und finden sich insbesondere in § 35 BDSG.

Für die Einträge gelten unterschiedliche Löschfristen. Meldungen über Anfragen, etwa eine Anfrage zur Kontoeröffnung, müssen 12 Monate nach der Anfrage gelöscht werden. Somit ist die Anfrage zwar längerfristig gespeichert, in Auskünften wird sie jedoch nur 10 Tage nach der Anfrage angegeben.

Einträge zu Krediten bleiben drei Jahre nach vollständiger Rückzahlung bestehen, genauer gesagt bis zum Ende des dritten Jahres, nach dem Jahr in welchem der Kredit vollständig zurückgezahlt wurde.

Vom Verbraucher übernommene Bürgschaften werden unverzüglich nach Begleichung der Hauptschuld gelöscht.

Negativeinträge über nicht vertragsgemäßes Zahlungsverhalten werden nach drei Jahren gelöscht, wenn den Forderungen nachgekommen wurde.

Einträge über Konten müssen sofort bei Auflösung des Kontos gelöscht werden.

Öffentliche Daten wie die Daten aus den Schuldnerverzeichnissen der Amtsgerichte z.B. eidesstaatliche Versicherungen, werden nach drei Jahren automatisch gelöscht. In einem solchen Fall kann jedoch auch eine frühere Löschung beantragt werden. Dazu muss jedoch das jeweilige Amtsgericht der SCHUFA die Löschung offiziell angezeigt haben.

Die längsten Nachwirkungen zieht ein SCHUFA Eintrag nach durchlaufender Privatinsolvenz mit sich. Während bereits das Insolvenzverfahren 6 Jahre dauert, bleibt der entsprechende Eintrag bei der SCHUFA noch bis zum Ende des 3. Jahres nach Abschluss bestehen. Somit ist man erst nach insgesamt 10 Jahren wieder eintragsfrei bei der SCHUFA, wobei das Fehlen von negativen Einträgen nicht mit dem Score gleichzusetzen ist. Dieser kann auch nach Löschung aller negativen Einträge noch erheblich schlechter sein als vor der Privatinsolvenz.

Besonderheiten bezüglich der Löschfristen gibt es schließlich noch bei geringen, bereits beglichenen Forderungen von unter 1000 Euro. Solchen Einträgen kann widersprochen werden, was die sofortige Löschung der Einträge nach sich zieht.

Fazit zur Verjährung bei Schufaeinträgen

Es bleibt festzuhalten, dass eine ständige Selbstkontrolle bei der SCHUFA grundsätzlich wichtig und notwendig ist um seine finanziellen Geschäfte nicht zu gefährden. Es sollte sich stets vor Augen gehalten werden welche rechtliche Vorschriften über die Zulässigkeit von Einträgen und die erlaubte Dauer der unterschiedlichen Meldungen bestehen, und unter diesen Gesichtspunkten eine Selbstauskunft beantragt und kontrolliert werden. Bei bestehenden Fehlern sollte umgehend ein Antrag auf Löschung gestellt, und bei Unklarheiten ein Anwalt konsultiert werden.

 
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14 Kommentare zu “SCHUFA und Verjährung
  • 21. November 2016 um 09:04

    Guten Tag,

    pauschal lässt sich das nicht beantworten. Sollte die Forderung beispielsweise tituliert sein, sieht die Sache mit der Verjährung gänzlich anders aus. Oft tragen die Gläubiger auch jährlich die neuen Salden bei der Schufa ein, sodass der Eintrag letztlich “immer weiter läuft”.

    Mit freundlichen Grüßen
    Rechtsanwalt Thomas Feil

  • 21. November 2016 um 08:53

    Guten Tag,

    vielen Dank für Ihre Meldung zum Thema Schufa und Verjährung. Wieso sich Ihr Scorewert nicht verbessert, können wir nicht beurteilen, ohne Ihre Schufa-Auskunft gesehen zu haben. Wenn Sie möchten, dass wir diese für Sie überprüfen, können Sie uns gern kontaktieren. Man sollte sich alle Einträge, auch die erledigten Einträge genau anschauen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Rechtsanwalt Thomas Feil

  • 18. November 2016 um 09:31
    Christina sagt:

    Guten Tag,
    wenn man eine Forderung nicht beglichen hat und auch keinerlei Ansprüche mehr geltend gemacht werden, verjährt dieses dann auch nach 10 Jahren. Kann ich das dann auch einfach löschen lassen oder wie geht man dort am Besten vor? (Also es müssten jetzt so um die 10 Jahre sein, daher die frage).
    Vielen Dank im Voraus

  • 17. November 2016 um 09:03
    Jasmin K. sagt:

    Warum verjährt mein schlechter Score bei der Schufa nicht? Man teilte mir dort telefonisch mit, dass mit der ZEit sich der Score verbessern würde weil die Eintragungen und Erledigungsvermerke sich verjähren… wieso tut sich noch nichts?

  • 12. November 2016 um 09:01

    Guten Tag,

    vielen Dank für Ihre Frage zur Verjährung bei der Schufa. Ob Sie jemals auf 100% kommen, kann ihnen niemand sagen, wahrscheinlich nicht einmal ein Mitarbeiter der Schufa. Die Speicherfristen sind durch das Bundesdatenschutzgesetz jedoch begrenzt, sodass eine ewige Speicherung nicht in Betracht kommt. Das heißt wiederum nicht, dass Sie auf 100% hochrutschen. Viele bleiben im Bereich 96% stecken, was ja auch nicht schlecht ist. Bei Ihrem Score von lediglich 82% sollten die Einträge bei der Schufa jedoch, unabhängig etwaiger Verjährung, kritisch geprüft werden – etwas scheint nicht in Ordnung zu sein. Gern können Sie uns anrufen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Rechtsanwalt Thomas Feil

  • 10. November 2016 um 08:30
    Mohammed A. sagt:

    Wie lange dauert es denn, bis ich bei der Schufa wieder auf 100% bin? Verjährung hin oder her, irgendwann muss die Speicherfrist doch begrenzt sein… wie lange dauert das Ihrer Erfahrung nach denn? Ich bin derzeit bei nur 82% in der Schufa, was eine Katastrophe ist…

  • 31. Oktober 2016 um 07:55

    Guten Tag,

    vielen Dank für Ihre Anfrage zum Thema “Schufa und Verjährung”. Einträge, die Forderungen unter 2000 Euro betreffen, können durch die Schufa vorzeitig gelöscht werden, wenn binnen 6 Wochen gezahlt wird und die restlichen Voraussetzungen vorliegen (dazu haben wir einen eigenen Blogbeitrag veröffentlicht).

    Mit freundlichen Grüßen
    Rechtsanwalt Thomas Feil

  • 29. Oktober 2016 um 09:20
    Klaus L. sagt:

    Wenn ich auf einen Schufa-Eintrag gezahlt habe, wann verjährt der Eintrag genau? Ist ein Eintrag unter 2000 Euro, spielt das für die Verjährung eine Rolle? Danke für die Antwort…

  • 25. Oktober 2016 um 09:56

    Guten Tag,

    vielen Dank für Ihre Frage zum Thema “SCHUFA und Verjährung”. Wir verstehen Ihre Frage leider nicht so richtig, was meinen Sie damit, dass etwa eine verjährte Forderung bei der Schufa eingetragen wurde, doer der Eintrag “verjährt” im Sinne von abgelaufen bezüglich der datenschutzrechtlichen Speicherfristen ist? Bitte konkretisieren Sie Ihr Anliegen, gern auch telefonisch. Wir helfen Ihnen gern weiter.

    Mit freundlichen Grüßen
    Rechtsanwalt Thomas Feil

  • 24. Oktober 2016 um 08:20
    Franz H. sagt:

    Was ist mit der Verjährung bei einer Forderung, darf die in der Schufa dann eingetragen werden oder nicht? Mfg

  • 21. Oktober 2016 um 08:31

    Guten Tag,

    vielen Dank für Ihre Frage zum Thema “SCHUFA und Verjährung”.

    Das kommt ganz darauf an, um welche Art von Daten es sich handelt. Grundsätzlich werden Einträge über erledigte Sachverhalte drei Jahre, beginnend mit dem Ablauf des Jahres der erstmaligen Speicherung gespeichert. Bei unerledigten Sachverhalten geht es um vier Jahre, allerdings gibt es auch Ausnahmen. Wenn Sie Ihre Frage konkreter stellen möchten, können Sie uns gern anrufen und wir teilen Ihnen unsere Erfahrungen zu Speicherfristen und Verjährung bei der Schufa mit.

    Mit freundlichen Grüßen
    Rechtsanwalt Thomas Feil

  • 20. Oktober 2016 um 08:00
    K. J. sagt:

    wie lange wird bei der schufa gespeichert?

  • 18. Oktober 2016 um 10:14

    Guten Tag,

    vielen Dank für Ihre Frage zum Thema “Schufa und Verjährung”. Über die Frage, ab wann zu zählen ist, streiten wir uns mit der Schufa und anderen Auskunfteien. Die Schufa geht beim Zählen vom Tag der Eintragung der Erledigung aus, das Bundesdatenschutzgesetz spricht hingegen von der “erstmaligen Speicherung”, was dann den ursprünglichen Eintrag meinen könnte. Der Erledigungsvermerk wird also von der Schufa zugrunde gelegt, wenn es um die Frage der Verjährung, besser gesagt der Speicherfrist geht. Für weitere Rückfragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.

    Mit freundlichen Grüßen
    Rechtsanwalt Thomas Feil

  • 18. Oktober 2016 um 08:38
    Karsten Spitz sagt:

    Können Sie mir sagen, wann mein als erledigt vermerkte Eintrag in der Schufa verjährt? Nach drei Jahren ab wann? Ich verstehe die Fristen nicht so ganz, und ab wann wird denn gezählt, ab dem ersten Eintrag oder dem Erledigungsvermerk?

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