Klage gegen Google Bewertung?

Lesezeit: ca. 3 Minuten

Eine schlechte Kritik auf Google kann einem Unternehmen spürbar schaden – kein Wunder, dass das Bewusstsein für die Möglichkeiten des Löschens negativer Einträge zunimmt. Allerdings gelingt das Entfernen einer Bewertung auf Google nicht immer im außergerichtlichen Weg, also im “normalen Schriftwechsel” mit Google, sondern Bedarf oft rechtsanwaltlichen Beistand, sowie mitunter sogar gerichtliche Schritte. Wir zeigen auf, was zu beachten ist, wenn eine Klage gegen eine Google Bewertung angestrebt wird und wer Ihnen hierbei idealerweise helfen kann.

Klage gegen Google oder Klage gegen die bewertende Person?

Wenn Sie gerichtlich gegen eine Google Bewertung vorgehen möchten, stellt sich die Frage, gegen wen die Klage eigentlich zu richten ist. Hierbei kommt einerseits Google als Bewertungsplattform in Betracht, oder aber die bewertende Person selbst. Bei Letzterer stellt sich zunächst das Problem, dass in den allermeisten Fällen eine ladungsfähige Anschrift nicht vorliegt, da Bewertungen sehr oft anonym erstellt werden. Selbst Google liegen die Daten nicht immer vor, und Google würde diese auch nicht ohne Weiteres herausgeben. Sollten die Daten jedoch vorliegen, kann eine Klage gegen den Ersteller der Bewertung angedacht werden – hier bestünde ein Anspruch auf Unterlassung bezüglich unwahrer Tatsachenbehauptungen oder anderer rechtswidriger Inhalte in der Bewertung. Allerdings kann es sein, dass die bewertende Person selbst gar keinen Einfluss mehr auf das Löschen der Bewertung hat, so z.B., wenn der Zugang zum Google-Account unwiderruflich verloren gegangen ist.

Sinnvoller ist es daher, gegen Google selbst die Klage zu richten – immerhin ist es auch Google, auf dessen Plattform die Bewertung zu sehen ist. Auch hier ergibt sich ein Anspruch auf Unterlassung der Veröffentlichung, wenn rechtswidrige Inhalte in der Bewertung zu finden sind.

Gegenstandswert einer Klage wegen negativer Bewertung auf Google?

Wichtig für Sie könnte es sein, zu erfahren, wie hoch der Gegenstandswert einer solchen Klage zu bemessen ist. Anhand des Gegenstandswerts werden die Gerichtskosten, sowie die Anwaltskosten der eigenen, sowie der Gegenseite bestimmt. Insofern ist dies deshalb relevant, da anhand dieser Größenordnung das prozessuale Risiko finanziell abgeschätzt werden kann. Grundsätzlich gibt es keinen “pauschalen Gegenstandswert”, da dies stets vom Einzelfall abhängt. Allerdings kann als grobe Richtung hier 5000 Euro veranschlagt werden – mit diesem Gegenstandswert wurden bereits Klagen bemessen, die das Löschen einer negativen Bewertung auf einschlägigen Bewertungsportalen zum Gegenstand hatten. Es kann aber auch deutlich mehr sein, wenn beispielsweise erhebliche Einbußen aufgrund der Bewertung zu befürchten sind.

Beweislage bei einer Klage – für Sie in vielen Fällen vorteilhaft!

Vor Gericht gelten andere Regeln als im außergerichtlichen Verfahren. Wer außergerichtlich gegen eine Google Bewertung vorgeht, muss sich auf einen zunächst nicht formalen Schriftwechsel mit Google einstellen. Beweise zählen hier im Grunde nicht, da letztlich Google entscheidet, ob eine Bewertung gelöscht wird oder nicht – zumindest außergerichtlich. Vor Gericht sieht das alles gänzlich anders aus.

Haben Sie eine Klage gegen eine Bewertung aufgrund falscher Tatsachenbehauptungen erhoben, muss vor Gericht nämlich Google darlegen, dass die Aussagen, welche in der Bewertung veröffentlicht sind, den Tatsachen entsprechen. Dieser Beweis kann Google in den allermeisten Fällen gar nicht gelingen.

Beispiel: Ihr Unternehmen wurde mit “Hunde haben zum Laden keinen Zutritt – Frechheit!” bewertet, obwohl Sie sehr wohl Hunde zulassen. Google hat keinerlei Kenntnisse über Ihren Laden und kann daher auch nicht substantiiert vortragen, ob die Bewertung den Tatsachen entspricht oder nicht.

In einer Klage haben daher Sie in vielen Fällen die “besseren Karten”. Nicht zuletzt deshalb gelingen viele außergerichtliche Löschungen, da bei einer Klage das Bewertungsportal keine guten Beweise vorbringen könnte.

Wer hilft Ihnen bei einer Klage gegen Google?

Grundsätzlich können Sie jede Anwaltskanzlei mit der Klage gegen eine Internetbewertung beauftragen. Allerdings empfiehlt es sich, hier auf Rechtsanwälte zurückzugreifen, die über Erfahrungen im außergerichtlichen und gerichtlichen Umgang mit reputationsschädigenden Inhalten auf Bewertungsplattformen verfügen. Somit ist sichergestellt, dass Sie einerseits rechtlich, aber auch tatsächlich die besten Möglichkeiten für eine erfolgreiche Klage ausschöpfen.

Unsere Kanzlei hilft Ihnen gern dabei, sich im Internet gegen rechtswidrige Inhalte, auch per Klage, zur Wehr zu setzen. Gern hören wir Ihren Fall und teilen Ihnen unsere kostenfreie Ersteinschätzung mit.

 
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Rechtsanwalt Thomas Feil in den Medien



Ein Kommentar zu “Klage gegen Google Bewertung?
  • 28. Februar 2019 um 08:55 Uhr
    A. K. says:

    ich wurde wegen einer google rezension abgemahnt. droht mir noch eine klage? habe die unterlassungserklärung abgegeben und anwaltskosten zahlen müssen…

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