Cybertrading Fraud

Cybertrading Fraud bezieht sich auf betrügerische Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Online-Handel von Aktien, Devisen, Kryptowährungen und anderen Finanzinstrumenten. Diese Art von Betrug kann verschiedene Formen annehmen, darunter:

  1. Falsche Informationen und Marktmanipulation: Betrüger verbreiten falsche oder irreführende Informationen über ein Unternehmen oder ein Finanzprodukt, um den Preis künstlich zu beeinflussen. Anleger werden dadurch verleitet, zu hohen Preisen zu kaufen oder zu niedrigen Preisen zu verkaufen.
  2. Pump-and-Dump-Schemata: Dabei handelt es sich um eine spezifische Form der Marktmanipulation, bei der Betrüger ein geringwertiges oder wenig gehandeltes Finanzprodukt massiv bewerben, um den Preis in die Höhe zu treiben. Sobald der Preis gestiegen ist, verkaufen die Betrüger ihre Anteile zu einem hohen Preis, bevor der Preis wieder fällt und die getäuschten Anleger Verluste erleiden.
  3. Phishing und Identitätsdiebstahl: Cyberkriminelle verwenden Phishing-Techniken, um persönliche und finanzielle Informationen von Anlegern zu stehlen. Diese Informationen können dann verwendet werden, um unbefugte Transaktionen durchzuführen oder Konten im Namen des Opfers zu eröffnen.
  4. Unlizenzierte oder betrügerische Handelsplattformen: Einige Betrüger erstellen gefälschte Online-Handelsplattformen oder geben sich als legitime Broker aus, um Anleger dazu zu bringen, Geld einzuzahlen, das dann gestohlen wird.
  5. Softwaremanipulation: Betrüger können Handelssoftware so manipulieren, dass sie fehlerhafte Signale oder Empfehlungen gibt, was dazu führt, dass Anleger schlechte Handelsentscheidungen treffen.

Schutzmaßnahmen gegen Cybertrading Fraud umfassen gründliche Recherchen über Handelsplattformen und Broker, die Verwendung sicherer und komplexer Passwörter, das Misstrauen gegenüber unaufgeforderten Investitionsvorschlägen und die Überprüfung aller Transaktionen und Kommunikationen auf mögliche Anzeichen von Betrug.

Wie funktioniert Cybertrading Fraud?

Die Täter von Cybertrading Fraud verwenden eine Reihe von Techniken, um ihre Opfer zu täuschen. Dazu gehören unter anderem die Schaffung gefälschter Handelsplattformen, die Verwendung irreführender Marketingmaterialien, die Manipulation von Handelsdaten und die Verwendung von Social Engineering-Techniken, um das Vertrauen der Opfer zu gewinnen.

Gefälschte Handelsplattformen

Gefälschte Handelsplattformen sind eine häufig verwendete Technik beim Cybertrading Fraud. Die Täter erstellen Websites, die den legitimen Handelsplattformen täuschend ähnlich sehen, und verwenden diese, um ihre Opfer zum Investieren zu verleiten.

Irreführende Marketingmaterialien

Die Täter nutzen oft irreführende Marketingmaterialien, um ihre Opfer zu locken. Sie können zum Beispiel unrealistische Gewinnversprechen machen oder falsche Endorsements von bekannten Persönlichkeiten verwenden.

Manipulation von Handelsdaten

In einigen Fällen können die Täter die Handelsdaten auf ihrer Plattform manipulieren, um den Eindruck zu erwecken, dass die Anleger Gewinne erzielen, während sie in Wirklichkeit Verluste erleiden.

Verwendung von Social Engineering-Techniken

Social Engineering-Techniken sind ein weiteres häufig verwendetes Werkzeug beim Cybertrading Fraud. Die Täter können versuchen, das Vertrauen der Opfer durch persönliche Kommunikation zu gewinnen, oder sie können die Identität legitimer Organisationen oder Personen vortäuschen.

Cybertrading Fraud und der Missbrauch von Krypto-Börsen

Einzahlungsprozess bei Cybertrading Fraud

Bei einem Cypertrading Betrug oder einem „Cybertrading Fraud“ investieren Geschädigte Geld bei einem Online-Broker oder einer Online-Plattform. Die Einzahlungen werden häufig über Kryptobörsen, wie Binance oder Coinbase, vollzogen. Auszahlung von Geldern oder Gewinnen werden nicht vorgenommen. Vielfach soll vor einer Auszahlung eine weitere Einzahlung geleistet werden. Einzahlungen werden beispielsweise für angebliche Kapitalertragssteuern gefordert.

Initiierung des Kontakts und Einzahlung

Nachdem die Geschädigten ihre Kontaktdaten auf diversen Webseiten eingeben, werden diese je nach Situation einem Broker zugewiesen. Ein Mitarbeiter nimmt telefonisch Kontakt mit dem Geschädigten auf. Es erfolgt dann eine Kundenverifikation, häufig mit einem Personalausweis. Im nächsten Schritt zahlen dann die Geschädigten in der Regel einen Betrag von 250,00 Euro oder 500,00 Euro ein.

Die Illusion schneller Gewinne

Vorgegaukelte Wertsteigerung

Auf dem Handelskonto können dann spannende Entwicklungen beobachtet werden. Es wird eine starke Wertsteigerung der Investition suggeriert. Mit dieser Wertsteigerung im Hintergrund fordern die Täter die Geschädigten zu weiteren Einzahlungen auf. Teilweise werden Geschädigte auch zu Einzahlungen genötigt. Eine Auszahlung der eingezahlten Beträge erfolgt in der Regel nie.

Rechtliche Einordnung des Cybertrading Frauds

Strafrechtliche Bewertung

Die Strafbarkeit ist gem. § 263 Abs. 5 Strafgesetzbuch (StGB) begründet. Es liegt ein gewerbsmäßiger Betrug als Bande vor. Die Täter spiegeln die falsche Tatsache vor, dass Geld im Wert angelegt wird. Tatsächlich werden die Beträge nicht investiert oder angelegt, sondern von den Tätern einbehalten. Dabei schädigen sie das Vermögen der Investoren und verschaffen sich damit den Vermögensvorteil. Nach kriminalistischer Erfahrung sind mindestens drei Personen involviert. Die Gewerbsmäßigkeit des Betruges ist häufig allein schon aufgrund der erlangten Gelder gegeben. Hier werden hohe Beträge erschlichen.

Technische und geografische Hürden bei der Ermittlung

Anonymität durch Geschäftssitz und Provider

Viele betrügerische Online-Broker nutzen den Anbieter Cloudflare als Provider. Cloudflare vermittelt lediglich den Datenverkehr, sodass es schwierig ist, die Täter zu ermitteln. Teilweise registrieren die Täter die Domains in Karibikstaaten, beispielsweise auf den Marshallinseln. Die Polizei macht vielfach die Erfahrung, dass Ermittlungen zu den nach außen in Erscheinung tretenden Domains nicht zielführend sind.

Blockchain-Ermittlungen und Geldwäsche

Soweit Zahlungen über Kryptobörsen gehen, sind Ermittlungen in der Blockchain notwendig. Zahlungen werden häufig an Binance oder Coinbase geleistet. Bei beiden Unternehmen handelt es sich um Bitcoin-Börsen. Hier wird mithilfe der Täter ein Konto auf Namen der Geschädigten eingerichtet. Ermittlungen der Polizei haben dann das Ziel, Bestandsdaten bei Binance und Coinbase in Erfahrung zu bringen und die Zahlungsempfänger so zu ermitteln. Die Nutzer sind häufig im Ausland ansässig. Daher muss auch der weitere Weg des Geldes in der zweiten Ebene nachvollzogen werden. Profis nutzen mindestens zwei Ebenen im Geldwäschenetzwerk.

Die Rolle von Scheinfirmen in der Geldwäsche

Um die Geldwäsche zu ermöglichen, eröffnen die Täter Scheinfirmen. Eingezahlte Gelder werden sodann durch die Hintermänner bei echten Kryptobörsen genutzt, um Bitcoins zu kaufen. Die Scheinfirmen sind dann das Ersteinzahlungskonto. Um bei Bitcoin-Börsen weitere Informationen über die Zahlungsempfänger zu erhalten, ist teilweise eine justizielle Rechtshilfe notwendig. Daten können auch über die Financial Intelligence Unit (FIU) eingeholt werden. Diese Schritte sind essenziell, um die Geldflüsse nachzuverfolgen und die beteiligten Akteure hinter den betrügerischen Aktivitäten zu identifizieren.

Zusammenfassung und Abschluss

Cybertrading Fraud stellt eine ernsthafte Bedrohung für Anleger dar und nutzt die Anonymität und Komplexität des Internets sowie des Kryptomarktes, um betrügerische Handlungen zu verschleiern. Die Täter gehen dabei geschickt vor und nutzen technische Mittel sowie juristische Grauzonen, um ihre Identität zu verbergen und die Ermittlungsarbeit zu erschweren. Für Anleger ist es daher von größter Wichtigkeit, sich über die Risiken des Online-Handels bewusst zu sein und sich vor der Investition bei einer Plattform oder einem Broker gründlich zu informieren. Zudem sollten verdächtige Aktivitäten umgehend den zuständigen Behörden gemeldet werden, um die Chancen zu erhöhen, die Täter zu fassen und das eigene Vermögen zu schützen.

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