Überweisung zurückholen bei Betrugsverdacht ⚠️ So geht’s!

Geld zurück holen

Eine fehlerhafte Überweisung oder ein Betrugsverdacht kann schnell für schlaflose Nächte sorgen. Doch keine Panik – es gibt Möglichkeiten, das Geld zurückzuholen. In diesem Blogbeitrag erklären wir Ihnen, wie Sie bei einer Überweisung vorgehen können, die Sie fälschlicherweise getätigt haben oder bei der ein Betrugsverdacht besteht. Unser Ziel ist es, Ihnen eine klare Anleitung zu geben und gleichzeitig auf die besten Praktiken hinzuweisen, damit Sie solche Situationen in Zukunft vermeiden können. Überweisung zurückholen bei Betrugsverdacht? Fachanwalt für IT-Recht hilft bundesweit!

Update 05.06.2024 – Fehlüberweisung an falschen Empfänger: Arrestbefehl kann helfen

Im Kanzleialltag gibt es immer wieder Fälle, in denen Gelder irrtümlich an falsche Empfänger überwiesen werden. Die Gründe dafür sind vielfältig: ein Zahlendreher, eine veraltete IBAN oder eine Verwechslung. Leider steht man dann vor dem Problem, dass die eigene Bank die Überweisung ausführt und sie nicht mehr zurückholen kann. Eine Haftung der Bank ist ausgeschlossen, denn seit 2009 sind Banken nicht mehr verpflichtet, den Namen des Zahlungsempfängers mit der Kundenkennung abzugleichen (sog. Kontonummer-Namens-Abgleich).

Ein Beispiel für einen solchen Fall ist ein fehlüberwiesener Betrag in Höhe von mehreren hunderttausend Euro, der zurückgeholt werden kann. Voraussetzung hierfür kann der Antrag auf Pfändung des Kontoguthabens beim irrtümlichen Empfänger in Vollziehung eines sog. Arrests. Was ist, wenn eine hohe Überweisung auf das Konto einer Privatperson geht?

Eigene Rückholversuche des Unternehmens schlagen fehl

Zunächst sollte das Unternehmen mit Hilfe der Hausbank versuchen, den Betrag selber zurückzuholen. Dazu kann der Zahlungsempfänger zu eine Rückbuchung aufgefordert werden. Die Empfängerbank wird dann ihren Kunden als versehentlichen Zahlungsempfänger kontaktieren und eine Rückzahlung anfragen. Wenn diese dann verweigert wird, erfolgt in der Regel von der Empfängerbank an die Hausbank die Mitteilung des Namens und der Anschrift des Zahlungsempfängers. Dann empfiehlt es sich, den Zahlungsempfänger außergerichtlich zur Erstattung des viel überwiesenen Betrages aufzufordern. Was ist zu tun, wenn der Zahlungsempfänger nicht antwortet oder reagiert?

Antrag auf Arrestbefehl

Es kann dann der Antrag auf Anordnung eines dinglichen Arrest in das Vermögen des Zahlungsempfängers beim zuständigen Landgericht beantragt werden. Außerdem empfiehlt sich die umgehende Vollziehung durch Pfändung des Guthabens des Empfängers auf dessen Bankkonto. Den hierfür notwendigen Arrestgrund, nämlich die Gefahr, dass die Vollstreckung eines Urteils auf Erstattung des fehlüberwiesenen Betrages vereitelt oder wesentlich erschwert wird, kann damit begründet werden, dass der Empfänger den fehlüberwiesenen Betrag seit mehreren Wochen nicht zurückgezahlt hatte, obwohl er von seiner Hausbank und dem Unternehmen mehrfach zur Rückzahlung aufgefordert worden war. Zudem handelte es sich mit mehreren hunderttausend Euro um einen ungewöhnlich hohen Betrag.

Antrag auf Arrest beim Landgericht

Erlässt das Landgericht den beantragten Arrestbefehl und ordnet die Pfändung des Kontoguthabens an, bekommt das Unternehmen sein Geld zurück. Der Arrestbefehl ist über ein Gerichtsvollzieher an die Bank des Zahlungsempfängers zuzustellen. Dann wird das Konto gesperrt und eine Verfügung über das Guthaben ist nicht mehr möglich.

Der Wermutstropfen: All dies funktioniert nur, wenn das Geld noch auf dem Konto vorhanden ist und nicht von dem Zahlungsempfänger weg transferiert wurde.

Warum passiert eine fehlerhafte Überweisung?

Fehlerhafte Überweisungen können aus verschiedenen Gründen passieren:

  1. Vertipper bei der IBAN: Ein kleiner Zahlendreher kann schon dazu führen, dass das Geld auf einem falschen Konto landet.
  2. Falsche Angaben beim Empfänger: Vielleicht wurde der Name oder die Kontonummer des Empfängers falsch eingegeben.
  3. Betrug: Immer häufiger kommt es vor, dass Betrüger mit gefälschten Rechnungen oder Phishing-Mails versuchen, Geld zu erschleichen.

Was tun bei einer fehlerhaften Überweisung?

1. Schnell handeln

Je schneller Sie reagieren, desto höher die Chance, dass Sie Ihr Geld zurückbekommen. Kontaktieren Sie sofort Ihre Bank und erklären Sie die Situation. In vielen Fällen können Banken die Transaktion noch stoppen, wenn sie rechtzeitig informiert werden.

2. Kontakt zum Empfänger

Falls das Geld bereits auf dem Empfängerkonto gutgeschrieben wurde, kann Ihre Bank versuchen, den Betrag zurückzubuchen. Dazu ist in der Regel die Zustimmung des Empfängers notwendig. Sollte der Empfänger kooperativ sein, ist die Rückbuchung oft problemlos möglich.

3. Juristische Schritte

Wenn der Empfänger nicht kooperiert oder Betrug vorliegt, sollten Sie rechtliche Schritte in Betracht ziehen. Eine Anzeige bei der Polizei ist in solchen Fällen ratsam. Ihre Bank kann Ihnen zudem dabei helfen, den weiteren Ablauf zu koordinieren.

Betrugsverdacht: Was tun?

Bei Betrugsverdacht gelten ähnliche Schritte wie bei fehlerhaften Überweisungen, doch es gibt einige zusätzliche Maßnahmen:

  1. Phishing-Mails melden: Informieren Sie Ihre Bank über verdächtige E-Mails oder Anrufe. Diese Informationen helfen dabei, andere Kunden zu schützen.
  2. Kontobewegungen überwachen: Überprüfen Sie regelmäßig Ihre Kontobewegungen, um ungewöhnliche Aktivitäten sofort zu bemerken und zu melden.
  3. Schutzmaßnahmen ergreifen: Nutzen Sie Zwei-Faktor-Authentifizierung und andere Sicherheitsmaßnahmen, die Ihre Bank anbietet.

Kosten und Erfolgschancen – Überweisung zurückholen bei Betrugsverdacht

Die Kosten für eine Rücküberweisung variieren je nach Bank und Situation. Während einige Banken den Service kostenlos anbieten, können andere Gebühren erheben. Die Erfolgschancen hängen stark davon ab, wie schnell Sie reagieren und wie kooperativ der Empfänger ist.

Glücklicherweise gibt es Möglichkeiten, wie Sie eine Überweisung zurückholen können, wenn Sie den Verdacht haben, betrogen worden zu sein. In diesem Blogbeitrag erklären wir Ihnen Schritt für Schritt, was Sie tun müssen, um Ihr Geld zurückzubekommen und sich vor weiteren Betrügereien zu schützen.

Schritt 1: Kontaktieren Sie sofort Ihre Bank – Überweisung zurückholen bei Betrugsverdacht

Sobald Sie den Verdacht haben, dass Sie Opfer eines Betrugs geworden sind, sollten Sie als Erstes Ihre Bank kontaktieren. Je schneller Sie handeln, desto größer sind die Chancen, dass Sie Ihr Geld zurückbekommen. Erklären Sie dem Mitarbeiter am Telefon oder in der Filiale, was passiert ist und dass Sie die Überweisung gerne rückgängig machen möchten.

Die Bank wird dann versuchen, die Überweisung zu stoppen oder rückgängig zu machen. Dies ist vor allem dann möglich, wenn das Geld noch nicht auf dem Konto des Empfängers gutgeschrieben wurde. Sollte das Geld bereits auf dem anderen Konto eingegangen sein, wird die Bank den Empfänger kontaktieren und um Rücküberweisung bitten.

Schritt 2: Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei

Wenn Sie sicher sind, dass Sie betrogen wurden, sollten Sie umgehend Anzeige bei der Polizei erstatten. Dies ist wichtig, um den Täter zu überführen und möglicherweise auch andere potenzielle Opfer zu schützen.

Sammeln Sie alle relevanten Unterlagen wie Überweisungsbelege, E-Mails oder Chatnachrichten und geben Sie diese bei der Polizei ab. Je mehr Beweise Sie haben, desto einfacher ist es für die Ermittler, den Täter zu fassen.

Schritt 3: Informieren Sie sich über Ihre Rechte – Überweisung zurückholen bei Betrugsverdacht

Als Verbraucher haben Sie in vielen Fällen das Recht, eine Überweisung zurückzufordern, wenn Sie Opfer von Betrug geworden sind. Dies gilt zum Beispiel, wenn Sie Waren oder Dienstleistungen bezahlt haben, die nicht wie vereinbart geliefert wurden.

Informieren Sie sich bei Ihrer Bank oder bei einer Verbraucherschutzorganisation über Ihre Rechte und Möglichkeiten. In manchen Fällen haben Sie bis zu 13 Monate Zeit, eine nicht autorisierte Überweisung zurückzufordern.

Schritt 4: Lassen Sie sich nicht abwimmeln

Wenn Sie bei Ihrer Bank auf Widerstand stoßen oder abgewimmelt werden, lassen Sie nicht locker. Bestehen Sie auf Ihrem Recht, die Überweisung rückgängig zu machen und eskalieren Sie das Thema falls nötig.

Sammeln Sie alle Unterlagen und Korrespondenz mit der Bank, um später belegen zu können, dass Sie alles in Ihrer Macht Stehende getan haben, um Ihr Geld zurückzubekommen. Wenn die Bank sich weigert zu kooperieren, können Sie sich an eine externe Schlichtungsstelle wenden.

Schritt 5: Schützen Sie sich vor zukünftigen Betrugsversuchen

Leider werden Betrugsversuche im Internet und am Telefon immer häufiger. Um sich davor zu schützen, sollten Sie bei Online-Käufen oder unbekannten Kontakten immer vorsichtig sein.

Überprüfen Sie die Identität des Verkäufers oder Rechnungsstellers gründlich, bevor Sie eine Überweisung tätigen. Im Zweifel lieber einmal mehr nachfragen und auf Nummer sicher gehen. Geben Sie niemals sensible Daten wie Ihre PIN oder die Kreditkartennummer an Unbekannte weiter.

Prävention Überweisung zurückholen bei Betrugsverdacht: So vermeiden Sie Fehler

  1. Daten überprüfen: Kontrollieren Sie die IBAN und andere Überweisungsdetails sorgfältig, bevor Sie die Transaktion abschließen.
  2. Sicherheitsmaßnahmen nutzen: Setzen Sie auf sichere Passwörter und die Zwei-Faktor-Authentifizierung.
  3. Vorsicht bei unbekannten Empfängern: Überweisen Sie Geld nur an vertrauenswürdige Empfänger und prüfen Sie verdächtige Rechnungen oder Zahlungsaufforderungen gründlich.

Fazit Überweisung zurückholen bei Betrugsverdacht

Eine fehlerhafte Überweisung oder ein Betrugsverdacht können ärgerlich sein, aber es gibt Möglichkeiten, das Geld zurückzuholen. Der Schlüssel liegt in schnellem Handeln und der engen Zusammenarbeit mit Ihrer Bank. Mit den richtigen Präventionsmaßnahmen können Sie solche Probleme in Zukunft vermeiden und sich sicherer fühlen.

Bleiben Sie wachsam und schützen Sie Ihr Geld!

Überweisung zurückholen – Betrugsverdacht

Sollten Sie Probleme mit fehlgeleiteten Überweisungen haben, kann ich Sie gern unterstützen. Ich berate seit Jahren Betrugsopfer bundesweit.

Rechtsanwalt Thomas Feil – Recht-freundlich.de
Fachanwalt IT-Recht Thomas Feil – 25 Jahre Erfahrung
Rechtsanwalt Thomas Feil
Thomas Feil, Fachanwalt für IT-Recht
Ihr Spezialist bei Phishing-Betrug und Überweisung zurückholen – Betrugsverdacht

Schreiben Sie einen Kommentar

dreizehn + zwanzig =

Consent Management Platform von Real Cookie Banner