Warum sich Google mit dem Erlauben textloser Sternebewertung auf Dauer keinen Gefallen tut!

Lesezeit: ca. 3 Minuten

Bei Google eine textlose Sternebewertung zu erhalten, die negativ ist, also etwa nur einen Stern als Benotung beinhaltet und sonst keine weiteren Angaben, ist ein besonderes Ärgernis für viele Unternehmer.

Dass sich letztlich Google selbst hierdurch aber keinen Gefallen tut, wissen die wenigsten.

Wir zeigen auf, was generell und aus juristischer Perspektive zu textlosen Sternebewertungen bei Google zu beachten ist und weshalb wir uns nicht vorstellen können, dass diese Art von negativen Bewertungen auf Dauer bestehen bleiben wird.

Schlechte, textlose Sternebewertung bei Google = kein Aussagegehalt?

Wer ohne weiteren Kommentar auf Google eine Ein-Stern-Bewertung erhalten hat, ist zwar schlecht bewertet worden, aber die Frage ist, wem ein solcher Eintrag eigentlich weiterhelfen soll?

Google versucht ja, den eigenen Suchmaschinennutzern möglichst viele Bewertungen zur Verfügung zu stellen, um auf dieser Grundlage eine fundierte Entscheidung treffen zu können (etwa, ob ein Lokal besucht wird oder nicht).

Ohne Textinhalt ist oft ärgerlich!

Nur ist eine Sternebewertung ohne Textinhalt im Grunde gar keine Bewertung, sondern ein fast aussageloses Ereignis. Weshalb wurde nur ein Stern vergeben?

Kein Kommentar hierzu. Genau dies würden die Suchmaschinennutzer von Google aber liebend gern erfahren.

Dass das Unternehmen mit nur einem Stern bewertet worden ist, bietet also gar keine Hilfe bei einer Entscheidung, wenn nicht zumindest ansatzweise auch textlich nachvollziehbar erklärt wird, was genau schlecht an der Lokalität sein soll.

Wir und viele andere können in textlosen Sternebewertungen keinen Aussagengehalt erblicken, wohl aber einen enormen Rufschaden für das bewertete Unternehmen.

Aus juristischer Perspektive eine gute Angriffsmöglichkeit!

Für uns Juristen bedeutet die Tatsache, dass Google textlose Sternebewertungen überhaupt zulässt, eine Menge Arbeit. Denn unsere Mandanten sehen nicht ein, sich dergestalt, besser gesagt„plump“ diffamieren zu lassen und wehren sich hiergegen.

Wir werden also damit beauftragt, juristisch gegen diese Art von Einträgen vorzugehen. Und juristisch gesehen sind diese Einträge ein „gefundenes Fressen“, da die deutsche Rechtsprechung hierzu bereits ein maßgebendes Urteil gefällt hat.

Textlose Bewertungen angreifen!

Bei negativen textlosen Sternebewertungen sieht die Rechtsprechung vor, dass seitens der Onlineportale wie Google auf Nachfrage der bewertenden Unternehmen sichergestellt werden muss, dass die textlose Sternebewertung zumindest auf irgendeiner realen Erfahrung beruhen muss.

Sprich: die bewertende Person muss tatsächlich Kontakt zum bewerteten Unternehmen gehabt habe, und sei es nur durch eine Anfrage per Mail oder Telefon.

Google kann dies, weder außergerichtlich noch gerichtlich nachweisen. Vor Gericht stehen die Chancen für Google in diesen Fällen sogar noch schlechter.

Wir raten daher unseren Mandanten offen dazu, sich gegen jede schlechte textlose Sternebewertung zur Wehr zu setzen, da die Löschungschancen hier sehr gut stehen.

Warum sich Google auf Dauer damit in eine schwierige Situation begibt!

Wie wird Google damit auf Dauer umgehen? Wir gehen davon aus, dass Google die Möglichkeit, textlose Sternebewertungen abzugeben, irgendwann deaktivieren wird.

Und zwar einerseits, weil die juristischen Angriffe diesbezüglich seitens der bewerteten Unternehmen zunehmen werden und Kapazitäten bei Google benötigt werden würden, diese Rechtsersuche qualifiziert bearbeiten zu können.

Andererseits ist der Nutzen für Googlenutzer durch die textlosen Bewertungen einfach zu gering, um diese Mühen auf sich zu nehmen. Keinem ist dadurch geholfen, dass textlose Bewertungen existieren, da sie im Grunde nichts aussagen.

Google steht vor einer Entscheidung bei textlosen Bewertungen!

Google wird sich auf Dauer daher entscheiden müssen, ob es wirtschaftlich sinnvoll ist, eine Rechtsabteilung mit dem Bearbeiten von Rechtsanfragen zu solchen Bewertungen zu beschäftigen, während der Vorteil, der aus diesen Bewertungen erwächst, gleich null sein dürfte.

Wir jedenfalls werden nicht locker lassen und unseren Teil dazu beisteuern, dass es für Onlineportale zumindest schwierig ist, diese mehr oder weniger sinnlose Bewertungsmöglichkeit aufrecht zu erhalten.

 
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Rechtsanwalt Thomas Feil in den Medien

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