Welche Regeln gelten bei einer Kununu Bewertung?

Lesezeit: ca. 4 Minuten

Kununu als Plattform für Bewertungen von Arbeitgebern ist ein Spielfeld, auf dem gewisse Regeln herrschen – doch welche Regeln sind das, und müssen sich die bewertenden Personen daran halten?

Welche Regeln gelten für Kununu selbst? Wir klären darüber auf und helfen Ihnen gern im konkreten Streitfall, sich juristisch gegen rechtswidrige Bewertungen zur Wehr zu setzen.

Wenn Sie unsere Unterstützung wünschen, schicken Sie uns bitte die in Frage stehenden Bewertungen als Link per Mail zu, sodass wir uns mit einer kostenfreien Ersteinschätzung bei Ihnen zurückmelden können.

Welche Regeln hat Kununu selbst für das Verfassen einer Bewertung aufgestellt?

Auf der Website von Kununu, bzw. auf Kununus Zendesk, werden Regeln für das Schreiben einer Bewertung dargeboten. Hierbei handelt es sich um unternehmensinterne Richtlinien von Kununu selbst, also nicht gesetzliche Vorschriften. Die 8 Kununu-Regeln lauten wie folgt:

  1. Kein namentliches Erwähnen von Personen
  2. Kein Veröffentlichen firmeninterner Informationen
  3. Keine Kritik an Produkten erlaubt, nur am Arbeitgeber selbst
  4. Diskriminierende, beleidigende, politische, rufschädigende, rassistische und vulgäre Aussagen sind nicht erlaubt
  5. Keine Links in der Bewertung
  6. Kein Bewerten der Vermittlungsfirma oder Recruiter, nur der Arbeitgeber selbst
  7. Beachten des Sektionen “Bewerberbewertung” und “Arbeitnehmerbewertung”
  8. Nur eigene Meinungen kundtun, nicht bloß pauschalisieren

Die Regeln klingen gut und sind aus unserer Sicht zunächst einmal vernünftig. Manche Regeln dienen eher dem Schutz von Kununu selbst, als dem Schutz der bewerteten Unternehmen oder dem Schutz der bewertenden Personen.

Andere Regeln wiederum zielen auf ein grundsätzlich zivilisiertes Miteinander ab.

Richtlinien vs. gesetzlicher Rahmen!

Wir möchten hier darauf hinweisen, dass hinter einigen dieser Regeln gesetzliche Vorschriften stehen, die so oder so ähnlich ohnehin wirksam sind.

Beispielsweise ist in Regel 1 genannt, dass keine Personen namentlich genannt werden dürfen – dies ist so auch im Datenschutzrecht als Grundsatz vorgesehen (kein Verarbeiten personenbezogener Daten ohne Einwilligung oder andere Rechtsgrundlage).

Das Verbot von beleidigenden Bewertungen in Regel 4 wiederum ist an das Strafgesetzbuch angelehnt, welches den Straftatbestand der Beleidigung kennt. Strenger als das Gesetz ist hier jedoch die Regelung, dass auch vulgäre oder politische Aussagen bei Kununu verboten sind – dies ist zumindest nicht per se gesetzlich verboten.

Bei der Prüfung einer kritischen Bewertung können die Regeln von Kununu herangezogen werden, um eine etwaige Löschung des Eintrags zu realisieren.

Allerdings ist wohl klar, dass Kununu die eigenen Regeln wohl nicht streng gegen sich selbst anwenden wird, sondern im Zweifel weit auslegt – denn Kununu lebt nun einmal von einer regen Abgabe kritischer Bewertungen.

Welche Regeln gelten außerhalb der Richtlinien von Kununu?

Spannender als die Regeln von Kununu sind die Regeln, die wirklich und zwar immer gelten: die gesetzlichen Vorschriften.

Letztlich, d.h. außergerichtlich oder gerichtlich, müssen sich Einträge auf Bewertungsportalen an den gesetzgeberischen Regelungen messen lassen und ein Gericht wird im Zweifel auf Grundlage dieser Gesetze entscheiden, was zulässig oder unzulässig ist.

Überblick zu Kununu Bewertungen und Rechtlichem!

Hierzu können wir Ihnen einen kurzen Überblick verschaffen. Das Strafgesetzbuch sieht einige Straftatbestände wie etwa § 185 StGB vor, die Bewertungsfreiheiten deutlich einschränken: Beleidigungen, also Ehrverletzungen, sind strafrechtlich relevant und können zu Geld- und sogar Freiheitsstrafen führen.

Das Datenschutzrecht in seiner jetzigen Form der DSGVO und des neuen BDSG sieht wiederum etliche Einschränkungen vor, wie etwa Art. 6 DSGVO, wo die Rechtmäßigkeit der Verarbeitung personenbezogener Daten angesprochen wird.

Hierbei wird klargestellt, dass personenbezogene Daten wie beispielsweise Namen in Bewertungen nur mit Einwilligung der betroffenen Person, oder einer sonstigen Rechtsgrundlage, erlaubt sind – in den allermeisten Fällen wird keine Einwilligung, und auch keine sonstige Rechtsgrundlage vorliegen, sodass die Bewertung mit personenbezogenen Daten rechtswidrig im Sinne der DSGVO ist.

Noch wichtiger als diese straf- und datenschutzrechtlichen Regelungen sind aber die Regelungen aus dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht. Aus diesem leitet die Rechtsprechung und rechtswissenschaftliche Literatur seit Jahrzehnten und in gefestigter Weise ab, dass keine unwahren Tatsachenbehauptungen in Äußerungen enthalten sein dürfen.

Vereinfacht gesagt: Lügen haben keinen Platz in Bewertungen, sie sind immer rechtswidrig und daher einer Löschung zugänglich.

In unserer Beratungspraxis sind es meist unwahre Tatsachenbehauptungen, die Bewertungen rechtswidrig werden lassen.

Unsere Hilfestellung für Sie!

Unsere Kanzlei ist auf das Reputationsrecht im Internet spezialisiert und hilft Mandanten bundesweit dabei, sich gegen rechtswidrige Einträge auf Bewertungsportalen zur Wehr zu setzen.

Hierbei beachten wir sowohl die Regeln der Onlineplattformen selbst, wie auch selbstverständlich und schwerpunktmäßig die gesetzlichen Grenzen der Äußerungsfreiheit.

Bei Kununu können wir Ihnen gern weiterhelfen – schicken Sie uns den Link zu Ihrem Profil und warten Sie auf unsere kostenfreie Ersteinschätzung.

 
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Rechtsanwalt Thomas Feil in den Medien

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