Webhoster muss für fehlende Backups einer Website haften (Urteil vom 25.07.2014 (AZ 22 O 102/12)

Das Landgericht Duesburg hat in einem Urteil vom 25.07.2014 (AZ 22 O 102/12) entschieden, dass ein Webhoster von Websites, die er betreut, Backups erstellen muss. Dies auch dann, wenn es nicht ausdrücklich vertraglich vereinbart wurde.

Servercrash des Subunternehmers

Ein Unternehmen hatte für rund 5.000,00 Euro eine Website erstellen lassen und dann bei einem Webhoster für monatlich 24,00 Euro gehostet. Der Webhoster beauftragte ein Subunternehmen mit dem Hosting. Es kam zu einem Server-Crash, der dazu führte, dass die Internetseite nicht mehr aufrufbar war. Eine Wiederherstellung der Website war nicht möglich, da kein Backup vorhanden war.

Vor Gericht wurde dann der Betrag in Höhe von 5.000,00 Euro für die Erstellung einer neuen Website sowie die Anwaltskosten und ein Nutzungsausfall in Höhe von 3.000,00 Euro geltend gemacht. Daraus ergab sich eine Klagforderung in Höhe von 8.500,00 Euro. Allerdings wurde vom Landgericht Duisburg der Klägerin nur ein Betrag in Höhe von 1.267,00 Euro zugesprochen.

Datensicherung ist Nebenpflicht des Webhosters

Das Landgericht weist darauf hin, dass ein Hosting-Vertrag zustande gekommen ist. Nach Auffassung des Gerichts enthält ein solcher Vertragstyp sowohl dienst-, als auch miet- und werkvertragliche Aspekte. Die Datensicherung hat eine erhebliche Bedeutung und ist eine Nebenpflicht des Hosters, für die er zu sorgen hat. Interessant ist die Aussage, dass eine Pflicht zur Datensicherung auch dann besteht, wenn diese nicht ausdrücklich vertraglich vereinbart ist. Wenn der Ausfall der Serverplatten von einem Subunternehmer verschuldet worden sei, müsse das beklagte Unternehmen und damit der Webhoster haften.

Abzug „alt für neu“

Allerdings wollte das Gericht dem klagenden Unternehmen nicht den gesamten Betrag von 5.000,00 Euro zusprechen. Das Gericht erhielt nur einen Teilbetrag in Höhe von rund 1.250,00 Euro für angemessen. Zum einen seien Abzug alt für neu vorzunehmen. Bei einer durchschnittlichen Nutzungsdauer einer Website von 8 Jahren ergebe sich eine erheblich reduzierte Forderung. Ein Anspruch auf Nutzungsausfall und eine entsprechende Entschädigung wollte das Gericht nicht zusprechen. Ein entsprechender Schaden konnte von dem Unternehmen nicht vorgetragen und bewiesen werden.

Einen Teil der außergerichtlichen Anwaltskosten sah das Gericht für erstattungsfähig an. Das Urteil ist nach Presseveröffentlichung noch nicht rechtskräftig. Es soll Berufung eingelegt worden sein.

 
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Rechtsanwalt Thomas Feil in den Medien

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