Investitionen zurück von Coingalaxy? Betrug?

Lesezeit: ca. 4 Minuten

Im Moment rufen uns besorgte Investoren an, die bei Coingalaxy Geld angelegt haben. Investoren beschreiben Hürden und Mühen, wenn eine Gewinnauszahlung gefordert wird. Dann werden viele Ansprechpartner unsachlich und abwehrend und immer neue Gründe werden genannt, warum keine Auszahlung möglich ist.

Werbeanzeigen betrügerischer Online-Broker mit Prominente

Bei Facebook und anderen social media nutzen die Täter ohne rechtliche Genehmigung Fotos von Prominenten oder auch Videosequenzen aus Fernsehshows.. Es wird darauf aufmerksam gemacht, dass die jeweiligen Prominenten über ein “Spezialwissen” oder einen Informationsvorsprung in Finanzangelegenheiten verfügen und dass über die in Frage stehende Internetseite eben dieses Wissen öffentlich gemacht wird.

Die Prominenten können sich gegen einen solchen Identitätsdiebstahl ihrer Person kaum wehren, da eine internationale Ermittlung hier nur zäh möglich ist. Es werden Anonymisierungswerkzeuge genutzt und die Infrastrukturen der Server häufig geändert, sodass Ermittlungsbehörden keinen Zugriff finden.

Ungewöhnliche Zahlungsmethoden

Betrügerische Online-Broker bevorzugen ungewöhnliche Zahlungswege und nutzen vielfach Überweisungen mit Kryptowährungen, um dann hinterher Überweisungsdaten zu verschleiern. Gern werden auch Zahlungen über Kreditkarten initiiert.

Sie sollten auf jeden Fall hellhörig werden, wenn Zahlungen auf ein Konto verlangt werden, dessen Inhaber und Berechtigter des Kontos nicht den Namen des Finanzdienstleisters trägt. Viele Geldanleger sind gutgläubig und prüfen nicht nach, warum der Kontoberechtigte ein völlig anderes Unternehmen ist als der Broker, mit dem sie über Geldanlagen verhandeln.

Einberufung von Sonderdezernaten für Webkriminalität

Einen großen Ermittlungserfolg konnte die Zentralstelle Cybercrime aus Bayern mitteilen. Den Polizeibehörden war es gelungen, einen 44 Jahre alten Täter aus Israel hinter Gitter zu bringen. Dieser hatte in europäischen Ländern – so die Berichterstattungen – unzählige von Investoren um ihr Geld erleichtert. Es wird von einem Kapitalverlust in Höhe von ca. 200 Mio. Euro ausgegangen.

Anlagebetrug: Eine Straftat!

In § 264a Strafgesetzbuch (StGB) wird der Betrug mit Kapitalanlagen unter Strafe gestellt.. Die deutsche Gesetzgebung wollte in fokussierter Weise die höchst heterogenen Betrugsformen im Zusammenhang mit Investorengeldern mit Strafgesetzen ahnden.

Explizit heißt es im Gesetz: “Wer im Zusammenhang mit 1. dem Vertrieb von Wertpapieren, Bezugsrechten oder von Anteilen, die eine Beteiligung an dem Ergebnis eines Unternehmens gewähren sollen, oder 2. dem Angebot, die Einlage auf solche Anteile zu erhöhen, in Prospekten oder in Darstellungen oder Übersichten über den Vermögensstand hinsichtlich der für die Entscheidung über den Erwerb oder die Erhöhung erheblichen Umstände gegenüber einem größeren Kreis von Personen unrichtige vorteilhafte Angaben macht oder nachteilige Tatsachen verschweigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.”

Polizei kann zügig vorgehen

Eine Mandantin erzählte uns, dass in einem Betrugsfall von Mitarbeitern der auszahlenden Bank der Beauftragte für Sicherheit angerufen und unterrichtet wurde. Der Sicherheitsbeauftragte hatte dann vorgeschlagen, die Polizei einzubeziehen. Auf Zuspruch der Bank erstattete unsere Mandantin Anzeige bei der Polizei vor Ort wegen Kapitalbetrugs. Die Kriminalpolizei reagierte unverzüglich und trat mit unserer Mandantin in Kontakt.

Es wurde eine bei der Polizei eingerichtete spezielle Abteilung „Binäre Optionen“ eingeschaltet. Der IT-Experte der Kriminalpolizei besuchte dann unsere Mandantin zu Hause, sicherte den PC und alle digitalen Beweismittel, sodass die Ermittlungen zielführend durchgeführt werden konnten.

Unsere Mandantin hatte zuvor den Tätern einen Zugriff auf ihre EDV über AnyDesk gewährt.

Der Trick mit dem Demokonto

Betrügerische Broker nutzen vielfach das Angebot eines kostenfreien Demokontos. Um den späteren Betrug vorzubereiten, sind solche Konten präperiert. Auch viele deutsche Banken nutzen das Angebot eines Demokontos, um Kunden an das Thema “Geldanlage” heranzuführen. Daher sind solche Angebote vertraut und nicht ungewöhnlich.

Scammer simulieren dann Trades und zeigen mehr Gewinne als Verluste an. Kunden freuen über die angezeigten Gewinne und werden mutiger.

Nach solchen Erfolgen wird dann gern echtes Geld bei dem Broker Coingalaxy angelegt.

Neue Sorgfaltspflichten für Kryptobörsen in der Kryptowertetransferverordnung

Mit Kryptowährungen lassen sich Finanztransaktionen anonym, schnell und leicht abwickeln. Dies führt nach den Erkenntnissen der Bundesregierung zu einem zunehmenden Geldwäscherisiko mit Kryptowerten.

Die FIU, die Financial Intelligence Unit, eine Spezialeinheit des Zolls, verzeichnet eine überproportional stark steigende Anzahl an Geldwäscheverdachtsmeldungen, die einen Bezug zu Kryptowerten haben.

Vor diesem Hintergrund hat der deutsche Gesetzgeber Aktivitäten entfaltet. Zum 1.10.2021 wurde die Kryptowertetransferverordnung in Kraft gesetzt. Diese gesetzliche Regelung verlangt von den Finanzdienstleistern bei der Übertragung von Kryptowerten die Abfrage verschiedener Daten zu dem Auftraggeber und zu den Begünstigten.

Ziel auch der europäischen Regelung, beispielsweise in der 5. EU-Geldwäscherichtlinie ist es, illegale Transaktionen im Kryptomarkt zu unterbinden. Wer Kryptoverwahrgeschäfte in der EU durchführt, soll unter anderem seine Kunden identifizieren, die Finanztransaktionen überwachen und bei Auffälligkeiten Verdachtsmeldungen abgeben. Nur Kryptowerte aus sauberen Quellen sollen an Dritte gelangen können.

Anwalt gegen Coingalaxy holt Ihr Geld zurück

Mit uns können Sie gegen den Finanzdienstleister Coingalaxy vorgehen. Eine kurze E-Mail mit Stichworten zu Ihrem Fall an kanzlei@recht-freundlich.de und Angaben zu der investierten Summe, und schon kann eine Kontaktaufnahme erfolgen.

Sie erhalten eine kostenlose Ersteinschätzung. Dann können Sie entscheiden, ob Sie uns mit der Geltendmachung Ihrer Forderungen beauftragen wollen.


Wir sind in Deutschland, Österreich und der Schweiz tätig
2% unseres Gesamtumsatzes spenden wir an die Welthungerhilfe
 

Rechtsanwalt Thomas Feil in den Medien

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