Was weiß die Schufa über mich?


Grund dafür ist, dass Vertragspartner, die Daten ihrer Kunden an die Schufa weitergeben.

Soll ein neuer Vertrag beispielsweise mit einer Bank, einem Mobilfunkanbieter oder einem Vermieter eingegangen werden, ist damit zu rechnen, dass der angehende Vertragspartner eine Auskunft der Schufa einfordert.

Enthält diese Auskunft Bedenken hinsichtlich der Zahlungsfähigkeit des Verbrauchers, ist eine Vertragsunterzeichnung oft nicht mehr möglich.

Woher bekommt die Schufa meine Daten?

Obgleich ein Verbraucher noch nie in Zahlungsschwierigkeiten gekommen ist, ist es wahrscheinlich, dass er bei der Schufa einen Eintrag hat. Entscheidend ist nur der Abschluss eines Vertrages mit einem der 9.500 Vertragspartner der Schufa.

Im Normalfall lässt sich die Auskunft über die Weitergabe der Daten an die Schufa im Kleingedruckten finden.

Wird ein Bankkonto eröffnet oder ein Mobilfunkvertrag abgeschlossen, erfolgt so die Hinterlegung der Kundendaten bei der Schufa.

Welche Daten hat die Schufa über mich?

Die gesammelten Daten lassen sich in Personendaten und Finanzmerkmale aufteilen.

Der Bereich der Personendaten umfasst den Namen, das Geburtsdatum, den Geburtsort und die Anschrift.

Bei den Finanzmerkmalen handelt es sich um Daten über Bankkonten, Kreditkarten, Insolvenzen, unbezahlte Rechnungen, Mobilfunkverträge, Leasingverträge, Ratenzahlungsgeschäfte, Versandhandelskonten, sowie Kredite und Bürgschaften.

Die Schufa gibt jedoch an, keine Informationen zu Familienstand, Beruf, Einkommen, Vermögen, Nationalität oder Lebenseinstellungen zu speichern.

Des Weiteren werden keine Daten aus sozialen Netzwerken bezogen.

Wie werden meine Daten bewertet?

Aus den erhobenen Daten ermittelt die Schufa einen Score-Wert, der Auskunft über die Zahlungsfähigkeit gibt. Die Informationen werden ins Verhältnis gesetzt und der Score ergibt sich nicht aus einem einzelnen Merkmal. Dennoch ist unklar, wie genau die Berechnung stattfindet.

Dieses Geschäftsgeheimnis konnte sich die Schufa bislang bewahren. Ein Urteil des Bundesgerichtshofes vom 28. Januar 2014 (VI ZR 156/13) segnet dies ab.

Seit langem steht die Schufa wegen ihrer fehlenden Transparenz in der Kritik. Datenschützer fordern die Offenlegung ihrer Vorgänge gegenüber der Allgemeinheit.

Für Verbraucher bleiben die Berechnungen jedoch weiterhin nicht nach zu vollziehen.

DSGVO zwingt Schufa nicht zur Offenlegung

Daran hat auch die neue EU-Datenschutzgrundverordnung nicht viel ändern können.

Diese schreibt zwar vor, dass bei einer Datenverarbeitung  auch umfassende Informationspflichten mit einher gehen und eine Aufklärung über die involvierte Logik einer automatisierten  Entscheidungsfindung erfolgen muss, dennoch geschieht dies in der Praxis nicht.

Schuldnerberaterin und Schufaexpertin Kerstin Föller schilder: „Die überwiegende Auffassung ist leider, dass es reicht, wenn die Schufa sagt:

‚Das Scoring erfolgt anhand wissenschaftlich anerkannter und mathematisch-statistischer Verfahren‘.“

Was will die Schufa mit meinen Personendaten?

Die Berücksichtigung von Finanzmerkmalen für die Bewertung der Zahlungsfähigkeit erscheint zunächst logisch. Doch auch Personendaten wie Anschrift oder Geburtsdatum können Einfluss auf den Schufa-Score haben.

Eine EU-Richtlinie besagt, dass Banken Kredite nur vergeben dürfen, wenn sie voraussichtlich noch zu Lebzeiten zurückgezahlt werden können. „Wir sind uns deshalb sehr sicher, dass das Alter im Score eine Rolle spielt“, bestätigt Föller.

Wie die Schufa betont, werde ein Geo-Scoring anhand des Wohnorts „standardmäßig“, also in 99,7 Prozent der Berechnungen nicht durchgeführt. Es soll nur dann eingesetzt werden, wenn zu einer angefragten Person keine anderen Informationen vorliegen.

Das Vorgehen bewertet dann die Wohngegend des Verbrauchers. Wohnt ein Verbraucher beispielsweise in einem Gebiet in dem bekannter Maßen eher finanziell schwache Menschen wohnen, kann dies durchaus einen negativen Effekt auf den Score-Wert haben.

Vor welchen Negativ-Einträgen muss ich besonders Angst haben?

Die Schufa selbst kategorisiert in harte, mittlere und weiche Negativmerkmale. Zahlungsschwierigkeiten werden als weiche Merkmale betrachtet, Zwangsvollstreckungen als mittlere.

Hingegen zählen eröffnete Insolvenzverfahren, Haftbefehle u. ä. zu den harten Negativmerkmalen.

Die Schufa gibt jedoch an, dass bei über 90 Prozent der registrierten Personen ausschließliche positive Vertragsinformationen über pünktliche Zahlungen vorliegen.

Negativmerkmale = schlechter Score!

Dennoch: Verbraucher, die viele Negativmerkmale aufweisen, haben automatisch einen schlechten Schufa-Score.

Dies kann nicht nur Probleme bei Neuverträgen bereiten, sondern auch negative Auswirkungen für bereits bestehende Verträge haben.

“Viele Kreditinstitute haben eine Art Dauerauftrag mit der Schufa. Sobald einem Kunden ein Negativmerkmal eingetragen wird, wird es den Banken gespiegelt. Es kann dann vorkommen, dass die Bank dem Kunden den Dispo-Kredit kündigt, wenn es eine wesentliche Verschlechterung der Vermögenslage gibt“, erklärt Föller.

Kann es sein, dass die Schufa falsche Daten über mich speichert?

Es empfiehlt sich, wie in Artikel 15 DSGVO festgelegt, einmal im Jahr eine kostenlose Kopie der personenbezogenen Daten bei der Schufa anzufordern.

Die Auskunft beinhaltet außerdem woher die Informationen stammen und an wen die Schufa sie wiederum weitergegeben hat.

Möglicherweise kann es zu falschen Inhalten in einem Schufa-Eintrag kommen. Stellt man dies anhand der Datenauskunft fest, sollte die Schufa umgehend kontaktiert werden.

Diese muss den betroffenen Datensatz dann bis zur Klärung sperren. Trifft eine gespeicherte Information nicht zu, wird sie korrigiert. Wenn Differenzen nicht gelöst werden können, sollten Verbraucher sich an einen Anwalt wenden.

Wie kann ich negative Schufa-Einträge vorbeugen?

Die einfachste Lösung ist sicherlich alle Rechnungen pünktlich zu bezahlen und Mahnungen nicht zu ignorieren. Dennoch kann es für jeden zu finanziellen Schwierigkeiten kommen.

Empfehlenswert ist mit Unternehmen und Anbietern zu reden. Häufig haben Unternehmen gar kein Interesse daran, bei einem Zahlungsverzug immer gleich die Schufa zu informieren.

Schließlich bedeutet dies auch für die Unternehmen einen zusätzlichen Aufwand. Kommt es doch zu einem negativen Schufa-Eintrag, ist unsere Kanzlei gerne für sie da.

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