Titulierte Forderung bei der Schufa vorzeitig löschen? So geht es!


Vorzeitige Löschung von Negativeinträgen bei der Schufa nur möglich, wenn Rechtswidrigkeit gegeben ist!

Grundsätzlich bleiben erledigte Negativeinträge bei der Schufa 3 Jahre lang bestehen und werden dann automatisch gelöscht. Dies ist der Regelfall.

Eine vorzeitige Löschung von erledigten Einträgen ist nur denkbar, wenn diese rechtswidrigerweise eingetragen worden sind.

Es muss also geprüft werden, ob in datenschutzrechtlicher oder sonstiger rechtlicher Hinsicht eine Rechtswidrigkeit hinsichtlich der Dateneintragung vorliegt – dann ist auch eine vorzeitige Löschung der Forderung aus dem Schufa-Datenbestand realistisch.

Beispiele?

Beispiele hierfür sind Datenübermittlungen, die nicht den Anforderungen des § 31 Abs. 2 BDSG genügen – darin sind Voraussetzungen normiert, die vorliegen müssen, damit eine Dateneintragung bei der Schufa überhaupt rechtmäßig erfolgen kann.

Fehlen diese Voraussetzungen in Ihrem Fall, können Sie die Forderung vorzeitig löschen lassen.

So beispielsweise, wenn Sie nicht über einen nahenden Schufa-Eintrag informiert worden sind – denn dies ist Voraussetzung einer Eintragung.

Bei einer titulierten Forderung gestaltet sich dies grundsätzlich etwas schwerer, da ja eine Gerichtsentscheidung ergangen ist und der Gesetzgeber daher auch geringe Anforderungen an eine Datenübermittlung stellt.

Eine vorzeitige Löschung ist hier nur in Ausnahmekonstellationen möglich, aber dennoch realistisch und, wie wir noch zeigen werden, auch von der Rechtsprechung grundsätzlich “gedeckt”, wenn die Umstände dies zulassen.

Titulierte Forderung – was bedeutet das?

Wenn bei Ihnen in der Schufa “Saldo tituliert” steht, und dies auch richtig ist, bedeutet es, dass gegen Sie eine Gerichtsentscheidung ergangen ist. Es wurde also gerichtlich festgestellt, dass Sie diese Forderung dem Gläubiger tatsächlich schulden und ein Vollstreckungsbescheid wurde erlassen.

Einen schlechteren Schufa-Eintrag kann man fast nicht haben, ausgenommen den Eintragungen aus dem Schuldnerverzeichnis, denn die titulierte Forderung bedeutet, dass Sie außergerichtlich nicht gezahlt haben und extra ein Gericht bemüht werden musste, um “Ihre Schuld” festzustellen.

Dies ist nachvollziehbarerweise kein gutes Zeichen für zukünftige Vertragspartner, die gern wissen möchten, ob man Ihnen zahlungsmäßig vertrauen kann.

Nichtsdestotrotz kommt es vor, dass eine titulierte Forderung fehlerhaft in die Schufa eingetragen worden ist, oder aus sonstigen Gründen zu löschen wäre.

Hierüber möchten wir nun konkret aufklären, da die Rechtsprechung einige Möglichkeiten eröffnet und auch der EU-Gesetzgeber die automatisierte Datenverarbeitung von Auskunfteien diesbezüglich etwas einschränkt.

Wie kann man solch eine titulierte Forderung vorzeitig löschen lassen?

Ob der Eintrag über eine titulierte Forderung bei der Schufa vorzeitig gelöscht werden kann, hängt davon ab, wie das Ergebnis einer datenschutzrechtlich einwandfrei durchgeführten Interessenabwägung ausfällt.

Der EU-Gesetzgeber sieht für Dateneintragungen an Auskunfteien gem. Art. 6 Abs. 1 Satz 1 lit. f) DSGVO eine Interessenabwägung vor.

Dies heißt konkret, dass die Interessen der Schufa gegen Ihre eigenen Interessen abgewogen werden müssen.

Die Schufa will natürlich nicht titulierte Forderungen löschen … muss sie aber manchmal!

Die Schufa hat grundsätzlich ein Interesse daran, Daten dieser Art wie es eine titulierte Forderung ist, zu speichern und zu verarbeiten.

Dadurch schützt die Schufa auch nicht nur eigene Interessen (nämlich ihr Geschäftsmodell), sondern auch das Interesse der Allgemeinheit an einem sicheren Rechtsverkehr hinsichtlich der Bonität von Vertragspartnern. Grundsätzlich ist es also legitim, dass die Schufa solche Einträge speichert.

Allerdings stehen diesem Interesse das Interesse der betroffenen Person gegenüber.

Die betroffene Person ist durch den Negativeinträg bei der Schufa aufgrund der titulierten Forderung, die grundsätzlich nicht vorzeitig gelöscht werden kann, nämlich massiv beeinträchtigt.

Extremfälle können Löschung ermöglichen! Auch bei Titulierung!

Teilweise geht es so weit, dass jemand keine Wohnung mehr findet, weil eine titulierte Forderung eingetragen worden ist.

Unserer – und nicht nur unserer – Ansicht nach nimmt die Schufa gar keine Interessenabwägung im Einzelfall vor.

Wie denn auch?

Die Schufa kennt die betroffenen Personen ja gar nicht und hat daher keine Informationen über deren Lebensumstände. Die Schufa speichert einfach eine titulierte Forderung und denkt, damit wäre alles in Ordnung.

Erst kürzlich hat das LG Frankfurt am Main, Urteil vom 20.12.2018 (Az. 2-05 O 151/18) hinsichtlich Einträgen über die Restschuldbefreiung deutlich darauf hingewiesen, dass der Einzelfall zu betrachten ist. Dies gilt analog auch für Einträge über titulierte Forderungen. 

Und mit genau solch einem “Urteil im Rücken” kann auch eine titulierte Forderung vorzeitig gelöscht werden, wenn die Umstände des Einzelfalls die Interessenabwägung zugunsten der betroffenen Person bedeuten.

Teilen Sie uns Ihre Einzelfallkonstellation mit – auch bei einer titulierten Forderung

Falls über Sie eine titulierte Forderung bei der Schufa gespeichert ist, die Sie vorzeitig löschen lassen möchten, können Sie uns Ihre Umstände des Einzelfalls gem. des Urteils vom LG Frankfurt am Main gern mitteilen.

Wir melden uns dann mit einer kostenfreien Ersteinschätzung zurück. Es kommt beispielsweise darauf an, wie es bei Ihnen zur Titulierung kam – waren Sie womöglich in der Zeit schwer erkrankt und konnten Ihren Zahlungsverpflichtungen nicht ausreichend nachkommen?

Hatten Sie einen Pflegefall in der Familie, der Zeit und Nerven in Anspruch genommen hat und Sie nicht mehr in der Lage waren, ansonsten den Überblick zu wahren?

Viele Konstellationen sind denkbar. Gern hören wir uns Ihre Geschichte an, um womöglich eine vorzeitige Löschung realisieren zu können.

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