Schufa-Scoreverfahren: Ein Buch mit sieben Siegeln?


und Kreditwürdigkeit

Zwar wird auch von der darauf hingewiesen, dass der - allein nicht ausschlaggebend für die Kreditwürdigkeit ist. Die Praxis zeigt aber, dass genau dies passiert. Geschäftspartner, Banken oder Versandhändler beurteilen allein die Kreditwürdigkeit nach dem Schufa-Eintrag. Hier sind bereits bestimmte Scorewerte geschäftsverhindernd. Erst ein Scorewert von 97,5 % bis 100 % bedeutet ein sehr geringes Risiko für einen möglichen Vertragspartner. Scorewerte von 90 % bis 95 % deuten schon auf ein gewisses erhöhtes Risiko hin. Der Scorewert von 80 % bis 90 % weist auf ein deutlich erhöhtes bis hohes Risiko hin. 

Alle anderen Scorewerte, die beispielsweise unter 80 % liegen, sind letztlich ein Hinweis auf eine nicht vorhandene Kreditwürdigkeit. Dem abfragenden Unternehmen wird über die Schufa dann mitgeteilt, dass ein kritisches Risiko oder ein sehr hohes Risiko besteht, dass Forderungen letztendlich nicht ausgeglichen oder durchgesetzt werden können. 

Verschiedene Datenarten fließen in die Berechnung ein, ohne dass ein Betroffener oder eine Betroffene weiß, was genau zu den jeweiligen persönlichen Scorewert führt. Bisherige Zahlungsstörungen, die Kreditnutzung, Kreditaktivitäten oder auch Anschriftendaten sind Elemente, die den Scorewert beeinflussen. 

Letztendlich ist die Schufa aber nicht verpflichtet, weitere Einzelheiten mitzuteilen. 

Dies hat auch der Bundesgerichtshof in der Entscheidung vom 28.01.2014 (Az.: VI ZR 156/13) bestätigt. In dieser Entscheidung versuchte eine Klägerin, mit dem datenschutzrechtlichen Auskunftsanspruch Forderungen geltend zu machen, den Scorewert im Einzelnen sowie dessen Berechnungsgrundlage zu erfahren. Diese Forderung lehnte der Bundesgerichtshof in seiner Entscheidung ab. 

Es genügt nach Auffassung des Gerichts, dass den Betroffenen die in die Wahrscheinlichkeitswerte eingeflossenen Daten mitgeteilt werden. Der Klägerin waren auch die zu der Person gespeicherten Daten übermittelt worden. Einzelheiten seien in einem Merkblatt erläutert worden. Dies genügt nach der Auffassung des BGH den gesetzlichen Anforderungen. Es muss nicht mitgeteilt werden, welche Vergleichsgruppen beispielsweise im Scoring-Verfahren berücksichtigt worden sind. Auch die in die Gewichtung eingeflossenen Merkmale sind nicht zu benennen. 

Die Score-Formel, also die abstrakte Methode der Scorewert-Berechnung, ist ebenfalls nicht mitzuteilen.

Scorewert-Berechnung und Auskunftsanspruch

In den weiteren Urteilsgründen wird dann darauf hingewiesen, dass nach der gesetzgeberischen Intention mit Blick auf den Auskunftsanspruch nach § 34 Abs. 4 BDSG zwar die Schaffung einer größeren Transparenz bei dem Scoring-Verfahren Ziel war, gleichzeitig sollen aber die Geschäftsgeheimnisse der Auskunfteien, insbesondere für die Score-Formeln geschützt werden. Zu den Geschäftsgeheimnissen und damit zu den geschützten Inhalten zählen die in die Score-Formeln eingeflossenen allgemeinen Rechengrößen, Werte für die herangezogenen statistischen Werte, die Gewichtung einzelner Berechnungselemente bei der Ermittlung des Wahrscheinlichkeitswertes und die Bildung etwaige Vergleichsgruppen als Grundlage der Score-Berechnung. Hier verweist das Gericht auf die aufwendige Entwicklung eines solchen Scorewertes und darüber hinaus auf die Wettbewerbsfähigkeit einer Auskunftei. 

Aktuell ist es daher schwierig, Veränderungen des Scorewertes zu erreichen. Häufig muss dann über Beseitigung von negativen Einträgen versucht werden, eine Optimierung und Verbesserung des Scorewertes letztendlich umzusetzen.

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