Mangelhafte Angaben von Seiten der Schufa


Frank-Christian Pauli, Bankenreferent beim Verbraucherzentrale Bundesverband, kritisiert, wer Informationen über gesammelte persönliche Daten anfordere, erhalte eine Übersicht, die schwer lesbar, unverständlich und irreführend sei.

Den meisten Verbrauchern würde daraus nicht schlüssig, wie sie und warum sie so bewertet wurden. Die Schufa widerspricht der Kritik und betont, die Auskunft entspreche allen gesetzlichen Anforderungen und sei mit den Aufsichtsbehörden abgestimmt.

Bereits seit 2010 haben Betroffene einmal im Jahr das Recht auf eine kostenlose Datenauskunft von der Schufa.

Die Angaben müssen vollständig darüber informieren, welche Informationen verarbeitet werden. Zudem muss Auskunft über den Scoring-Wert und die Berechnung der Bonitätseinstufung gegeben werden.

Keine individuellen Angaben

Aus den Auskünften ginge nicht hervor, wie genau sich die Bonitätsauskunft bzw. der Scoring-Wert aus den vorliegenden Daten ergebe, meint Pauli.

Die Aussagen würden darüber hinaus stets auf statistischen Werten beruhen, es gebe keine individuellen Begründungen.

„Der Mensch ist mehr als sein Datenschatten“, sagt Pauli. Bei den gesammelten Daten der Schufa handele es sich bloß um Annahmen, die auf in einer bestimmten Gruppe mit gleichen Daten gewonnenen Erfahrungswerten basierten.

„Besagt die Statistik beispielsweise, dass Menschen, die häufig die Adresse wechseln, ihre Schulden nicht begleichen, heißt das noch lange nicht, dass auch ich – trotz häufiger Umzüge – meinen Zahlungen nicht nachkomme“, führt Pauli aus. Persönliche Umstände, wie beispielsweise ein häufiger Wohnortswechsel aus beruflichen Gründen würden dabei nicht berücksichtigt.

Durch schlechten Schufa-Eintrag tatsächlich zahlungsunfähig?

Der Verbraucherschützer erweitert seine Kritik noch. So könne eine Falscheinschätzung zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung werden.

„Werde ich in einer Risikogruppe geführt, obwohl ich ein stabiles Einkommen habe, komme ich gar nicht an Kredite oder muss horrende Zinsen zahlen“, erklärt der Bankenexperte.

„In diesem Fall könnten mich normale Belastungen tatsächlich an den Rand meiner finanziellen Möglichkeiten bringen.“

Antwort der Schufa

Ein Sprecher der Schufa verteidigt die Organisation gegen die Vorwürfe Paulis. Das Schufa-Verfahren sei ein sehr genaues statistisches Verfahren.

Scoring-Verfahren seien heute in vielen Bereichen relevant, etwa beim Abschluss einer Kfz-Versicherung, auch dort würden Statistiken zum Einsatz kommen.

Die Zuverlässigkeit der Schufa-Methoden werde regelmäßig überprüft.

Er fügt hinzu, dass Banken und andere Unternehmen, sowie Vermieter sich nie ausschließlich an der Schufa-Auskunft orientieren. Die Verantwortung für die Prüfung des Einzelfalls liege beim jeweiligen Geschäftspartner. Dabei seien die individuellen Geschäftskriterien entscheidend.

Dort könnten neben der persönlichen Situation auch Einkommen und Vermögen geprüft werden.

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