Schufa und die Nichtabgabe der Vermögensauskunft!


Falls auch Sie wegen den öffentlichen Verzeichnissen in der Schufa eingetragen sind und unsere Unterstützung benötigen, können Sie sich gern per E-Mail melden und uns Ihren Fall schildern. Wir können Sie gern dabei unterstützen, Klarheit über die Schufa-Angelegenheit zu erhalten und Lösungsmöglichkeiten auszuloten, damit Sie wieder ein normales Leben führen können.

Was ist die Nichtabgabe der Vermögensauskunft überhaupt?

Wenn wir über die Nichtabgabe der Vermögensauskunft sprechen, reden wir von Fällen, in denen ein Gläubiger versucht, Zwangsvollstreckungsmaßnahmen hinsichtlich des Schuldners durchzuführen. Bevor dies geschieht, informiert sich der Gläubiger jedoch zunächst über die Vermögensverhältnisse des Schuldners, um nicht “ins Leere” zu vollstrecken und hierfür Kosten letztlich selbst tragen zu müssen. Um also die notwendigen Informationen einzuholen, kann der Gläubiger einen Gerichtsvollzieher damit beauftragen, eine Vermögensauskunft beim Schuldner zu verlangen. Voraussetzung hierfür wiederum ist ein gerichtlicher Titel. Liegt ein solcher vor, wird der Gerichtsvollzieher den Schuldner also zur Abgabe der Vermögensauskunft auffordern – hier wird dem Schuldner Gelegenheit gegeben, über das eigene Vermögen Auskunft zu erteilen und dem Gläubiger somit eine Zwangsvollstreckung zu ermöglichen. Hier wird bereits deutlich, weshalb das Thema brisant ist – welcher Schuldner möchte schon dabei helfen, dass gegen ihn selbst Zwangsvollstreckungsmaßnahmen durchgeführt werden? Allerdings ist der Schuldner zur wahrheitsgemäßen Aussage verpflichtet.

Meldet sich der Schuldner auf die geforderte Abgabe der Vermögensauskunft nicht, und zwar grundlos, kann der Gläubiger einen Haftbefehl beantragen – regt sich der Schuldner also einfach nicht, obwohl der Gerichtsvollzieher Kontakt aufgesucht hat, kann dies ernste Konsequenzen nach sich ziehen. Anders liegen die Fälle, wenn wegen Krankheit oder sonstigen wichtigen Gründen der Termin zur Abgabe der Vermögensauskunft nicht eingehalten werden konnte. In solchen Fällen wiederum ist der Gerichtsvollzieher rechtzeitig zu unterrichten, damit ein anderer Termin gefunden werden kann.

Relevanter als ein möglicher Haftbefehl ist jedoch die Eintragung des Schuldners in das Schuldnerverzeichnis durch den Gerichtsvollzieher. Bei Nichtabgabe der Vermögensauskunft kann der Gerichtsvollzieher gem. § 882 c Abs. 1 Nr. 1 ZPO die Eintragung ins Schuldnerverzeichnis veranlassen.

Wie hängt dies mit der Schufa zusammen?

Wieso ist die Nichtabgabe der Vermögensauskunft ein Problem, das mit der Schufa zusammenhängt? Ganz einfach. Sind Sie als Schuldner erst einmal im Schuldnerverzeichnis eingetragen, und zwar aufgrund der Nichtabgabe der Vermögensauskunft, hat die Schufa das gesetzliche Recht, diese Daten in den eigenen Datenbestand aufzunehmen. Was in den öffentlichen Registern einsehbar ist, darf von der Schufa selbst, ohne Einwilligung Ihrerseits und für lange Zeit gespeichert und verarbeitet werden. Eine Nichtabgabe der Vermögensauskunft, die zur Eintragung im Schuldnerverzeichnis führt, bedeutet daher in den allermeisten Fällen auch einen Negativeintrag bei der Schufa. Und zwar ein Negativeintrag, der erhebliche Auswirkungen auf Ihren Score haben wird.

Aus Sicht der Schufa stellt sich die Situation nämlich so dar: Wenn Sie bereits im Schuldnerverzeichnis aufgrund der Nichtabgabe einer Vermögensauskunft zu finden sind, bedeutet dies, dass gegen Sie ein gerichtlicher Titel vorliegt, was schon schlimm genug sein kann, Sie aber daraufhin auch nicht einmal dem Gerichtsvollzieher die Vermögensverhältnisse offengelegt haben. Sie sind damit maximal unglaubwürdig für die Berechnungsmethode der Schufa und daher werden Ihnen viele Vertragspartner ihre Dienste verweigern (z.B. Kredite oder Mietverträge).

Wir haben Fälle erlebt, in denen der Score von 96% auf 5% innerhalb kürzester Zeit gefallen ist, weil die Schufa einen negativen Eintrag aufgrund der Nichtabgabe der Vermögensauskunft vollzogen hat. Und dies ist kein Einzelfall.

Kann man den negativen Eintrag über Nichtabgabe der Vermögensauskunft bei der Schufa wieder löschen?

Nun die gute Nachricht: Sie müssen nicht für immer mit einer solchen Belastung für Ihre Bonitätseinschätzung leben. Die Schufa, aber auch der Gesetzgeber geben die Möglichkeit, diesen Zustand wieder zu bereinigen. Hierfür sind allerdings einige Voraussetzungen zu erfüllen, die zwingend vorliegen müssen, bevor die Nichtabgabe der Vermögensauskunft tatsächlich aus Ihrer “Schufa-Vergangenheit” verschwinden kann.

Zunächst muss der Gläubiger vollständig befriedigt sein – und dies muss dieser auch bestätigen. Auch muss der Eintragungsgrund, also der gerichtliche Titel, weggefallen sein, was wiederum nur der Fall ist, wenn der Gläubiger vollumfänglich befriedigt worden ist. Eine Löschung des Eintrags bei der Schufa direkt ist nicht möglich, da sich die Schufa diesbezüglich am Schuldnerverzeichnis orientiert. Die Löschung der Eintragung muss also beim Schuldnerverzeichnis selbst beantragen und durchgeführt werden. Hier müssen auch die Nachweise erbracht werden und der Eintrag wegen Nichtabgabe der Vermögensauskunft bereinigt werden. Erst dann ist die Entfernung des Negativeintrags bei der Schufa möglich.

Unsere Erfahrungen mit dieser Art von Fällen

In unserer Beratungspraxis erleben wir oft, dass Menschen gar nicht verstehen, weshalb ihr Schufa-Score derart schlecht ist, da offensichtlich keine negativen Einträge vorhanden sind. Erst bei genauer Durchsicht der Datenauskunft seitens der Schufa wird ersichtlich, dass Eintragungen aus den öffentlichen Verzeichnissen ein Problem darstellen können. Hierbei ist leider auch nicht sofort klar, wer oder was diesen Eintrag verursacht hat, da oftmals nur eine Vorgangsnummer angegeben wird. Die betroffene Person kann daraus allein gar nicht erkennen, um welchen Vorgang es sich handelt. Ferner muss, um den Eintrag vollständig zu löschen, Kontakt zum Gläubiger und/oder Gerichtsvollzieher, sowie zum zuständigen Vollstreckungsgericht aufgenommen werden – ein für viele Betroffene völlig undurchsichtiger Vorgang, der teilweise kafkaesk anmutet. Wir helfen diesen Menschen dabei, Ordnung in die Angelegenheit zu bekommen und, wenn möglich, den Eintrag wegen Nichtabgabe der Vermögensauskunft restlos aus der Schufa zu entfernen, damit wieder ein neues Leben begonnen werden kann. Gern helfen wir auch Ihnen.

 

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2 Kommentare zu “Schufa und die Nichtabgabe der Vermögensauskunft!
  • 26. März 2019 um 08:19 Uhr
    anonym says:

    Nichtabgabe der Vermögensauskunft hat meinen Schufa-Score auf 5% heruntergezogen. Leute, macht den Fehler lieber nicht …

    • 28. März 2019 um 08:13 Uhr

      Sehen wir genauso. Nichtabgabe der Vermögensauskunft ist bei der Schufa sowas wie das “worst case scenario”.

      Beste Grüße
      Rechtsanwalt Thomas Feil

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