Musterbrief für die Schufa? Keine gute Idee!

Wer Schwierigkeiten wegen Eintragungen bei der Schufa oder generell mit der Schufa hat, kann das Unternehmen telefonisch, postalisch oder per E-Mail kontaktieren. Allerdings liegen Problemen mit der Schufa nicht selten komplexe Sachverhalte und rechtliche Fragestellungen zugrunde, sodass Betroffene gut beraten sind, sich Hilfe einzuholen. Viele greifen auf Muster oder Musterbriefe aus dem Internet zurück, wenn sie Kontakt mit der Schufa aufnehmen, und erhoffen sich, dadurch zeitsparend und effektiver das Problem lösen zu können. Warum ein Musterbrief nicht immer die beste Idee ist, möchten wir aufgrund unserer Erfahrung mit Schufa-Problemen aufzeigen.

Muster und Musterbrief – wo gibt es das?

Musterbriefe, Vorlagen und Musterformulierungen finden sich im Internet. Bei den gängigen Suchmaschinen kann man diese Begriffe eingeben und wird fündig. Allerdings weisen wir darauf hin, dass unsere Recherche zum Teil dubiose Anbieter von Musterbriefen und Vorlagen zum Vorschein gebracht hat, die sich zunächst kostenlos gerieren, letztlich aber eine kostenpflichtige Leistung erbringen wollen. Hier ist also Vorsicht walten zu lassen, um nicht etwa versehentlich eine kostenpflichtige Dienstleistung in Anspruch zu nehmen.

Die Musterbriefe sind teilweise als .jpg oder als Textdokumente zum Download bereitgestellt. Es handelt sich oft um Musterbriefe für Auskunftsansprüche oder Änderungsmitteilungen, aber auch Löschungsersuche lassen sich unter den Mustern finden. Nur wenige Anbieter dieser Musterbriefe weisen darauf hin, dass das Muster besser nicht 1 zu 1 verwendet werden sollte, sondern noch Anpassungsbedarf besteht.

Oft finden sich die Schufa-Musterbriefe und Vorlagen auf Websites, die zu verschiedenen Themen Vorlagen und Muster bereithalten.

Einzelfälle bedürfen gesonderter Schreiben

Wir möchten in diesem Blogbeitrag darauf hinweisen, dass sich Musterbriefe und Vorlagen zwar bequem anhören mögen, nicht immer aber der gangbare Weg sein können. Das liegt daran, dass viele Fälle – sei es Rechtsprobleme mit der Schufa oder der Streit um Schufa-Einträge, falsche Daten bei der Schufa oder sonst was – tatsächlich Einzelfälle sind, denen besondere Sachverhalte zugrunde liegen. Oder anders gesagt: nicht jeder Fall ist gleich und kann mit einem Standardschreiben “abgearbeitet” werden.

Verwender solcher im Internet auffindbaren Vorlagen und Muster sollten sich darüber im Klaren sein, dass bei der Schufa und in sonstigen großen Unternehmen oder Behörden Sachbearbeiter sitzen, die täglich eine Vielzahl solcher Posteingänge bearbeiten. Die Sachbearbeiter kennen auch die Musterbriefe und Vorlagen und es ist nicht schwer sich vorzustellen, wie motiviert ein Mensch nach dem 1000. Musterbrief den tatsächlichen Inhalt noch aufmerksam lesen mag.

Ein eigens angefertigtes Schreiben deutet in der Regel darauf hin, dass sich der Verfasser – und das sind in diesem Fall Sie! – sich eingehend und selbstständig mit dem Problem auseinandergesetzt hat.

Was sich mit einem Musterbrief tatsächlich erledigen lässt

Dennoch gibt es Fälle, in denen bezüglich der Schufa auf einen Musterbrief oder eine Vorlage zurückgegriffen werden kann. Der Auskunftsanspruch nach den Regelungen des Bundesdatenschutzgesetzes ist ein solcher Fall. Hierfür brauchen Sie nicht aufwendig eigene Formulierungen finden, sondern können tatsächlich die Vorlagen und Muster aus dem Internet verwenden – aber Vorsicht. Sobald sich die Rechtslage ändert, ist der Inhalt des Musterbriefes nicht mehr korrekt. Insbesondere wird bald das Bundesdatenschutzgesetz durch die EU-Datenschutzgrundverordnung abgelöst. Dann muss sich auch der Inhalt eines solchen Musterbriefes ändern. Hier und in vielen anderen Fällen besteht grundsätzlich die Gefahr, veraltete Vorlagen zu verwenden.

Auch bei der Mitteilung von Datenänderungen bei sich selbst kann auf Musterbriefe zurückgegriffen werden. Wer nur kurz eine Adressänderung oder Namensänderung mitteilen möchte, kann eine Vorlage verwenden, die um die eigenen Daten ergänzt, bzw. modifiziert werden muss.

Wann Sie keine Musterbriefe verwenden sollten

Musterbriefe und Vorlagen aus dem Internet erreichen ihre Grenzen unserer Ansicht nach dann, wenn die Sachverhalte und die Probleme größerer Natur sind. So beispielsweise, wenn Sie der Meinung sind, ein negativer Schufa-Eintrag sei zu Unrecht erfolgt. Hier empfehlen wir dringend, auf die Verwendung von Standardschreiben zu verzichten, sondern ein eigenes Schreiben aufzusetzen. Es geht schließlich um einen Einzelfall, der teilweise komplexe Hintergründe haben kann. Mit einem Musterbrief, der letztlich gar nicht auf die Details Ihres Anliegens eingeht, erreichen Sie womöglich gar nichts, außer den Schufa-Sachbearbeiter unnötigerweise zu frustrieren.

Auch anderweitige, langwierige und mitunter schwierige Auseinandersetzungen mit der Schufa sollten nicht durch Musterbriefe bewältigt werden. Wir haben schon Vorlagen gesehen, die mit der Rechtsprechung des europäischen Gerichtshof für Menschenrechte argumentierte – das war unserer Ansicht nach nicht nur falsch, sondern lächerlich, weshalb wir bei komplexem Schriftwechsel mit der Schufa dringend davon abraten, Vorlagen zu verwenden.

Unsere Hilfestellung

Sollten in Ihrem speziellen Einzelfall die Möglichkeiten von Musterbriefen erschöpft sein, oder sind Sie grundsätzlich gegen eine Verwendung von Vorlagen aus dem Internet, was wir gut nachvollziehen können, stehen wir Ihnen gern zur Verfügung. Unsere Kanzlei ist auf das IT-Recht und Datenschutzrecht spezialisiert und bearbeitet insbesondere Schufa-Fälle, die mit negativen Eintragungen und Rechtsstreitigkeiten mit der Schufa zusammenhängen.

Gern können Sie uns unverbindlich anrufen und uns Ihr Problem mit der Schufa schildern. Wir teilen Ihnen unverzüglich mit, ob und inwieweit wir Ihnen behilflich sein können.

 
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6 Kommentare zu “Musterbrief für die Schufa? Keine gute Idee!
  • 21. November 2016 um 08:52

    Guten Tag,

    vielen Dank für Ihre Wortmeldung zu “Musterbrief für die Schufa? Keine gute Idee!”. Wir empfehlen grundsätzlich, keine Musterbriefe zu verwenden. Gern können Sie auf uns zurückkommen, falls sich die Schufa weder auf Ihren Musterbrief, noch auf Ihr eigenes Anschreiben reagiert.

    Mit freundlichen Grüßen
    Rechtsanwalt Thomas Feil

  • 17. November 2016 um 09:01
    Kai sagt:

    Die SCHUFA hat mir auf einen verschickten Musterbrief nicht geantwortet… ich glaube, ich schreibe jetzt noch mal eigenständig einen Brief an die SCHUFA und wenn dann auch keine Reaktion wie beim Musterbrief erfolgt, sollen Sie für mich tätig werden….

  • 21. Oktober 2016 um 08:32

    Guten Tag,

    vielen Dank für Ihr Interesse an unserem Beitrag “Musterbrief für die Schufa? Keine gute Idee!”. Grundsätzlich geben wir “nicht einfach so” Musterbriefe an Fremde heraus, insbesondere weil wir das für nicht hilfreich aus Sicht der Betroffenen erachten. Wenn es bei Ihnen lediglich um eine Auskunft bei der Schufa geht, brauchen Sie keinen Musterbrief, sondern schreiben Sie der Schufa einen Satz: Dass Sie die Datenübersicht verlangen. Alle anderen Schreiben sind schon zu speziell und sollten nicht mit einem Musterbrief “erledigt” werden. Falls Sie unsere Hilfe brauchen, können Sie uns gern anrufen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Rechtsanwalt Thomas Feil

  • 20. Oktober 2016 um 07:58
    Janette Biebers sagt:

    Können Sie mir einen Musterbrief geben für die Schufa?

  • 18. Oktober 2016 um 08:46

    Guten Tag,

    wir danken für das Interesse an unserem Beitrag “Musterbrief für die Schufa? Keine gute Idee!”. Für eine bloße Schufa-Auskunft können Sie einen Musterbrief verwenden oder einen eigenen, kurzen Brief verfassen. Es ist nicht notwendig, juristisch hochtrabende Formulierungen zu finden. Es geht um eine einfache Anforderung der eigenen Datenübersicht bei der Schufa. Musterbriefe im Internet können veraltet sein, dürften aber für eine Auskunft noch ausreichen. Für alles andere empfehlen wir ausdrücklich keine Musterbriefe.

    Mit freundlichen Grüßen
    Rechtsanwalt Thomas Feil

  • 17. Oktober 2016 um 17:23
    Jens T. sagt:

    Guten Tag,

    kann man einen Musterbrief für die Auskunft bei der Schufa verwenden? Sollte doch möglich sein, oder muss etwas im Musterbrief Ihrer Ansicht nach ergänzt oder angepasst werden? Hat sich denn rechtlich in den letzten Jahren etwas verändert? Danke für die Antwort im Voraus!

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