Schufa und Inkasso – Probleme und Möglichkeiten!


Inkassounternehmen – was steckt dahinter?

Inkassounternehmen funktionieren wie folgt: Sie kaufen Forderungen von Gläubigern auf, und versuchen, die Schuldner zur Zahlung zu veranlassen. Dies geschieht meistens zunächst durch höfliche Kontaktaufnahmen, beispielsweise per Brief oder Anruf, mit der Bitte um Begleichung der ausstehenden Forderung. Nicht selten werden Inkassogebühren veranschlagt, die auch noch gezahlt werden sollen (dazu gibt es eine Menge Rechtsprechung – nicht immer sind diese Gebühren zulässig!). Wer auf das “höfliche” Schreiben des Inkassounternehmens nicht reagiert oder zahlt, wird weiter kontaktiert. Dann aber weitaus unhöflicher als zuvor, bis hin zu Hausbesuchen. Das Inkassobüro versucht mit allen (legalen) Mitteln, Druck aufzubauen. Zu den Drohgebärden gehören auch die Ankündigungen um einen Eintrag bei der Schufa oder der Erhebung von gerichtlichen Klagen. Wer mit einem Inkassounternehmen zu tun hat, ganz gleich, ob wegen der Schufadrohung oder sonst was, sollte bei hohen Summen einen Rechtsanwalt einschalten.

Schufa und Inkasso – wie gehört das zusammen?

Die Schufa ist ein ganz anderes Unternehmen als ein Inkassounternehmen. Die Schufa sammelt Daten und errechnet aus diesen Daten Prognosewerte über die Bonität eines Bürgers. So können große Unternehmen erste Anhaltspunkte über die Zahlungsfähigkeit eines potenziellen Kunden bekommen. Die Schufa verkauft diese Daten. Eine direkte Verbindung von Schufa und Inkasso gibt es also gar nicht, aber eine indirekte. Die Inkassounternehmen erwähnen die Schufa nämlich oft in ihren Anschreiben, und zwar in der Weise, dass eine Drohung mit einem Schufaeintrag ausgesprochen wird, falls nicht der Forderung des Inkassos nachgekommen wird. Wer also lange auf das Schreiben des Inkassounternehmens nicht reagiert, wird mit einem Schufaeintrag bedroht.

Inkasso droht mit Schufaeintrag – wie reagieren?

Falls Sie von einem Inkassounternehmen mit einem Negativeintrag bei der Schufa bedroht werden, sollten Sie sich mit einem Rechtsanwalt besprechen. Ein Inkassounternehmen darf nämlich nicht nach eigenem Belieben Eintragungen bei der Schufa vornehmen. Dies gilt erst Recht, wenn Sie die Forderung gegenüber dem Inkassounternehmen bestritten haben. Eine Schufaeintragung wegen bestrittener Forderungen ist nicht zulässig. Die Drohung damit ebenfalls nicht! Sollte ein Inkassounternehmen aber dennoch einen Schufaeintrag über Sie vornehmen, kann dies ernste Konsequenzen für Sie bedeuten. Schon bei minimalen negativen Veränderungen des Schufascores verweigern viele Kreditunternehmen und Vermieter einen Vertragsabschluss. Ärger mit dem Inkasso kann also zu ernsten Problemen durch Einträge bei der Schufa führen. Dagegen können Sie sich jedoch rechtlich wehren! Ein Inkassounternehmen kann auf Unterlassung in Anspruch genommen werden, oder aber strafrechtlich angezeigt werden, falls die Drohung eine Nötigung darstellt.

Schufaeinträge löschen und bereinigen lassen

Falls das Inkasso bei der Schufa über Sie jedoch schon einen Negativeintrag veranlasst hat, der nicht hätte veranlasst werden dürfen, ist Ihr Schufascore fast sofort “im Keller”. Dann geht es in erster Linie nicht darum, sich mit dem Inkassounternehmen zu streiten, sondern den Schufaeintrag zu löschen und zu bereinigen. Nur so kann ein einwandfreier Score wieder hergestellt werden.

Uns kontaktieren Mandanten bundesweit, damit wir für sie Einträge bei der Schufa löschen und bereinigen. Dabei müssen wir uns für unsere Mandanten einerseits mit der Schufa, andererseits mit den Unternehmen auseinandersetzen, die den Eintrag veranlasst haben. Es muss rechtlich also immer in zwei Richtungen gedacht werden. Nicht selten reagieren Unternehmen wie Inkassounternehmen nicht, wenn man datenschutzrechtliche Ansprüche geltend macht, um den eigenen Schufascore zu verbessern. Allerdings gibt es dagegen ein Mittel, und zwar rechtsanwaltlichen Druck. Bleibt das Inkasso und die Schufa dann immer noch tatenlos, legen wir Klage für unsere Mandanten gegen dieses Verhalten ein. Vor Gericht können wir dann erreichen, dass die Schufa und das eintragende Unternehmen datenschutzrechtliche Vorschriften ausreichend beachten. Eine Verbesserung des Scores ist somit möglich.

Gern helfen wir auch Ihnen, falls Sie Probleme mit der Schufa und einem Inkasso haben.

 

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars 18 Bewertung(en), durchschnittlich: 4,61 von 5
LoadingLoading...

Unsere weiteren News und Berichte über Schufa

11 Kommentare zu “Schufa und Inkasso – Probleme und Möglichkeiten!
  • 24. August 2017 um 20:00
    Thomas says:

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    ich habe gerade eine Mahnung von City-Inkasso-Frankfurt bekommen, die im Auftrag der Firma 5D-Marketing aus Bosnien. Tätig ist. Hintergrund ist ein Kaltaquiseanruf eines Mitarbeiters von 5D, der mir eine zinsfreie Kreditkarte für 130€ anbot. Ich saget, weil ich tatsächlich gerade eine neue Karte suchte, daß er mir die Unterlagen schicken dürfe, wenn ich sie bei Nichtgefallen stornieren kann.
    Der Brief kam an, hat mir wie ein üblicher Werbebrief ausgesehen und ich habe einen kurzen Zweizeiler als Kündigung per Post an die Münchener Adresse von 5D geschickt. Allerdings ohne Einschreiben. Eine Woche später rief jemand an, daß die Kündigungsfrist ausliefe. Dem habe ich gesagt, daß ich gekündigt habe und das hat er sich “eingetragen”. Es kam eine Mahnung, der habe ich diesmal mit Einschreiben widersprochen. Nun möchte das Inkassobüro 200€. Ich würde jetzt intuitiv Strafanzeige stellen, und auch dem Inkassobüro schreiben, daß ich sie verklage, wenn sie trotz bestrittener Forderung mit Schufa drohen. Kann ich mich och anders wehren? Danke für Ihr Feedback

    • 29. August 2017 um 08:04

      Guten Tag,

      vielen Dank für Ihre Anfrage zu “Schufa und Inkasso”. Eine Strafanzeige macht nur Sinn, wenn es sich tatsächlich um einen Betrug handelt. Sie müssen im Falle einer weiteren rechtlichen Auseinandersetzung nachweisen, dass die Kündigung bei der Gegenseite zugegangen ist.

      Sie können aber eine so genannte negative Feststellungsklage bei Gericht einreichen, mit der ein Gericht geklärt, ob die Forderung des Inkassobüros berechtigt sind. Nachteil einer solchen Vorgehensweise ist, dass Sie Gerichts- und Anwaltskosten aufwenden müssen. Vorteil ist, dass nach Abschluss des gerichtlichen Verfahrens es keinen Streit mehr über die Berechtigung der Forderung gibt.

      Mit freundlichen Grüßen
      Rechtsanwalt Thomas Feil

  • 20. August 2017 um 12:37
    Klostermann martina says:

    Hallo,
    ich hatte im Mai über das Internet einen Bönitäsnachweis der Schufa beantragt, das lief über einen Vermittler, was ich aber erst einen Tag später festgestellt hatte.
    Am selben Tag hab ich dann noch bei der Schufa direkt einen Bonitätsnachweiß online beantrag, sofort mit PayPal bezahlt und sofort zum downloaden. daraufhin hab ich den ersten Auftrag mit dem Vermittler widerrufen, per Einschreiben mit Rückschein, der Brief ist bei der Post bis heute leider verschollen.
    Ebenso hab ich bei der Schufa auch diesen ersten Auftrag, der über den Vermittler lief widerrufen und der wurde auch prompt storniert und mir das Geld, welches sie zwischenzeitlich von meinem Konto abgebucht hatten erstattet.
    Ich bekam dann eine Mahnung von dem Vermittler des ersten Auftrages, der storniert wurde und hab ihm mitgeteilt, dass ich den Auftrag widerrufen habe und bei der Schufa ebenso und dass dieser auch storniert wurde, somit wurde auch keine Leistung erbracht und er habe kein Anrecht auf seine 19,90 €, die er dafür verlangt.
    Dieser zweite Widerruf per Mail, war leider erst nach der Zweiwochenfrist, da ich zu spät erfahren hab, dass der Brief verschollen ist.
    Es kam null Reaktion, statt dessen kam nur eine weitere Mahnung, alles per Mail und wieder hab ich ihm geschrieben, dass er kein Recht hat, eine Forderung zu stellen für eine nicht erbrachte Leistung und dass ich mir vorbehalte, ihn wegen Betrug anzuzeigen, wenn er es nicht unterlässt.
    Jetzt war einige Wochen Ruhe und gestern flattert mir ein Schreiben vom Inkassobüro rein, mit einer Forderung von 73,90 €, mit dem Hinweis, ich sollte den Betrag zahlen, um Auswirkungen auf meine Kreditwürdigkeit zu vermeiden.
    Was kann ich tun?

    • 21. August 2017 um 08:05

      Guten Tag,

      vielen Dank für Ihre Anfrage hinsichtlich Schufa und Inkasso. Gern antworten wir Ihnen per Mail konkret.

      Mit freundlichen Grüßen
      Rechtsanwalt Thomas Feil

  • 10. Mai 2017 um 18:25
    Christian Volk says:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich habe vor über einem Jahr auf einem Lidl-Parkplatz geparkt und einen Strafzettel in Höhe von 25€ erhalten. Diesen habe ich nicht bezahlt weil meiner Ansicht nach die Forderung nicht rechtens war. Die Schilder an diesem Parkplatz gaben keinerlei Auskunft über die sogenannte Vertragsstrafe von 25€. Über ein halbes Jahr später kam eine Mahnung an meinen Schwiegervater in spe. Das Auto war das Auto meiner Freundin, welches widerum auf ihren Vater zugelassen war. Wir haben diese Mahnung in Höhe von 58€ ignoriert. Im Februar diesen Jahres kam dann ein erster Brief von einem Inkasso-Büro. Hierin wurden meinem Schwiegervater in spe rechtliche Konsequenzen angedroht. Ich habe daraufhin mit ihm zusammen ein Antwort-Schreiben verfasst, aus welchem hervorgeht dass er keinen Vertrag mit der Parkgesellschaft schließen konnte weil er zu diesem Zeitpunkt im Urlaub war. Das ist auch die Wahrheit. Deshalb streiten wir die Forderung ab. Heute kam ein zweiter Brief vom Inkasso-Büro. Darin steht dass wir innerhalb von 10 Tagen bezahlen müssen oder es gibt rechtliche Konsequenzen und einen Schufa-Eintrag. Der Vater meiner Freundin will jetzt bezahlen aber ich finde das Ganze von vorne bis hinten Betrug.
    Ich überlege jetzt dem Inkasso-Büro zu antworten, dass ich der Fahrer war und sie sich an mich deswegen wenden müssen. Ich möchte einfach nur den Vater meiner Freundin vor einem Schufa-Eintrag bewahren. Was ist Ihre Meinung dazu?

    Es wäre wahnsinnig nett wenn Sie mir ein paar wertvolle Tips geben könnten. Einen Anwalt im klassischen Sinne kann ich mir leider nicht leisten. Da wären die nun geforderten 127€ wohl billiger. Aber es geht gegen meinen Gerechtigkeitssinn dies zu bezahlen.

    Beste Grüße und vielen Dank im Voraus,

    Christian

    • 12. Mai 2017 um 10:25

      Guten Tag,

      vielen Dank für Ihre Anfrage zu Schufa und Inkasso. Grundsätzlich gibt es bei Dienstleistern im Bereich Inkasso solche und solche … wir haben da schon alle Möglichen Erfahrungen mit Inkassobüros machen dürfen. Wir nehmen per Mail mit Ihnen Kontakt auf, um die Schufa und die Inkassosache zu klären.

      Mit freundlichen Grüßen
      Rechtsanwalt Thomas Feil

Schreibe einen Kommentar
Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Sie können folgende HTML-Tags benutzen:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong> 
*
*

Kontakt

RECHT FREUNDLICH
Feil Rechtsanwaltsgesellschaft mbH
Döhrbruch 62
30559 Hannover

Formular