Der SCHUFA Score nach der Privatinsolvenz


Dies ist dem Umstand geschuldet, dass ein Privatinsolvenzverfahren einen Neuanfang ermöglichen soll.

Der Betreffende hat nach einem solchen Prozess überhaupt kein Kapital, das heißt, jede finanzielle Belastung kann ihn wieder aus der Bahn werfen.

Somit haben Personen die eine Restschuldbefreiung erlangt haben ein deutlich höheres Ausfallrisiko als andere.

Eine solche Person wird nach einer Restschuldbefreiung wieder wie ein 18-Jähriger, der kein eigenes Vermögen hat neueingestuft (Dr. Dieter Korczak).

Weiterhin haben die Auskunfteien nach ihrer Selbstauffassung eine Warnfunktion für ihre Kunden, sodass sie verpflichtet sind darauf hinzuweisen, „dass da mal was Schlimmes passiert ist“.

Schließlich gibt auch die Rechtsprechung den Auskunfteien Recht: nach der Insolvenz sei zwar eine Schuldenbefreiung gegeben, ein schlechter Leumund jedoch bleibt (ULD – Dr. Thilo Weichert).

Wie andere Negativeinträge, wird eine Restschuldbefreiung 3 Jahre bei den Auskunfteien gespeichert.

Unabhängig davon, wie sehr sie jedoch auch darüber hinaus einen Score beeinflusst, forderten Verbraucherschützer die Herabsetzung der Löschfrist auf ein halbes Jahr nach Abschluss der Restschuldbefreiung, um einen Neustart nicht unnötig zu erschweren (Dorothea Mohn -Verbraucherzentrale Bundesverband).

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5 Kommentare zu “Der SCHUFA Score nach der Privatinsolvenz
  • 8. Mai 2019 um 03:17 Uhr
    Alexander Wahl says:

    In Berlin bekommt man mit schlechter Schufa keinen Mietvertrag mehr. Das führt dazu, dass Menschen aufgrund der Privatinsolvenz bis zu 10 Jahre nicht umziehen können, selbst wenn sie sich die neue Wohnung problemlos leisten könnten. Der soziale (Wieder-) Aufstieg durch Umzug näher an den Arbeitsplatz oder in familiengerechtere Räume und Nachbarschaften wird somit effektiv ausgebremst. Statt Neuanfang droht eine Dekade Stillstand. Der Sinn dahinter erschließt sich mir nicht.

  • 13. Januar 2019 um 10:05 Uhr
    SD says:

    Interessant: Wenn man nun einmal wie ich, das eigene Elternhaus vor der Zwangsvollstreckung retten will, die Eltern dann aber die Mietzahlungen nicht leisten und man sich aufgrund Krankheit langfristig (1,5 Jahre) Jahre kaum über Wasser halten kann und damit die Raten nicht bedienen kann, dann ist “schlechter Leumund” in dem Zusammenhang ein Scherz.
    Man wird also eher unfreiwillig und fremdgesteuert in die Insolvenz getrieben und hat deswegen einen schlechten Leumund?

    Wenn man als Informatiker nun mit 40 Jahren endlich die RSB erteilt bekommen hat, so hat man mit einem Jahresbrutto von 60k EUR kein Vermögen? Ich denke schon, dass man dann nach Erteilung der RSB mit 40 Jahren und 60k Jahresbrutto wesentlich solventer ist also ein junger Mensch mit 18 Jahren. Wieso dort solch ein Vergleich gezogen wird erschließt sich mir nicht.

    In meinem Fall bedeutet das: Ich bin weitere 3 Jahre ein gebranntmarktes Kind und hätte trotz relativ guten Einkommens so manche Schwierigkeit wenn ich jetzt einen schnöden Mietvertrag abschließen wollen würde, weil die Anfrage bei der Schufa signalisiert: Der Mann ist nicht kreditwürdig.

    Gutes, durchdachtes System!

  • 24. Mai 2018 um 22:32 Uhr
    Michael-Rudolf Jawarsch says:

    Zitat: “Schließlich gibt auch die Rechtsprechung den Auskunfteien Recht: nach der Insolvenz sei zwar eine Schuldenbefreiung gegeben, ein schlechter Leumund jedoch bleibt (ULD – Dr. Thilo Weichert).”

    Es liegt aber nicht an den Krediteien z.b. wie die Schufa den Leumund zu beurteilen, sondern im besten Falle die Solvenz festzustellen. Ganz abgesehen davon, ist es Ziel der Privatinsolvenz mittels der Restschuldbefreiung einen Neuanfang zu ermöglichen, um am finanziellen bzw. wirtschaftlichen Leben wieder teilhaben zu können. Die Restschuldbefreigung zielt in ihrem Wesen darauf ab, Solvenz, als auch Leumund wieder herzustellen. Und 6 bzw. 7 Jahre sind im Vergleich zu anderen europäischen Ländern auch im Internationalen Vergleich diesbezüglich sehr viel weiter, als Deutschland.

    Es ist auch nicht ersichtlich, wie eine überzogene, überlange, ja schon fast paranoide, Speicherung seitens der Schufa eventuelle Kreditgeber/Wirtschaftsinteressen schützt oder ein übergeordnetes Interesse wäre. Im schlimmsten Fall kann das eher die gegenteilige Wirkung haben, das damit weniger Umsatz generiert wird und auch weniger Steuereinnahmen zu erwarten sind.

    Der Vergleich mit 18-jährigen, der kein Vermögen hat, hinkt doch leider sehr. Die Voraussetzungen und Lebenswirklichkeiten eines jungen 18-jährigen Menschen unterscheiden sich doch erheblich z.b. zu einem 48-jährigen Menschen. Es ist anzunehmen, das ein z.b. 38-jähriger Mensch durchaus schon Ausbildung, Studium ect. pp. abgeschlossen, ein relativ stabiles soziales Umfeld geschaffen hat und eventuell auch im Berufsleben Fuß gefasst hat, Die “Verdienstmöglichkeiten”, als auch der Aufbau von Vermögenswerten, kann mit hoher Wahrscheinlichkeit für einen 48-jährigen schneller und effektiver vollzogen werden, als für einen jungen 18-jährigen Menschen.

    Hinzu kommt nun aufgrund der Aktualität das “Recht auf Vergessen”, das vielleicht durchaus auf den Leumund bzgl. zu langer Datenspeicherung vielleicht Fuß fassen kann und ganz aktuell die neue Datenschutzverordnung, die noch weitere Möglichkeiten enthält gegen unerwünschte Einträge vorzugehen.

  • 13. Juli 2017 um 17:07 Uhr
    Volker Rickert says:

    Guten Tag,
    sollten nicht alle PI-ler eine Petition einreichen um Druck auf die Politik auszuüben. Ich wäre der Erste der diese Petition unterschreibt. Straftäter die verurteilt wurden, denen wird nach Verbüßung der Haft ja auch ein sofortiger Neustart gewährt. Es geht ja nicht immer darum gleich einen neuen Kredit aufnehmen zu können. Nach Verbüßung der Insolvenz sollte nach einer angemessenen Zeit auch endgültig Schluss sein mit dem Spuk Schufa. V.R.

    • 14. Juli 2017 um 14:25 Uhr

      Guten Tag,

      vielen Dank für Ihre Anmerkung zu Schufa-Score und Privatinsolvenz.

      Mit freundlichen Grüßen
      Rechtsanwalt Thomas Feil

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