Bonitätsauskünfte der Schufa: Wie gehe ich mit eingeschränkter Bonität um?

Die günstigen Ratenkredite für Immobilien oder andere Anschaffungen zeigen Wirkung. Verbraucher nehmen zunehmend Bankkredite in Anspruch. Bevor eine Kreditvergabe erfolgt, prüft die Bank die Bonität des Kunden. Dafür werden Informationen bei Auskunfteien wie Creditreform, Bürge oder Arvato Infoscore eingeholt. Der Markführer bei Bonitätsauskünften für Banken ist allerdings die Schufa. Sie erteilt ca. 350.000 Auskünfte jeden Tag über Zahlungsverhalten von Verbraucher.IMG_0081

Kritisch wird es allerdings, wenn die Bonitätsbewertung schlecht ausfällt. Schnell wird dann von der Bank ein Kredit verweigert.

Bei der Schufa werden Informationen über das Zahlungsverhalten von mehr als 66 Mio. Bundesbürgern erfasst. Jeder Bundesbürger hat einen Score-Wert. Dieser Score-Wert beschreibt die Wahrscheinlichkeit in Prozent, dass der Verbraucher die Zahlungsverpflichtungen einhält.

Bei der Schufa werden beispielsweise Informationen über Bankkonten, Kreditkarten, Leasingverträge oder Mobilfunkkonten gespeichert. Auch Ratenzahlungsgeschäfte und Zahlungsausfälle werden bei der Schufa gespeichert. Die Schufa speichert aber nicht Informationen über Einkommen oder Vermögen.

Interessant ist das Geschäftsmodell der Schufa. Sie erhebt selbst keine Daten und führt auch keine Recherchen durch. Die Informationen kommen von den Vertragspartnern, öffentlichen Bekanntmachungen oder Schuldnerverzeichnissen.

Allerdings gibt es ca. 6 Mio. Bürger mit einer eingeschränkten Bonität. Wer seine Bonität verbessern möchte, muss im Einzelnen prüfen, welche Informationen zu einem schlechten Score-Wert geführt haben. Dies kann beispielsweise an Zahlungsausfällen liegen, insbesondere gerichtliche Titel bereiten in der Praxis Schwierigkeiten. Wer beispielsweise sich mit seinem Mobilfunkanbieter über 10,00 € gerichtlich auseinandergesetzt hat, riskiert eine schlechte Bewertung bei der Schufa. Dies rächt sich bei der nächsten Kreditvergabe.

Auch bewertet beispielsweise die Schufa viele Girokonten eher negativ, da möglicherweise der Kunde nicht mit seinem Geld haushalten kann. Auf jeden Fall schaden gerichtliche Mahnverfahren, vollstreckbare Titel oder Zwangsversteigerungen.

Wir empfehlen daher allen Bundebürgern, sich regelmäßig über die Schufa eine entsprechende Selbstauskunft zu holen und zu prüfen, ob die entsprechenden Angaben richtig sind. Fehler bei der Schufa-Auskunft treten immer wieder auf. Die Schufa muss dann entsprechende Fehler berichtigen.

Kreditanfragen löscht die Schufa erst nach 12 Monaten. Allerdings wird den Vertragspartnern nur in einem Zeitraum von 10 Tagen eine entsprechende Information zur Verfügung gestellt- Drei Jahre speichert die Schufa Kredite ab dem Zeitpunkt der Rückzahlung und Informationen über nicht erfüllte Zahlungen. Auch Daten aus Schuldnerverzeichnissen oder Informationen über eine Restschuldbefreiung werden drei Jahre lang gespeichert. Fünf Jahre werden Informationen über die Abweisung eines Insolvenzverfahrens gespeichert. Hier zeigt sich, dass viele Einträge länger als erwartet bei der Schufa gespeichert werden.

In der Praxis können wir nur den Rat geben, dass insbesondere Mahnungen oder gerichtliche Maßnahmen von Gläubigern nicht missachtet werden, sondern entsprechend reagiert wird. Viele Probleme lassen sich vermeiden, wenn bei Zahlungsverzögerungen angemessen reagiert wird.

Zum Schluss unser Praxistipp: Nicht nur bei der Schufa sollte regelmäßig eine Selbstauskunft eingeholt werden, sondern auch bei Arvato Infoscore, Creditreform, Bürgel und dem Hinweis- und Informationssystem der Versicherer (HIS) sollte nachgefragt werden, welch Informationen hinterlegt sind. Dann gibt es bei der nächsten Kreditvergabe oder dem nächsten Handykauf keine bösen Überraschungen.

 
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