Anwalt für Schmerzensgeld gesucht?

Lesezeit: ca. 7 Minuten

Der Bereich Schmerzensgeld ist ein Teil des Schadensersatzes und dabei ein besonders empfindlicher Teil.  Gerade Mandanten, die einen Anspruch auf Schmerzensgeld haben können erwarten zu Recht nicht nur eine gute juristische Vertretung, sondern auch einen Anwalt für Schmerzensgeld, welcher die Bedürfnisse des Mandanten versteht und sich in den Mandanten hineinversetzen kann. Für den Mandanten ist es daher bedeutsam, den richtigen Anwalt zu finden.

Dieser Beitrag soll vorliegend das System Schadensersatz und Schmerzensgeld beleuchten und aufzeigen, was einen guten Anwalt für Schmerzensgeld ausmacht. Sind hiernach noch Fragen verbleibend oder möchten Sie, dass wir Sie in einem Fall des Schmerzensgeldes vertreten? Dann schreiben Sie uns einfach an oder rufen Sie uns an. Wir sind gerne für Sie da.

Schmerzensgeld im Bereich Schadensersatz

Das Recht des Schmerzensgeldes ist ein Teilgebiet des Schadensersatzrechts. Ein Anwalt für Schmerzensgeld sollte sich daher auch im gesamten Bereich Schadensersatz auskennen. Das Schadensersatzrecht dient dem Erhalt von Werten, da für den Verlust ein Ersatz geschuldet ist. Ebenso wird dadurch die Verantwortung, wer für einen Verlust aufkommen muss, geregelt. Früher galt das Recht des stärkeren während heute das Gesetz versucht, einen angemessenen Ausgleich zu schaffen und damit die Rechtsgüter des Einzelnen schützen möchte als auch letztlich dem Geschädigten ermöglichen möchte, seine Rechte auch durchzusetzen. Hierfür hat der Staat ein Verfahren geschaffen, welches auf die Erkennung und Durchsetzung privater Rechte zielt: Den Zivilprozess.

Dieser ist die notwendige Kehrseite des staatlichen Gewalten Monopols. Da der einzelne Bürger seine Rechte so nicht mehr selber durchsetzen kann, muss ihm dafür eine Institution geschaffen werden, die es ihm ermöglicht, an sein Recht zu kommen.

Das gilt auch für den Schadensersatz. Beschädigt A dem B dessen Fahrzeug, muss B Ersatz für die Beschädigung verlangen können. Hierbei muss aber B beweisen können, dass A das Fahrzeug beschädigt hat. Andernfalls wird er verlieren. Die Frage des Beweises ist dabei eine rechtsstaatliche Notwendigkeit im Bereich Schadensersatz, damit eine unberechtigte Inanspruchnahme vermieden wird. Das dadurch auch bisweilen ungerechte Ergebnisse entstehen, muss auch Gründen des Rechtsfriedens hingenommen werden.

Vorliegend schuldet der A dem B Schadensersatz. Dieser wird durch die §§ 249 ff. BGB näher ausgefüllt. Grundsatz im Recht des Schadensersatzes, den auch Anwälte beachten müssen, ist der Grundsatz der Totalreparation. Es soll der Zustand geschaffen werden, der bestünde, wie wenn das schadensstiftende Ereignis nicht eingetreten wäre. Vorliegend kämme bspw. eine Reparatur in Betracht. Bisweilen entscheidet sich der Geschädigte auch dafür, bloß den damaligen wert zu erhalten. Er erhält dann nicht die Reparatur, sondern einen Geldbetrag, den er auch anders verwenden kann.

Das Schmerzensgeld ist ein Teil des Schadensersatzes, nimmt jedoch eine besondere Stellung ein. Wie oben beschrieben dient der Schadensersatz dem Erhalt von Werten, soll also vor Vermögenseinbußen bewahren. Doch beim Schmerzensgeld geht es gar nicht um materielle Schäden. Denn durch bspw. Schmerzen ist die Vermögensposition gar nicht verringert worden.

Hier macht das Gesetz aber eine Ausnahme und lässt auch bestimmte nicht materielle, sogenannte immaterielle Schäden als ersatzfähig zu.

Das Schmerzensgeld

Ausgangspunkt ist § 253 BGB:

  • 253
    Immaterieller Schaden

(1) Wegen eines Schadens, der nicht Vermögensschaden ist, kann Entschädigung in Geld nur in den durch das Gesetz bestimmten Fällen gefordert werden.

(2) Ist wegen einer Verletzung des Körpers, der Gesundheit, der Freiheit oder der sexuellen Selbstbestimmung Schadensersatz zu leisten, kann auch wegen des Schadens, der nicht Vermögensschaden ist, eine billige Entschädigung in Geld gefordert werden.

Zunächst bestätigt der erste Absatz den Ausnahmecharakter für diesen Schadenstypus. Möglich ist eine Entschädigung für Schäden, welche sich nicht im Vermögen des Geschädigten manifestieren nur dann, wenn das Gesetz dieses bestimmt. Wie Sie auch sehen ist daher der Begriff Schmerzensgeld zu eng, da es nicht stets um Schmerzen geht, sondern jeweils um geschützte Rechte oder Rechtspositionen, die merklich beeinträchtigt werden. Da der Begriff Schmerzensgeld aber so griffig ist, soll dieser auch weiterhin verwendet werden.

Der zweite Absatz ist sogleich ein Fall im Sinne des Absatzes eins, welcher mehrere Fälle aufzählt, in denen auch ein Schmerzensgeld zugesprochen werden kann. Ein Anwalt für Schmerzensgeld wird daher auch hier anfangen. Zunächst ist die Verletzung des Körper und der Gesundheit umfasst. Dies sind oft klassische Fälle des Schmerzensgeldes, bspw. infolge einer Körperverletzung. Oft auch infolge von Unfällen. Des Weiteren kann auch bei einer Verletzung der Freiheit und der sexuellen Selbstbestimmung Schadensersatz geleistet werden. Im BGB findet sich auch weiterhin ein Anspruch auf Ersatz entgangener Urlaubsfreuden. Früher gab es auch noch das Kranzgeld als Entschädigung für die voreheliche Hingabe einer Frau, wenn die Erwartung der Eingehung der Ehe enttäuscht wurde. Dies wurde jedoch als nicht mehr zeitgemäß verbannt.

Probleme bereiten Verletzungen des allgemeinen Persönlichkeitsrechts. Dieses ist auch ein Rechtsgut, welches absolut geschützt wird. Eine gesetzliche Bestimmung, dass auch bei Verletzung Schadensersatz gezahlt werden muss, findet sich jedoch nicht. Hier liest die Rechtsprechung dieses Recht in § 253 Abs. 2 BGB mit hinein.

Worauf ein Anwalt für Schmerzensgeld achten muss

Zunächst einmal muss der Anwalt für Schmerzensgeld überhaupt erkennen, dass ein solcher Anspruch auf Schmerzensgeld in Betracht kommt. Oft neigt man gerade auch außerhalb von tatsächlichen Szenarien, in denen Schmerzen erlitten wurden, sich vorwiegend nur auf die Vermögenseinbußen zu konzentrieren.

Anschließend muss der Anwalt für Schmerzensgeld diesen Anspruch gewissenhaft prüfen. Ist die Verletzung des Rechts bspw. geringfügig, kann ein Anspruch auf Schmerzensgeld sogar ganz ausscheiden. Dies ist gerade bei Persönlichkeitsrechtsverletzungen der Fall, weil diese nur dann mit Geld ausgeglichen werden sollen, wenn eine anderweitige Genugtuung nicht zu erreichen ist.

Problematisch für den Anwalt für Schmerzensgeld ist auch, dass sich Schmerzen und andere Verletzungen nur schwer in Geld ausdrücken lassen und zudem die subjektive Wahrnehmung eine andere ist. So empfindet der Büromensch einen Fußbruch vermutlich weniger schlimm, als ein Langstreckenläufer. Die Rechtsprechung verlangt hierbei vom Anwalt für Schmerzensgeld, dass dieser alle Umstände berücksichtigt. Die Art, das Maß und die Dauer von Schmerzen, die Einschränkungen im Alltag und die vielleicht bleibende Schäden. Diese werden dann mit bestimmten Tabellen verglichen, in denen aufgeführt ist, wie die Gerichte bestimmte Konstellationen entschieden haben. Hier gilt es dann den Vergleich zu ziehen zu der vorliegenden Situation und zu bestimmen, warum diese gleich, stärker oder weniger stark zu bewerten ist. Hierbei muss darauf geachtet werden, dass die Praxis der Oberlandesgerichte nicht einheitlich ist. Ein Anwalt für Schmerzensgeld wird daher verstärkt darauf gucken, was das Oberlandesgericht, in welchem Bezirk geklagt werden soll, für eine Schadensersatzpraxis hat. Kommen mehrere Bezirke in Betracht wird der Anwalt für Schmerzensgeld dieses wählen, in denen mehr Geld zugesprochen wird.

Auf Grund der Subjektivität kann ein Anwalt auch mit seiner Schätzung deutlich von der des Gerichtes abweichen. Damit dies nicht als Teilniederlage für den Mandanten gewertet wird, was ungerecht wäre, weil das Gericht einen weiten Spielraum hat, erlaubt die Rechtsprechung, dass der Anwalt für Schmerzensgeld seinen Antrag ausnahmsweise nicht genau beziffern muss. Es muss stattdessen nur genannt werden, was sich der Anwalt für Schmerzensgeld und dessen Mandant so vorstellt.

Den richtigen Anwalt für Schmerzensgeld finden

Nun fragen Sie sich vermutlich, wie man den richtigen Anwalt für Schmerzensgeld findet.  Zunächst jedoch kur vorweg: In den überwiegenden Fällen wird tatsächlich ein Anwalt für Schmerzensgeld benötigt. Dies liegt daran, dass oftmals Schmerzensgeld begehrt wird und dabei ein Betrag von 5000 € überschritten wird. Dies führt dazu, dass die Landgerichte zuständig sind. Dort besteht jedoch Anwaltszwang. Gerade also, wenn Sie eine Rechtsschutzversicherung haben, sollten Sie stets einen Anwalt für Schmerzensgeld einschalten. Dies gilt natürlich nur, soweit der Gegner nicht den gewünschten betrag freiwillig zahlt. Dies kommt jedoch eher selten vor.

Doch den eigentlichen Anwalt für Schmerzensgeld gibt es so in dieser Form nicht, da es keinen Fachanwaltstitel gibt. Um den richtigen Anwalt für Schmerzensgeld zu finden, ist es daher notwendig, sonstige Erkenntnisquellen zu erschließen. Erster Anhaltspunkt ist meistens die Homepage des Anwalts. Zeigt der Anwalt mehrere Rechtegebiete auf?  Hat er auch das Gebiet des Schadensrechts und des Rechts des Schmerzensgeldes im Repertoire? Zudem sollten Sie darauf achten, dass der Anwalt für Schmerzensgeld auch und häufig zivilrechtliche Fälle bearbeitet.  Denn Fragen über das Schmerzensgeld sind zivilrechtlicher Natur. Das Zivilrecht unterscheidet sich aber strukturell vom Strafrecht und vom öffentlichem Recht. Einem Anwalt, der das zivilrechtliche Denken aber verinnerlicht hat und kennt, wird ihren Fall vermutlich besser bearbeiten und die feinen Verästelungen des Schadensrechts kennen. Schauen Sie auch ruhig kritisch auf die Homepage des Anwalts für Schmerzensgeld. Vielleicht hat dieser bereits Beiträge dazu veröffentlicht und sich somit der öffentlichen Meinung gestellt? Dann steht dadurch zumindest fest, dass der Anwalt sich mit dem Thema bereits beschäftigt hat.

Fazit

Oftmals ist es gar nicht so leicht, einen Schmerzensgeldanspruch zu erkennen und geltend zu machen und oft bestehen erhebliche Unsicherheiten bezüglich der gesetzlichen Voraussetzungen. So ist der Anspruch auf Schmerzensgeld nur in den gesetzlich genannten Fällen überhaupt möglich. Die Höhe ist noch schwerer zu bestimmen, da dies auch teilweise von der individuellen Rechtsprechung der einzelnen Gerichte und Gerichtsbezirke abhängt.

Es ist daher in den überwiegenden Fällen ratsam, einen Anwalt für Schmerzensgeld einzuschalten. Mangels Fachanwälte in diesem Bereich sollten Sie darauf achten, dass der Anwalt für Schmerzensgeld sich im Schadensrecht auskennt und Ihren Fall individuell bearbeitet.

Gerne können Sie auch uns kontaktieren, wenn Sie ein Schmerzensgeld geltend machen oder einklagen möchten. Wir helfen Ihnen mit einer individuellen und gründlichen Beratung gerne weiter.

 
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Rechtsanwalt Thomas Feil in den Medien

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