Schadensersatz ohne Anwalt geltend machen?

Das Thema Schadensersatz ist eines der wichtigsten Themen der heutigen Zeit und nimmt in der gerichtlichen Praxis eine überragende Stellung ein. Schadensersatz geltend machen zu können bewahrt die Gerechtigkeit und verdrängt das System, dass der Stärkere stets gewinnt. Somit kann sich grundsätzlich niemand mehr durch Schäden, die er anderen zufügt bereichern und sich somit einen Vorteil verschaffen. Denn er läuft so in Gefahr, dass Schadensersatz von ihm gefordert wird.

Da das Thema Schadensersatz so häufig vorkommt, ist der Gedanke, wie Schadensersatz effizient vor Gericht geltend gemacht werden kann, ein sehr naheliegender. Oft folgt daher auch die Frage: Kann ich Schadensersatz auch ohne einen Anwalt fordern? Der Schluss Schadensersatz alleine geltend zu machen ist auch naheliegend, da schließlich der Anwalt ebenfalls noch Geld kostet. Wann dies möglich ist, soll der hier folgende Beitrag klären.

Was ist Schadensersatz überhaupt?

Zur richtigen Einordnung soll kurz beschrieben werden, was Schadensersatz überhaupt ist. Schadensersatz kann dabei geltend gemacht oder gefordert werden, wenn Sie gegen jemanden einen Anspruch darauf haben, einen Schaden ersetzt zu fordern. Der Schadensersatz teilt sich also in zwei Bereiche: Zum einen muss ein Anspruch dem Grunde nach bestehen, der im zweiten Schritt durch das Vorliegen eines Schadens ausgefüllt wird.

Anspruchsgrundlagen um Schadensersatz zu fordern und geltend zu machen finden sich überwiegend im BGB. So z.B. der § 280 I BGB, der einen Anspruch verschafft, wenn jemand eine Pflichtverletzung begeht und zwischen den Betroffenen ein Schuldverhältnis, wie ein Vertrag besteht. So z.B., wenn der Verkäufer die Sache gar nicht liefert oder bei der Anlieferung das Garagentor demoliert. In diesen Fällen liegt auch unproblematisch ein Schaden vor, dessen Ersatz gefordert werden kann. Problematisch wird es jedoch, wenn das Gesetz bestimmte Wertungen vorsieht. So z.B., wenn der Verkäufer eine Sache versendet und diese auf dem Versandweg zerstört wird. Hier besteht ein Vertrag zwischen dem Verkäufer und dem Transportunternehmen. Das Transportunternehmen hat auch eine Pflichtverletzung begangen (Zerstörung der Sache). Jedoch hat der Verkäufer gar keinen Schaden, weil das Gesetz aussagt, dass wenn der Verkäufer alles getan hat was er musste, hier also die Übergabe an die Transportperson, das Risiko des Untergangs der Sache den Käufer trifft. Dies bedeutet, dass schon ein so einfacher Fall rechtlich schwierig zu lösen sein kann.

Schadensersatz kann auch ohne Vertrag geltend gemacht werden. So bestimmt z.B. § 823 I BGB, dass bei kausaler, rechtswidriger und schuldhafter Verletzung bestimmter Rechte oder Rechtsgüter wie Körper, Gesundheit oder auch Freiheit ein Schadensersatz gefordert werden kann. Zumeist ist der Schaden aber dabei auf einen Vermögensschaden begrenzt. Dh. Schadensersatz kann auch ohne Anwalt nur gefordert oder geltend gemacht werden, wenn es zu einer Vermögenseinbuße gekommen ist. Bei einer Körperverletzung wären dies bspw. Heilbehandlungskosten oder Verdienstausfall. Gerade aber bei einer solchen Verletzung schreibt § 253 BGB vor, dass auch für den immateriellen Schaden, also z.B. die erlittenen Schmerzen ein Ersatz gefordert werden darf.

Wie Sie sehen, gibt es viele Fälle in denen Schadensersatz mit oder ohne Anwalt zu fordern ist oder geltend gemacht werden kann.

Schadensersatz mit oder ohne Anwalt geltend machen?

Möchten Sie Schadensersatz einfordern, stellt sich die Frage, ob Sie dafür einen Anwalt brauchen oder ob Sie den Schadensersatz auch ohne ihn geltend machen können. In bestimmten Fällen brauchen Sie stets einen Anwalt. Dies sind die Fälle, in denen ein Rechtsstreit vor dem Landgericht oder höher ausgetragen wird. Schon wenn Schadensersatz von mehr als 5000 € gefordert wird, brauchen Sie vor Gericht einen Anwalt. Hier lohnt es sich, frühzeitig auch einen solchen aufzusuchen, sofern sich der Gegner nicht kooperativ zeigt oder zustimmt, auch zum Amtsgericht zu gehen.

Zunächst ist der Gedankengang, alleine Schadensersatz zu fordern, durchaus nachvollziehbar, da weiter Kosten entstehen. So bekommt Ihr Anwalt für die Geltendmachung eines Schadensersatzanspruchs unter Umständen eine Geschäftsgebühr, eine Verfahrensgebühr und eine Terminsgebühr, die Sie im Zweifel, insbesondere wenn Sie unterliegen, selber tragen müssen.

Doch dies ist oftmals nur ein Scheinargument. In der Praxis gibt es einige Wege, um die Kosten nicht zahlen zu müssen. So z.B., wenn Sie dagegen versichert sind oder auch, wenn Sie gewinnen. Im letzteren Falle trägt dann auch der Gegner die Kosten Ihres Anwaltes, der den Schadensersatz für Sie geltend gemacht hat. Ihr Anwalt wird dies Wissen und Sie dahingehen beraten. Sind die Erfolgschancen nicht ganz klar, insbesondere bei schwierigen Beweislagen, kann auch zunächst nur ein Teilbetrag eingeklagt werden, um das Kostenrisiko zu verringern.

Dies bedeutet, dass bei außergerichtlicher Geltendmachung also kein Anwalt zwingend benötigt wird. Es schadet also nicht, den Gegner aufzufordern, Ihnen Schadensersatz zu zahlen. Entweder tut dies der Gegner oder nicht. Ist der Gegner nicht gewillt, haben Sie die Möglichkeit zu klagen, wobei Sie dann vor dem Landgericht einen Anwalt brauchen oder einen Anwalt aufzusuchen, der das weitere Vorgehen für Sie übernimmt. Auch hier kann nochmal ein außergerichtliches Vorgehen ratsam sein, da oftmals die Gesprächsbereitschaft größer ist, wenn ein Anwalt im Spiel ist. Zudem besteht hierbei die Möglichkeit sich beraten zu lassen. Vielleicht wurde auch zu viel gefordert oder es besteht gar unter gesetzlichen Gesichtspunkten gar kein Anlass um Schadensersatz geltend zu machen.

Fazit: ohne Anwalt geht, ist aber nicht optimal!

Es gibt Konstellationen, in denen Sie ohne einen Anwalt Schadensersatz einklagen können, bzw. geltend machen können. Den Schadensersatz zunächst einmal außergerichtlich geltend zu machen ist dabei immer ratsam, denn vielleicht liegt ein recht seltener Fall vor, dass der Gegner dies einsieht. Kommen Sie aber nicht weiter, hilft unter Umständen nur ein Anwalt, der Ihnen hilft, den Schadensersatz geltend zu machen. In bestimmten Fällen, wie vor dem Landgericht, benötigen Sie einen Anwalt in jedem Fall, weil Sie alleine dort gar nicht auftreten dürfen.

Die Kosten des Anwaltes müssen Sie in bestimmten Fällen nicht selbst tragen. Lassen Sie sich hierzu am besten vorab beraten. Und auch wenn Sie gewinnen, geht auch die Frage, wer die Kosten zu tragen hat, für Sie günstig aus.

Zudem haften Sie so nicht selbst unmittelbar für Fehler, da diese vor Gericht schnell passieren können und daher ein anwaltliches Vorgehen mehr Gewähr für eine ordnungsgemäße Prozessführung bietet. Macht der Anwalt einen Fehler, können Sie diesen wiederum auf Schadensersatz in Anspruch nehmen.

Gerne übernehmen wir Ihren Fall auch für Sie und helfen Ihnen kompetent und mit dem Auge und Ohr für Ihre Situation und Bedürfnisse weiter. Rufen Sie uns daher einfach an oder schreiben Sie uns eine E-Mail. Wir freuen uns auf Sie.

 
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Rechtsanwalt Thomas Feil in den Medien

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