Anwalt für Schadensersatz gesucht?

Lesezeit: ca. 7 Minuten

In unserem Rechtssystem spielt die Frage des Schadensersatzes eine entscheidende Rolle. Denn, wenn jemand wiederrechtlich einen Schaden verursacht, dann muss er auch dafür aufkommen und dem Geschädigten seinen Schaden ersetzen. Dieser Gedanke besteht schon seit den Frühzeiten der Menschheit, dass für ein begangenes Unrecht Wiedergutmachung geleistet werden muss.

Doch wie genau bekommt man als Geschädigter Schadensersatz zugesprochen? Worauf muss ich achten und brauche ich einen Anwalt dafür? Und wie finde ich den richtigen Anwalt? Dies sind nur einige Gedanken über die sich Geschädigte bisweilen auch Nächte um die Ohren schlagen. Hierbei soll der vorliegende Beitrag helfen und aufzeigen, wann Schadensersatz geltend gemacht werden kann und ob man dafür einen Anwalt benötigt.

Haben Sie danach noch weitere Fragen oder möchten Sie, dass wir für Sie Schadensersatz geltend machen? Dann schreiben Sie uns einfach oder rufen Sie uns an. Wir sind für Sie da!

Der Schadensersatz

In dem vorliegenden Beitrag dreht sich alles um Schadensersatz und um den Anwalt für Schadensersatz. Wie bereits angedeutet dient der Schadensersatz der Wiedergutmachung für einen erlittenen Schaden.

Der Schadensersatz hat eine lange Tradition und fand auch in frühmenschlichen Zeiten statt. Anders als heute wurde damals noch nicht zwischen Strafrecht und Zivilrecht getrennt. Ein Schadensersatz umfasste daher oft beide Funktionen, diente also als Strafe und auch als Wiedergutmachung. Hat also der eine dem anderen etwas gestohlen musste er ihm einen gleichwertigen Ersatz geschaffen. Dies funktionierte solang dies möglich war. War eine Wiedergutmachung nicht mehr möglich, ging es nur noch um den Strafzweck, z.B. bei der Tötung eines anderen. Ebenso dienten die Strafen der Abschreckung und gingen daher über das Maß, was für eine Wiedergutmachung erforderlich gewesen wäre hinaus.

Heutzutage sind die Zivilgerichte überwiegend für den Schadensersatz zuständig und entscheiden darüber. Kommt bspw. auch eine Straftat in Betracht, dann entscheidet das Strafgericht über die zu verhängende Strafe und das Zivilgericht über die Gutmachung (Schadensersatz), die zu leisten ist. Was auf den ersten Blick wie eine doppelte Bestrafung aussieht sind aber zwei getrennte Verfahren, weil sich die Zwecke von Strafe und Wiedergutmachung unterscheiden. Letzteres hat den Zweck den Geschädigten so zu stellen wie er stünde, wenn das schadenstiftende Ereignis nicht eingetreten wäre.

Der Schadensersatz nimmt in unserem Rechtssystem eine überragende Bedeutung ein. Er dient zum einen dazu, wirtschaftliche Werte zu erhalten. Früher konnte oft nur der Stärkere sein Recht oder auch Unrecht durchsetzen, während dies zu der heutigen Zeit grundsätzlich ausgeglichen ist. Der Geschädigte soll nicht auf seinem Schaden sitzen bleiben, dass sich ein anderer daran bereichert oder gar sich einen Vorteil verschafft. Der Schadensersatz dient hier dem Ausgleich wobei der wirtschaftliche Wert beim Geschädigten erhalten bleiben soll. Dies geschieht dadurch, dass das Gesetz die Verantwortlichkeit regelt. Es geht dabei in einem ersten Schritt darum zu überprüfen bei wem der Schaden eingetreten ist und wer dafür einstehen muss.

Ein kleines Beispiel: K kauft etwas bei V, der die Ware (Massenware) zu K sendet (Online Kauf). Wie ist es nun, wenn

  1. Der V die Ware vor Übergabe an den Spediteur fallen lässt und diese kaputt geht?
  2. Der Spediteur fahrlässig einen Unfall baut und die Ware kaputtgeht?
  3. Der Spediteur die Ware an K übergibt und beim Rausgehen an die Ware stößt und diese dabei kaputtgeht? Hier vorausgesetzt, dass K und V vereinbart haben, dass V verpflichtet ist, die Ware zu K zu bringen.

Drei leicht unterschiedliche Fälle. Als erstes kann man hier überlegen, wem der Schaden entstanden ist. In Fall a könnte der Schaden V oder K entstanden sein. Letztlich hängt dies davon ab, ob jetzt V nochmal liefern muss oder nicht. Denn muss er nochmal liefern, erhält er nur einmal sein Geld, verliert aber zweimal die Ware. Vorausgesetzt, dass es sich um eine Massenware handelt, wird V nochmal liefern müssen. Er hat also den Schaden. Da der K nicht dafür verantwortlich gemacht werden kann, bleibt v darauf sitzen. In Fall B könnte man fast das gleiche sagen. Doch das Gesetz sieht vor, dass, wenn der V alles getan hat, was er tun musste, sich der Anspruch nur noch auf die Sache erstreckt (§ 243 II BGB). Vorliegend ist das dadurch geschehen, dass er die Sache dem Spediteur übergeben hat. Er muss also nicht nochmal liefern. Den Schaden hat dann aber K, der gezahlt hat und keine Ware bekommen hat. Dieser muss sich jetzt an den Spediteur halten und Schadensersatz geltend machen. Wäre in Fall c die Ware bei der Fahrt kaputtgegangen, wäre V auf dem Schaden sitzen geblieben, weil diesmal V noch die Ware an K übergeben sollte, er also noch nicht alles getan hat, was er hätte tun müssen. Als die Ware aber übergeben wurde, hat er alles getan (bzw. tun lassen), sodass er aus der Haftung raus ist. Wiederum muss sich K an den Spediteur halten.

Diese drei Fälle zeigen, wie der Schadensersatz von Wertungen geprägt ist und eine Risikoverteilung vorgenommen wird.

Natürlich gibt es den Schadensersatz in vielgestaltiger Form und nicht nur, wenn ein Vertrag im Hintergrund ist. So kann auch eine Körperverletzung oder Sachbeschädigung einen Schadensersatzanspruch auslösen. Stiehlt bspw. T dem O eine Sache, die er nicht wieder herausgeben kann, muss er für dafür Schadensersatz leisten.

Tötet T den O muss T idR Schadensersatz leisten. Doch natürlich nicht mehr an den O. Aber auch z.B. nicht unbedingt an die Erben weil z.B. ein Schadensersatz in Form von Schmerzensgeld ein höchstpersönlicher Anspruch ist, der nicht an die Erben übergeht. Der T haftet aber dafür den Erben auf Ersatz für die Bestattungskosten oder den Ausfall von Unterhaltsansprüchen. Ist den Verwandten bspw. auch ein sonstiger eigener Schaden (z.B. krankhafte Symptome) entstanden muss dafür grds. auch gehaftet werden. Dh., dass beim Schadensersatz immer konkret darauf geschaut werden muss, bei wem genau welcher Schaden entstanden ist.

Letztlich ist aber auch die Schadensersatzpflicht begrenzt. Zum einen muss der Schaden kausal und adäquat auf einem Handeln oder ggf. auch Unterlassen beruhen. Hätte T dem O bspw. eine Reise empfohlen, bei der der O gestorben wäre, würde ein Schadensersatz ausfallen, weil die Gefahr bei einer Reise zum allgemeinen Lebensrisiko gehört.

Auch muss ein Verschulden vorliegen. Erleidet T einen Herzinfarkt, der dann stolpert und O mit sich reißt, sodass dieser sich verletzt, wird ein Schadensersatz mangels Verschulden ausscheiden. Es geht also nicht darum, jeden Schaden zu ahnden, sondern zwischen den verschiedenen Verantwortlichkeitssphären abzugrenzen. Daher kann auch eine Pflicht zur Zahlung eines Schadensersatzes ausfallen, wenn der Schädiger gerechtfertigt ist, weil er z.B. in Notwehr gehandelt hat. Hier fehlt es letztlich an dem begangenen Unrecht, welche es rechtfertigt, dem Schaden jemanden aufzubürden.

Anwalt für Schadensersatz

Nun fragen Sie sich vielleicht, ob Sie einen Anwalt für Schadensersatz benötigen. Dies hängt von der Komplexität der Sache, dem Wert des möglichen Anspruchs und dem Verhalten des Gegners ab. Liegt der mögliche Wert des Schadensersatzes bei über 5000 €, sollten Sie einen Anwalt einschalten, sofern der Gegner diesen Schaden nicht von sich aus begleicht. Hintergrund ist, dass bei einer möglichen Klage vor dem Landgericht geklagt werden müsste, vor dem ebenfalls ein Anwaltszwang herrscht. Hier lohnt es sich also frühzeitig einen Anwalt für Schadensersatz einzuschalten.

Das gleiche gilt auch dann, wenn Sie rechtsschutzversichert und die Kosten dann nicht selber tragen müssen. Der Anwalt kann Ihnen hier helfen, an Ihren Schadensersatz zu kommen. Sie haben oben auch gesehen, dass es bisweilen schwierig ist zu entscheiden, ob ein Anspruch besteht und in welcher Höhe. Einen Schadensersatz ohne Anwalt für Schadensersatz geltend zu machen ist daher auch risikobehaftet, weil Sie vielleicht etwas übersehen oder zu viel geltend machen und dann teilweise verlieren, was im Prozess dazu führt, dass Sie die Prozesskosten anteilig tragen müssen.

Nun stellt sich oft die Frage, welchen Anwalt man beauftragen soll. Einen Fachanwalt für Schadensersatz gibt es jedoch nicht, dh. einen echten Spezialisten finden Sie so nicht. Die gute Nachricht ist jedoch, dass Schadensersatz in der juristischen Ausbildung eine wichtige Rolle spielt, sodass grundsätzlich viele Anwälte Ahnung von dem Thema haben. Achten Sie hier vielleicht, dass Sie einen Anwalt beauftragen, der im Kern auch Zivilrecht macht und nicht gar öffentliches Recht oder Strafrecht. Denn die einzelnen Materien unterscheiden sich doch oft erheblich, sodass die Kenntnis vom Recht des Schadensersatzes kontinuierlich abnimmt, wenn im Kern andere rechtsgebiete bearbeitet werden. Schauen Sie ggf. im Internet, ob ein Anwalt die Rubrik Schadensersatz eingerichtet hat oder anderweitig auf dieses Themengebiet, z.B. durch Blogs oder ähnliches aufmerksam macht. Hierbei kann zumindest sichergestellt werden, dass sich der Anwalt mit dem Themengebiet beschäftigt hat. Wichtig sollte Ihnen noch sein, dass Sie das Gefühl haben, dass Sie bei dem Anwalt gut aufgehoben sind und dieser ihren Fall ernst nimmt.

Fazit

Der Schadensersatz nimmt in unserem Rechtssystem eine wichtige Stellung ein. Er dient dem Erhalt wirtschaftlicher Werte und weist die verschiedenen Verantwortungssphären zu.  Ob in ihrem Fall ein Schadenersatzanspruch gegeben ist, ist stets individuell anhand der Wertungen des Gesetzes zu bestimmen. Hierbei kann Ihnen auch ein Anwalt für Schadensersatz helfen, der die Ansprüche ihrem Bestehen und ihrer Höhe nach herausarbeitet und Ihnen hilft, diese gerichtlich geltend zu machen. In vielen Fällen ist es dabei sinnvoll, einen Anwalt für Schadensersatz einzuschalten.

Gerne helfen wir Ihnen auch bei Ihrem Schadensersatzfall. Schreiben Sie uns gerne einfach an oder rufen Sie durch. Wir widmen uns jedem Fall individuell und legen Wert auf eine enge Betreuung Ihres Falls. Bei uns stehen sie im Mittelpunkt.

 
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Rechtsanwalt Thomas Feil in den Medien

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