Reputationsmanagement

Mit der wachsenden Bedeutung der Online-Welt und vor allem der sozialen Netzwerke und der Social Media wird auch das Reputationsmanagement immer wichtiger. Doch was genau ist Reputationsmanagement eigentlich, wer kann vom Reputationsmanagement profitieren und wie kann Ihnen auch ein Anwalt beim Reputationsmanagement helfen? Der vorliegende Beitrag soll dies beleuchten.

Definition und Umsetzung von Reputationsmanagement

Kurz zusammengefasst bedeutet das Reputationsmanagement nichts anderes als Imagekommunikation und Krisenmanagement. Getreu dem Motto von Warren Buffet, „Es braucht zwanzig Jahre, um einen guten Ruf aufzubauen und fünf Minuten, um ihn zu zerstören“, können Personen und vor allem große Firmen von schlechter Reputation hart getroffen werden. Im heutigen Internetzeitalter sind dabei vor allem sog. Shitstorms besonders heikel, da hier innerhalb weniger Minuten die Reputation massiv leiden kann (siehe zu Beispielen besonders intensiver Shitstorms weiter unten).

Doch nicht nur solche negativen Beispiele wirken sich auf die Reputation eines Unternehmens oder einer Person aus. Ein Großteil der Journalisten recherchiert heutzutage über Twitter, Facebook oder andere soziale Netzwerke, auch YouTube gehört hierzu. Noch eklatanter werden die Zahlen bei den Konsumenten, wo mittlerweile knapp 70 Prozent der jungen Erwachsenen von der Möglichkeit Gebrauch machen, sich auf Portalseiten wie Google News, auf den Webseiten von Fernsehsendern, auf Blogs oder auch auf den Websites der traditionellen Zeitungen über aktuelle Geschehnisse und bestimmte Themen zu informieren. Flankiert wird dies durch die in den letzten Jahren immer stärker aufkommenden Bewertungsplattformen. Während Verbraucher der traditionellen Werbung immer mehr ausweichen, AdBlocker installieren und Fernsehwerbungen überspringen, bilden sie sich ihre Meinung immer stärker aus frei zugänglichen Quellen des Internets, denen sie vertrauen. Wer in diesen Quellen positiv bewertet wird, hat klare Vorteile gegenüber solchen Personen oder Unternehmen, die weniger positiv wahrgenommen werden. So geben heute knapp die Hälfte der Konsumenten an, sich bei Kaufentscheidungen von persönlichen Empfehlungen anderer Personen leiten zu lassen. Beschränkt man die Frage allein auf den Online-Bereich, so steigt die Zahl sogar auf knapp 90%. Es liegt auf der Hand, dass eine starke Position auf Online-Plattformen und gute Bewertungen in Bewertungsportalen extrem wichtig geworden sind, um am Markt zu bestehen.

Umso erstaunlicher ist es, dass bisher nur wenige Firmen vom Reputationsmanagement Gebrauch machen. So geben in aktuellen Umfragen zwar etwa 90% der deutschen Führungskräfte an, sich über ihre Reputation im Internet zu informieren und wissen zu wollen, welche Informationen über die eigene Firma zu finden sind. Regelmäßig tun dies allerdings nach eigenen Angaben nur noch 30% der Führungskräfte. Die Zahl derjenigen, die letzten Endes tatsächlich vom Reputationsmanagement Gebrauch machen, dürfte noch unter dieser Zahl liegen. Dabei kann das Reputationsmanagement Image-Krisen und Umsatzrückgänge vermeiden oder sie zumindest handelbar machen. Man spricht hier von Krisenvorsorge und Krisenkommunikation.

Doch nicht nur in Krisenzeiten entfaltet das Reputationsmanagement seine Kraft. Vielmehr kann durch ein einheitliches und klares Bild einer Firma im Internet erreicht werden, dass dieses sympathischer erscheint und einen positiven Eindruck bei interessierten Kunden macht. Diese Funktion des Reputationsmanagement bezeichnet den Image-Aufbau durch sog. Storytelling.

Die beiden grundlegenden Funktionen des Reputationsmanagements bedürfen für ihre erfolgreiche Ausführung einer vorausschauenden und nachhaltigen Kommunikationspolitik. Eine solche kann in konsistenter Weise nur durch Reputationsmanagement erfolgen. Der beständige, meist kritische Dialog mit Kunden, Mitarbeitern und der breiten Öffentlichkeit ist unausweichlich geworden. Wer am Markt nicht diskutiert wird, verliert, und wer negativ diskutiert wird, verliert ebenso. Dies basiert letzten Endes auch darauf, dass das Internet nicht vergisst. Negative Beurteilungen können auch nach vielen Jahren zu einem Reputationsverlust bzw. Imageschaden führen. Hieraus wird ersichtlich, dass nur ein fortwährendes Scannen der Reputation Erfolg versprechen kann. Insoweit kann die Reputation als Verkaufsargument verstanden werden. Hat ein Unternehmen eine gute Reputation aufgebaut, ist im Netz ausschließlich positiv affirmiert und hat so ein angenehmes Erscheinungsbild auf den interessierten Kunden, ist die Entscheidungsfreudigkeit des Kunden, dem besagten Unternehmen zu vertrauen, immens gesteigert. Dies wirkt sich letzten Endes direkt auf die Bilanz des Unternehmens aus.

Dabei darf das Reputationsmanagement jedoch keinesfalls allein als Marketing verstanden werden. Vielmehr basiert das strategische Reputationsmanagement darauf, sämtliche sog. Stakeholder anzusprechen. Hierzu gehören neben den Kunden eben auch Mitarbeiter, potentielle Arbeitnehmer, Lieferanten, Kapitalgeber, Kooperationspartner, Wettbewerber, die Öffentlichkeit, die Medien und die Politik. Das Reputationsmanagement ist somit extrem vielschichtig und wirkt auf vielen Ebenen positiv.

Beispiel des Reputationsmanagements im Online-Bereich

Das Online-Reputationsmanagement versteht sich also ausgehend von der eben durchgeführten Beschreibung des allgemeinen Reputationsmanagement als Überwachung und Beeinflussung des Rufs einer Person, einer Organisation oder eines Produkts im digitalen Umfeld. Hierbei werden mehrere Stadien durchlaufen, die kurz dargestellt werden sollen:

Zunächst beginnt das Online-Reputationsmanagement damit, dass konkrete Suchanfragen mit dem Namen der Person oder dem Unternehmen in den einschlägigen Suchmaschinen gestellt werden. Die so generierten Ergebnisse werden daraufhin gefiltert und analysiert. In der Folge können die Ergebnisse kontinuierlich kontrolliert werden, sodass Abweichungen in der öffentlichen Wahrnehmung schnellstmöglich wahrgenommen werden. Werden bei dieser Art der Recherche negative oder falsche Informationen gefunden, können Gegenmaßnahmen ergriffen werden, um dem entgegenzuwirken. Zu diesen Mitteln gehört beispielsweise das Eröffnen von Online-Profilen, neuer Websites oder auch Beiträge in sozialen Netzwerken oder auf Informations-Websites, um die öffentliche Meinung notfalls zu verändern und in ein positives Licht zu rücken.

Um mit diesen Maßnahmen die besten Resultate zu erreichen, sollten beim Reputationsmanagement die Grundsätze der Suchmaschinenoptimierung beachtet werden. Mitunter kann es bereits ausreichend sein, negative oder unwahre Informationen durch neue Einträge so in den Hintergrund zu rücken, dass diese bei den Suchmaschinenanfragen nicht mehr auf der ersten Seite auftauchen. Studien zeigen, dass Nutzer von Suchmaschinen nur höchst selten Ergebnisse betrachten, die nicht auf der ersten Seite gelistet sind. Gelingt es also, die unliebsamen Informationen auf Seite 2 oder gar dahinter zu platzieren, ist eine positive Veränderung der öffentlichen Wahrnehmung im Grunde genommen ein Selbstläufer.

Warum externes Repuationsmanagement? Der Streisand-Effekt

Mit dem Vorgesagten könnte nun der Schluss naheliegen, dass zumindest größere Unternehmen eine Planstelle für das Reputationsmanagement einrichten, also durch eine interne Abteilung den Ruf des Unternehmens überwachen lassen. Paradoxerweise kann durch den Streisand-Effekt hierdurch jedoch genau das Gegenteil von dem erreicht werden, was gewünscht ist. Der Streisand-Effekt bezeichnet das Phänomen, dass der Versuch, eine unliebsame Information zu unterdrücken oder entfernen zu lassen dazu führt, dass die Öffentlichkeit umso mehr Aufmerksamkeit an der Information zeigt. Dies liegt daran, dass der Versuch, einen unliebsamen Beitrag verschwinden zu lassen, häufig misslingt und zurückverfolgt werden kann. Wird nun publik, dass ein Unternehmen negative Aussagen, Bewertungen o.Ä. über sich löschen lassen will, ist in der Internetgemeinde damit zu rechnen, dass dies als äußerst negativ bewertet und umso mehr in die Öffentlichkeit getragen wird. Aus dem Versuch, eine unliebsame Informationen entfernen zu lassen, kann so ganz schnell ein Bumerang werden, welcher der Reputation deutlich mehr schadet, als es der ursprüngliche Beitrag hätte tun können. Dabei ist der Versuch, solche Informationen zu entfernen, ohnehin nur schwierig durchzusetzen. Selbst wenn diese nämlich von der Ziel-Website entfernt wird, so ist dieser durch die Aufbewahrung in Cache und in Internet-Archiven häufig weiter verfügbar. Eine Information, die einmal den Weg ins Internet gefunden hat, ist so nahezu kaum langfristig löschbar.

Genau hier setzt das Online-Reputationsmanagement an, denn es ist eben kein einmaliges Vorgehen gegen unliebsame Informationen, sondern eine kontinuierliche Dienstleistung, die darauf abzielt, unliebsame Informationen nicht mehr auffindbar zu machen und durch positive Informationen zu ersetzen. Das Online-Reputationsmanagement ist dabei nicht nur für Firmen und Unternehmen lohnenswert, sondern kann für Personen des öffentlichen Lebens Teil der Selbstvermarktung sein.

Wen betrifft Reputationsmanagement

Vom Reputationsmanagement können die unterschiedlichsten Gruppen profitieren. Am sinnvollsten ist es sicherlich bei größeren Unternehmen, welche ohnehin eine große Präsenz in den Online- und Offline-Medien haben und deren Stellung am Markt in besonderer Weise auch von ihrer Reputation abhängt.

Daneben ist das Reputationsmanagement aber auch für Freiberufler äußerst hilfreich. Als Handwerker, Künstler, Arzt, Anwalt oder sonstiger Dienstleister wird man heutzutage häufig über Suchmaschinenanfragen gefunden. Ist die Internet-Präsenz ansprechend und findet ein Interessent viel positives Feedback über den Freiberufler, so ist seine Bereitschaft, diesen mit der gesuchten Dienstleistung o.Ä. zu betrauen, deutlich größer. Das Reputationsmanagement kann in diesen umkämpften Marktbereichen also durchaus zu einem Wettbewerbsvorteil führen, der sich direkt auf die Bilanzierung auswirken kann.

Tatsächlich ist das Reputationsmanagement jedoch nicht nur für Unternehmen und Personen des öffentlichen Lebens lohnenswert. Selbst für den normalen Bürger kann das  Reputationsmanagement in bestimmten Situationen sinnvoll sein. Hierzu zählen insbesondere Bewerbungssituationen, da Arbeitgeber neben den Bewerbungen von Interessenten immer häufiger auch deren Aktivitäten in Blogs, Foren, Wikis und Sozialen Netzwerken betrachten, um ein möglichst authentisches Bild vom Bewerber zu bekommen. Hier kann es durchaus hilfreich sein, Fachleute damit zu beauftragen, die Reputation einer Privatperson zu scannen, um im Zweifel ein besseres Bild von dieser zu zeichnen.

Auch Institutionen oder in der Öffentlichkeit aktive Personengruppen, etwa Parteien oder Verbände, sind von ihrer Reputation abhängig. Auch für diese macht das Reputationsmanagement also Sinn.

Der Worst Case: Shitstorms und einige Beispiele

Der Worst Case für ein Unternehmen, eine Person des öffentlichen Lebens oder einen Freiberufler ist der sog. Shitstorm. Dieser bezeichnet das sturmhafte Auftreten negativer Kritik und ist vor allem in sozialen Netzwerken, in Blogs oder in den Kommentarfunktionen von Internetseiten zu beobachten. Nicht selten gehen dabei die Meinungsäußerungen über den guten Geschmack hinaus und reichen bis hin zur Schmähkritik. Die offizielle Definition des Shitstorms aus dem Duden lautet: „Sturm der Entrüstung in einem Kommunikationsmedium des Internets, der zum Teil mit beleidigenden Äußerungen einhergeht“.

Besonders gefährlich ist an den Shitstorms, dass sich nahezu immer ein Teil der Kritik vom ursprünglichen Thema ablöst und sich stattdessen in aggressiver, beleidigender, bedrohender oder anders attackierender Weise gegen das Ziel der Kritik richtet. Hier findet dann kaum noch eine Auseinandersetzung mit dem ursprünglichen Thema statt, sondern es geht nur noch darum, möglichst negative Äußerungen zu tätigen. Ohne professionelles Eingreifen ist ein Aufhalten der negativen Eindrücke kaum noch möglich. Viele von Shitstorm Betroffene klagen in der Folgezeit über einen massiven Einbruch ihrer Reputation und einem Imageverlust, welcher sich direkt auf ihre Markstellung ausgewirkt hat. Dieser Effekt kann viele Jahre wirken und im schlimmsten Fall zum Rückgang eines Großteils der früheren Kunden führen.

In der Folge sollen einige Beispiele bekannter Shitstorms deren Gefährdungspotenzial für die Reputation verdeutlichen:

– Nestlé hatte 2010 mit einem Shitstorm wegen des Produktes Kitkat zu kämpfen, der von der Umweltorganisation Greenpeace angeführt wurde. Dabei ging es zunächst darum, dass für die Produktion von KitKat Palmöl benötigt wurde. Nestlé gewann dieses aus Urwald, welcher den Lebensraum für Orang-Utans bildete. Greenpeace sah durch Nestlés Vorgehen die Population dieser Affen gefährdet und startete eine Social-Media-Kampagne inklusive einem Schock-Video. Interessant ist an diesem Shitstorm, dass er von Nestlé selbst befeuert wurde. Das Unternehmen sorgte für das Abschalten mehrerer Websites und lies das Video gerichtlich verbieten, wodurch der bereits beschriebene Streisand-Effekt einsetzte. Das Video wurde nach dem Vorgehen von Nestlé mehrfach neu hochgeladen, wodurch die Greenpeace-Kampagne immense öffentliche Aufmerksamkeit gewann.

 – Auch die Deutsche Bahn wurde 2010 zum Opfer eines Shitstorms. Das Unternehmen wollte über ihre eigene Facebook-Seite ein als „Chef-Ticket“ bezeichnete Ticket anbieten. Dieses sollte 25 € kosten und dazu berechtigen, durch ganz Deutschland zu fahren. Die Platzierung des Angebots schlug bei der Netzgemeinde jedoch vollkommen fehl, da sich innerhalb kürzester Zeit die Auseinandersetzung mit dem eigentlichen Angebot nicht mehr stattfand und der Großteil der Kommentatoren ihrem Unmut über die Deutsche Bahn Luft verbreiten wollte. Verschlimmert wurde der Shitstorm noch dadurch, dass das Unternehmen komplett auf Kommunikation mit der Netzgemeinde verzichtete. Eine Schlichtung bzw. Abmilderung der Kritik wurde so nicht erreicht, der Shitstorm weitete sich immer weiter aus. Das gut gemeinte Angebot des „Chef-Tickets“ wandelte sich so in einen Reputationsverlust.

– Besonders gefährlich sind Aktionen, mit denen Unternehmen die Netzgemeinde auffordern, Ideen für bestimmte geplante Umsetzungen einzureichen. Nicht selten macht sich die Netzgemeinde hier einen Spaß daraus, die absurdesten Vorschläge einzureichen und pusht diese so weit, dass sich der Konzern in einer Zwangslage sieht. In einer solchen befand sich auch Henkel im Jahre 2011. Für ihre Untermarke Pril riefen sie dazu auf, kreative Design-Vorschläge für die Spülmittelflaschen einzureichen. Die erfolgreichsten sollten sodann tatsächlich auf den Markt gebracht werden. Innerhalb kürzester Zeit befanden sich nur noch absurde Vorschläge auf den ersten Plätzen. Henkel wusste sich nicht anders zu helfen, als eine angebliche Manipulation der Wahlergebnisse anzuführen und die absurden Vorschläge auf die hinteren Plätze zu schieben. Die Netzgemeinde kritisierte diesen Eingriff scharf, Henkel und Pril traf ein immenser Rufschaden.

– 2012 wurde in einer RTL-Sendung zur Hauptsendezeit um 20:15 Uhr der Rechtsstreit zwischen dem Schlagersänger Michael Wendler und Sylvia und Nadine Simbeck beschrieben. Als Reaktion hierauf wurde eine Facebook-Seite mit dem Titel „100.000 Menschen die Michael Wendler scheiße finden“ erstellt, ein Shitstorm gegen Michael Wendler entstand. Nach zwei Tagen hatte die Seite bereits 230.000 Fans, in Hochzeiten gewann die Seite 300 Anhänger pro Minute. Der Shitstorm gilt als der schnellste deutsche Shitstorm und wurde in der Folge immer wieder thematisiert. Michael Wendler entstand hierdurch ein erheblicher Reputationsschaden.

– Einen Marketing-Fauxpas leistete sich Schlecker mit dem Slogan: For You. Vor Ort. Die Fachzeitschrift „Deutsche Sprachwelt” kritisierte die Vermischung von englischer und deutscher Sprache, woraufhin ein Pressesprecher von Schlecker entgegnete, dass der Slogan den durchschnittlichen Schlecker-Kunden anspreche, der ein eher niedriges bis mittleres Bildungsniveau habe. Diese Äußerungen sorgten für einen Shitstorm gegen Schlecker, da sich Kunden hierdurch beleidigt fühlten. In der Folge entstand Schlecker ein erheblicher Schaden durch den Shitstorm.

 – Nicht nur Unternehmen können von Shitstorms getroffen werden, und nicht immer müssen diese negative Folgen haben. Beispielhaft hierfür ist der Shitstorm gegen die damals 13-jährige Rebecca Black aus Amerika. Ihre Eltern ließen 2011 ein aufwendiges und teures Musikvideo für diese produzieren. Das Video wurde zwar innerhalb kürzester Zeit ganze 44 Millionen Mal angeklickt, es hagelte jedoch zumeist beleidigende oder negative Kritik in den Kommentaren. Nichtsdestotrotz verhalf das Video der Interpretin zu einem Plattenvertrag. Ausnahmsweise konnte diese also von der negativen Aufmerksamkeit profitieren.

Berichte über weitere Shitstorms finden sich im Internet zu Hauf, interessierte können beispielsweise hier weitere Shitstorms finden:http://www.computerbild.de/fotos/Die-Zehn-bekannte-Shitstorms-7599832.html#8

Welche nichtjuristischen Anbieter gibt es im Bereich Reputationsmanagement

Im Reputationsmanagement sind viele Anbieter unterwegs, die unterschiedlich weitreichende Leistungen zu unterschiedlichen Preisen anbieten. Hierzu gehören beispielsweise:

–     https://www.yourreputation24.com

–     https://www.revolvermaenner.com

–     https://reputation-manager.de

–     http://socialcore.de/reputation-management/

–     http://www.eology.de/online-reputationsmanagement/

Diese Anbieter bieten zumeist das Online Reputationsmanagement an. Die angesprochenen Kreise sind neben Personen, Unternehmen, Institutionen und Freiberufler wie Ärzte, Hoteliers oder Anwälte auch Politiker und Parteien oder sogar einzelne Marken. Es wird Krisenmanagement sowie Sicherheitsmanagement angeboten, bloße Informationsbeschaffung, Mediation oder auch ein optimiertes Webdesign. Die Leistungen sind sehr weitreichend und können individuell zusammen gebaut werden.

Rechtsanwälte als juristische Partner in Sachen Reputationsmanagement

Nicht immer ist jedoch ein nichtjuristischer Partner als Reputationsmanager die richtige Wahl. Dies gilt besonders dort, wo rechtliche Schritte eingeleitet werden müssen. In diesen Bereichen ist ein Anwalt häufig die bessere Wahl. Dieser kann sowohl strafrechtliche als auch zivilrechtliche Schritte einleiten. Ein effektives Mittel gegen unliebsame Äußerungen oder Verhaltensweisen können dabei die immer häufiger eingesetzten Abmahnungen sein. Sollten auch diese nicht helfen, können einstweilige Verfügungen vor Gericht verfolgt werden. Diese sorgen dafür, dass ein bestimmtes Verhalten zumindest temporär bis zur endgültigen Klärung unterlassen werden muss, was besonders hilfreich sein kann, um negative Äußerungen möglichst unbeachtet bleiben zu lassen. Als intensivster Schritt ist auch der Klageweg denkbar. Da es zumeist um sehr hohe Streitwerte geht und die Verfahren somit vor den Landgerichten landen werden, wo ohnehin Anwaltszwang herrscht, müsste spätestens hier auf einen juristischen Partner zurückgegriffen werden.

Beispiele der Tätigkeit eines Rechtsanwalts im Reputationsmanagement

Im Konkreten kann Ihnen ein Anwalt im Reputationsmanagement in vielerlei Dingen zru Hand gehen. Besonders eingängig ist das Beispiel der negativen Bewertungen auf Bewertungsportalen. Diese können, wie bereits eingangs beschrieben, extreme Auswirkungen auf die Marktstellung eines Unternehmens oder Freiberuflers haben. Erhält ein Arzt bspw. mehrere schlechte Bewertungen auf jameda, so ist es nicht verwunderlich, dass neue Patienten ausbleiben und sich anderweitig orientieren. Verliert man diese Bewertungsportale aus den Augen, kann es im schlimmsten Fall dazu kommen, dass Patienten mit der Zeit völlig ausbleiben, weil auch die aktuellen Patienten sich von den negativen Bewertungen zum Abwandern verleitet sehen, und Praxen schließen müssen. Uns sind solche Fälle bekannt, die mit wenig Eingriff eines Anwalts leicht hätten verhindert werden können.

Ähnliches gilt auch für die Bewertungsplattform kununu. Werden Sie dort als Arbeitgeber schlecht bewertet, bleiben die guten Bewerber eventuell aus. Eine solche Entwicklung ist Gift für ein Unternehmen bzw. für einen Freiberufler, da die Qualität stetig absinken kann, zu noch schlechteren Bewertungen führt und letzten Endes kein Erfolg am Markt mehr generiert werden kann. Auch solche Fälle sind uns bekannt, und auch hier hätte das Eingreifen eines Anwalts leicht zur Vermeidung beitragen können.

Im Fokus steht bei der Tätigkeit des Anwalts am Beispiel der Bewertungsplattformen die Unterscheidung zwischen zulässigen Meinungsäußerungen, bloßen Behauptungen, unwahren Erzählungen und der Schmähkritik. Dabei sind die Chancen sehr groß, dass negative Bewertungen gelöscht werden können, um die Bewertung zu „bereinigen“.

Beispiel der Rechtsprechung mit Reputationszusammenhang

Hilfreich ist in diesem Zusammenhang auch die neueste Rechtsprechung zu den Bewertungsplattformen. Der Bundesgerichtshof hat im März 2016 ein Urteil erlassen, in dem er Stellung zum Prüfungsumfang von Bewertungsportalen wie Jameda genommen hat (Az: VI ZR 34/15). Im vorliegenden Fall hatte ein Zahnarzt gegen die Plattform Jameda wegen einer negativen Bewertung geklagt. Er hatte eine Schulnote von 4,8 erhalten und sah dies als nicht gerechtfertigt an, da die Person, welche die Bewertung abgegeben hatte, bei ihm nie in Behandlung gewesen sei. Daraufhin hatte Jameda die Bewertung zunächst gelöscht und einer Prüfung unterzogen, sodann aber wieder online gestellt. Der Zahnarzt begehrte mit seiner Klage die Unterlassung der Veröffentlichung sowie die Auskunft über den Namen der bewertenden Person oder zumindest die Übermittlung der Jameda vorliegenden Daten zu dem Behandlungsvorgang. Die Vorinstanzen zum BGH waren sich dabei uneinig, wie der Fall zu behandeln sei. Während das LG Köln (Az. 28 O 516/13) dem Kläger den Unterlassungsanspruch zusprach, lehnte es den Auskunftsanspruch ab. In der anschließenden Berufung vor dem OLG Köln (Az. 15 U 141/14) wurde die Klage vollständig abgewiesen. Gegen das Urteil des OLG Köln erhob der Zahnarzt Revision zum Bundesgerichtshof. Der BGH gab daraufhin dem Zahnarzt in weiten Teilen Recht und entschied, dass Bewertungsportale wie Jameda Beanstandungen von bewerteten Ärzten ernsthaft überprüfen müssen. Bestehen ernsthafte Zweifel an der Bewertung, so müssten sie den Bewerter dazu auffordern, die beanstandete Bewertung näher auszuführen und im Extremfall sogar Belege einzureichen, welche die negative Bewertung stützen. Hierzu können Rezepte, Bonushefte oder „oder sonstige Indizien“ gehören. Diese Informationen könnten sodann auch an den Betroffenen Arzt weitergegeben werden, wenn die Anonymität des Bewerters weiter gewahrt bleibe. Die Prüfpflicht von Portalbetreibern wie Jameda ende allerdings dort, wo das Geschäftsmodell der Bewertungsportale stark erschwert würde. Zur Wahrung der Anonymität der Bewerter reiche es allerdings aus, wenn Jameda Beschwerden prüfe und ungerechtfertigte Kommentare lösche. Wegen dieser Anonymität sei allerdings die Gefahr besonders groß, dass auf den Bewertungsplattformen unwahre Behauptungen oder Persönlichkeitsrechtsverletzungen aufzufinden seien. Gegen Bewertungen, die solche Inhalte haben, könnten sich die Betroffenen ohne die Mitarbeit der in keinster Weise wehren, sodass Jameda im Rahmen ihrer Prüfungspflicht eine Pflicht zur Mitarbeit bei der Aufklärung zukomme.

Das Verfolgen der Rechte des Arztes wäre ohne Anwalt undenkbar gewesen. Nicht nur wäre bereits in der ersten Instanz eine anwaltliche Vertretung vor Gericht verpflichtend gewesen. Die komplexe Materie hätte ohne rechtliche Beratung und Aktion vom Arzt selber nicht durchdrungen werden können. Wir helfen auch Ihnen gerne bei der Durchsetzung Ihrer Rechte, um Ihre Reputation zu stärken!

Fazit zum Reputationsmanagement

Das Reputationsmanagement ist gerade im Online-Bereich ein wichtiger Faktor des Überlebens und des Erfolges am Markt. Eine gute Reputation kann Einzelpersonen, Unternehmen, Institutionen, Parteien, Freiberufler und Marken stärken und ihren Erfolg vergrößern. Eine schlechte Reputation kann jedoch zum krassen Gegenteil und im schlimmsten Fall zu einem Shitstorm mit weitreichenden negativen Folgen führen. Besonders anfällig sind dabei Bewertungsplattformen und Soziale Netzwerke, wo eine schlechte Reputation teilweise mit rasender Schnelligkeit Auswirkungen auf die Marktstellung der betroffenen Kreise hat.

Um diese negativen Folgen zu vermeiden, kann sowohl in „ruhigen“ als auch in Krisenzeiten auf das Reputationsmanagement zurückgegriffen werden. Dabei gibt es sowohl nichtjuristische als auch juristische Partner. Ein Anwalt wird gerade dann jedoch vonnöten sein, wenn rechtliche Schritte eingeleitet und geltendes Recht verfolgt werden muss.

Interessieren Sie sich für das Reputationsmanagement? Sehen Sie Ihre Reputation verletzt und wollen hiergegen vorgehen? Zögern Sie nicht, uns anzusprechen. Wir stehen Ihnen gerne mit Rat und Tat zur Seite!

 
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Rechtsanwalt Thomas Feil in den Medien

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