Warnung vor Betrug bei Video-Ident-Verfahren


Die Finanzaufsicht Bafin warnt nun vor Betrugsmaschen, bei denen Verbraucher unter einem falschen Vorwand dazu gebracht werden, am Video-Ident-Verfahren teilzunehmen und persönliche Daten herauszugeben. Auf die Namen der Betroffenen werden daraufhin Bankkonten eröffnet, die wiederum für andere kriminelle Zwecke wie den Betrieb von Fakeshops oder Geldwäsche genutzt werden. Diese Art des Einspannens von Personen wird als „Social Engineering“ bezeichnet.

Oft werden Verbraucher mit Stellenanzeigen in Job- oder Kleinanzeigen-Portalen im Internet gelockt. Für ein Online-Bewerbungsverfahren soll das Video-Identifizierungsverfahren zum Einsatz kommen. Es wird angegeben, dass Bewerber ihre Identität bei einer „Partnerbank“ verifizieren müssten, sei kein persönliches Vorstellungsgespräch möglich, erläutert die Bafin. In anderen Fällen wird Bewerbern vorgetäuscht, sie sollten das Video-Ident-Verfahren testen.

Davor warnt die Aufsicht. Wird eine solche Betrugsmasche entdeckt, sollte das Verfahren abgebrochen werden. Bereits seit Juni 2018 sollen derartige Verbraucherbeschwerden eingegangen sein, berichten die Markwächter Finanzen und digitale Welt der Verbraucherzentralen Sachsen und Brandenburg.

Häufig seien Beschwerden über Kontoeröffnungen der Online-Bank N26 eingegangen. „Von den Polizeibehörden wissen wir mittlerweile, dass auch andere Onlinebanken wie die Solarisbank oder die Fidor-Bank betroffen sind“, sagt Kerstin Schultz, Teamleiterin des Marktwächters Finanzen bei der Verbraucherzentrale Sachsen. Eine genaue Anzahl der Beschwerden wird nicht genannt, allerdings handle es sich nicht um Einzelfälle, „sonst hätten wir das Problem nicht an die zuständige Aufsichtsbehörde adressiert“.

Auf eine direkte Anfrage des Handelsblatts an N26 zur Anzahl der Betrugsfälle wollte die Bank nicht eingehen. Eine Sprecherin verwies lediglich darauf, dass Kunden direkt im ersten Schritt gefragt werden würden, „ob sie sich darüber bewusst sind, dass sie ein Bankkonto bei N26 eröffnen“. Des Weiteren arbeite N26 „eng mit den Behörden zusammen“. Kunden würden darüber aufgeklärt werden, welche Möglichkeiten zum Schutz vor Identitätsdiebstahl es gebe.

Schultz bemerkt:  „Wir sehen, dass die betroffenen Banken sich zwar um Aufklärung bemühen, ob sie alle Vorgaben zum Video-Ident-Verfahren erfüllen, muss aber grundsätzlich die Bafin prüfen.“ Zuletzt wurden von der Finanzaufsicht im Frühjahr 2017 umfangreiche Vorgaben zur Video-Legitimation erlassen.

Es käme immer wieder zur missbräuchlichen Nutzung des Video-Ident-Verfahrens für kriminelle Zwecke, was jedoch keine Rückschlüsse auf die generelle Sicherheit des Verfahrens zulasse, so erklärt eine Sprecherin der Bafin. Verbraucher müssten sich jedoch bewusst machen, dass unter keinen Umständen persönliche Daten an Unbefugte weitergereicht werden sollten.

Schultz empfiehlt: „Wer Opfer einer solchen Betrugsmasche wurde, sollte möglichst schnell Anzeige erstatten.“ Nur auf diese Weise könne ein Verbraucher plausibel nachweisen, dass das Konto nicht absichtlich bzw. von ihm selbst eröffnet wurde.

 

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