Dienstleister Volksbanken warnen vor mehr Betrug bei Onlinebanking und Phishing


Rundschreiben warnen vor N26 und Fidor Bank

Es sind zwei Rundschreiben aus dem Bereich der Genossenschaftsbanken bekannt geworden, die auf deutlich größere Probleme hinweisen und auf steigende Schäden im Onlinebanking verweisen. Anfang Juni versandte die R+V Versicherung einen Brief mit der Überschrift „Drastische Zunahme von Schäden bei Zahlungsvorgängen im Onlinebanking“. Die R+V Versicherung ist für die Schadensfälle der Volks- und Raiffeisenbanken als Versicherung zuständig, wenn zu einem Onlinebanking-Betrug kommt oder Phishing-Angriffe erfolgreich gegen Bankkunden ablaufen. Die Versicherung stellt klar, dass die Schadensbeträge erheblich angestiegen sind und auch die Anzahl der Vorfälle heftig gestiegen sind. In 2019 teilte die R+V-Sprecherin nach Presseberichten mit, dass es bereits knapp 300 Fälle gäbe, deren Gesamtkosten sich auf rd. 5 Mio Euro addiert. Dies sei deutlich mehr als der Durchschnitt aus den vergangenen drei Jahren.

Schadensfälle Phishing werden mehr

Ausdrücklich wird von dem Versicherer auf die Smartphone-Banken und Internetbanken verwiesen. Die R+V Versicherung schildert dabei das Vorgehen der Betrüger, wie es offensichtlich in einer Vielzahl von Schadensfällen abgelaufen ist. Zunächst haben die Betrüger und mit einem fiktiven Namen ein Konto bei einer Direktbank, beispielsweise bei N26 oder der Fidor Bank eröffnet, häufig im Video-Ident-Verfahren. Im nächsten Schritt werden dann Zugangsdaten der Bankkunden, beispielsweise Kunden der Volksbank ausgespäht und betrügerische Überweisungen zugunsten der gefälschten Konten ausgelöst. Häufig wird auch das mobileTAN-Verfahren zulasten der Kontoinhaber genutzt. Zwar gäbe es gezielte Warnhinweise der Banken, dennoch gelingt es den Betrügern häufig, die Zugangsdaten von den Bankkunden zu erlangen. Dabei lässt die Versicherung nach den Presseberichten offen, ob die Bankkunden unvorsichtig waren oder ob es tatsächlich Sicherheitslücken in den Systemen der Banken gibt.

Die Servicegesellschaft der kleineren Volks- und Raiffeisenbanken, die Firma DZ CompliancePartner, hatte ähnliche Hinweise in einem Rundschreiben veröffentlicht. Nach Angabe dieses Unternehmens kommt es vermehrt zu Fällen von Internetbetrug und Phishing im Zusammenhang mit Konten bei Direktbanken, insbesondere bei Finanz-Start-Ups.

Steigende Anzahl von Kundenbeschwerden bei der BaFin

Auch die BaFin als Aufsichtsbehörde stellt vermehrt fest, dass Kundenbeschwerden eingehen. Bis zum 18.06. des laufenden Jahres gingen schon über 3.400 Kundenbeschwerden ein. Mehr als 800 Beschwerden betrafen Konten im Zusammenhang mit Online- oder Direktbanken. Der Anteil der Online-Banken bei den Beschwerden liegt damit bei knapp 19 Prozent, so die Informationen der BaFin zum Internetbetrug und Phishing im Zusammenhang mit Onlinebanking.

Mitte April wurde von der Polizei Niedersachsen mitgeteilt, dass betrügerische Kontoeröffnungen nicht nur bei der Berliner Smartphone-Bank N26 stattfinden, sondern auch bei der Fidor Bank AG und bei bunq aus den Niederlanden. Konkret wies das Landeskriminalamt Niedersachsen darauf hin, dass es eher viele Problemfälle bei N26, wenige Fälle von Missbrauch bei bunq und einen Fall bei der Fidor Bank gab.

Erreichbarkeit von N26 und Fidor Bank schlecht?

In den Pressemitteilungen wird insbesondere beanstandet, dass N26 und andere Direktbanken nicht schnell genug erreichbar sind, um unberechtigte Kontobewegungen, Betrugsfälle und illegale Transaktionen zu unterbinden oder zu verhindern. Nur in einem kleinen Zeitfenster sei es möglich, Überweisungsrückrufe zu starten, sodass die Täter über die Geldbeträge nicht verfügen können. Die Täter würden versuchen, schnellstmöglich ihre Beute aus Phishing oder Internetbetrug in Sicherheit zu bringen. Die R+V Versicherung verweist in ihrer Stellungnahme darauf, dass eine Kontaktaufnahme bei den Direktbanken teilweise Tage dauert, unabhängig ob die Kontaktaufnahme telefonisch, per Telefax oder über das Internet erfolgt.

Auffällig ist, dass die Hinweise der R+V Versicherung und von DZ CompliancePartner aus Juni 2019 stammen. Im April gab es nach Presseberichten erhebliche Probleme bei dem Finanz-Start-Up N26. Das Unternehmen hatte in Presseveröffentlichungen Besserung gelobt. Davon scheint aber in der Praxis noch wenig angekommen zu sein.

Antwort N26 und Fidor Bank auf Vorwürfe

N26 lässt über den Leiter Business Operations dem Handelsblatt mitteilen, dass die Verifikationsmaßnahmen sicher sind und die Verifikationsstandards kontinuierlich weiterentwickelt werden. Allerdings hatte die BaFin vor einiger Zeit N26 öffentlich verpflichtet, ihre Bestandskunden zu überprüfen. Auch die Fidor Bank lässt bestätigen, dass es zwar betrügerische Kontoeröffnungen gibt, die Kontroll- und Überwachungsmaßnahmen aber laufend verbessert worden seien. Nach Auffassung der Fidor Bank sind die eigenen Maßnahmen „sehr erfolgreich“. Dies entspricht in Anbetracht der Vielzahl der Klageverfahren, die wir im Moment gegenüber der Fidor Bank AG vor dem Amtsgericht München und dem Landgericht München vertreten, nicht unserer Einschätzung und Erfahrung.

Auch wegen der langen Reaktionszeiten wehren sich die Online-Banken. N26 lässt mitteilen, dass Anliegen taggleich bearbeitet werden, und dass sämtliche Telefonnummern erreichbar sind, insbesondere die Telefonnummern für Zahlungsverkehr und die Geldwäsche-Abteilung. Auch die Fidor Bank betont, dass sie für andere Banken und Kunden sowie Dritte telefonisch und per E-Mail sehr gut erreichbar ist. Die Kommunikationswege seien durchgängig besetzt, so ein Sprecher der Fidor Bank AG.

Weitere Banken haben in der letzten Zeit auf Phishing-Angriffe und Internetbetrug beim Onlinebanking reagiert. Die Landesbank Hessen-Thüringen verfügte kürzlich einen Stopp für Echtzeitzahlungen zur Internet- und Smartphone-Bank bunq. Ein Betrugsfall führte nach Auskunft der Helaba zur Einstellung des Echtzeitzahlungsverkehrs. Hintergrund war wohl, dass ein größerer Phishing-Angriff auf Helaba-Dienstleistungen erfolgte. bunq verweist darauf, dass mit allen Mitteln versucht werde, den Betrug einzudämmen und zu verhindern. Die Volksbank Köln Bonn fragt bei Überweisungen auf N26-Konten seit Wochen ihre Kunden ab, ob die Transaktionen echt sind. Die Volksbank Freiburg hat mittlerweile die Sperrung von Überweisungen an die Smartphone-Banken N26, Fidor Bank, bunq, Revolut und solarisBank wieder aufgehoben.

Phishing: Haben Banken Sicherheitsprobleme?

Insgesamt ist festzustellen, dass offensichtlich die Banken im Zahlungsverkehr erhebliche Sicherheitsprobleme haben. Nach unserer Einschätzung kann dies aber nicht zulasten eines Bankkunden gehen. Wenn die Banken, seien es Sparkassen, Volksbanken, Genossenschaftsbanken oder Smartphone-Banken, wie N26 oder Fidor Bank AG einen bestimmten Zahlungsweg eröffnen, muss die Bank auch die dazugehörigen Sicherheitsrisiken tragen. So ist auch die Rechtsprechung, beispielsweise die Rechtsprechung des Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgerichts.

Betrug Online-Konto und Phishing: Sofort Anwalt enschalten!

Wenn Sie Opfer eines Betruges beim Onlinebanking geworden sind oder von ihrem Konto Geldbeträge unberechtigt abgebucht worden sind, können Sie uns gerne kontaktieren. Wir vertreten seit Jahren Betroffene bundesweit gegen verschiedene Banken, nicht nur gegenüber N26, Fidor Bank AG, Volksbanken und Sparkassen, sondern auch gegenüber anderen Banken. Sie erhalten von uns eine kostenlose Ersteinschätzung für weitere Maßnahmen. Soweit Sie eine Rechtschutzversicherung haben, ist unsere Erfahrung, dass von den Rechtschutzversicherungen für einen Phishing-Angriff auf Ihr Bankkonto und einen Betrug beim Onlinebanking eine Kostendeckungszusage gewährt wird, sodass die Kosten unserer Beauftragung von der Rechtschutzversicherung übernommen werden.

Gerne können Sie mit uns per E-Mail oder Telefon Kontakt aufnehmen, um Ihren Fall zu erörtern.

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