Klage gegen Fidor Bank wegen Phishing – Das Märchen


Dies erstaunt und offensichtlich mag die Fidor Bank in einem aktuellen Verfahren vor dem Amtsgericht München sprachlich noch einmal nachlegen. Die Bank lässt durch die Rechtsabteilung selbst im Prozess vortragen, dass wir als Prozessvertreter des Klägers aufhören sollen, in jedem Prozess „das Märchen“ zu erzählen, dass die Fidor Bank von außen angreifbar sei. Ohne weitere Nachweise und auch ohne Beweisangebote behauptet die Fidor Bank, dass bei rund 400.000 Kunden im Schnitt nur 30 (!) Fälle wegen angeblicher Nichtautorisierung vor Gericht verhandelt werden. Wir können eine solche steile sprachliche Aussage nur dahingehend deuten, dass offensichtlich die Nerven bei der Fidor Bank blank liegen. Nunmehr versucht die Fidor Bank, uns als Kanzlei zu diskreditieren, spricht von einer eigenen Geschäftsidee unserer Kanzlei wegen der Vielzahl von Verfahren. Dies ist insoweit für den konkreten Sachvortrag wenig hilfreich, da damit eine grobe Fahrlässigkeit des Bankkunden nicht nachgewiesen werden kann.

Verzweifelt versucht die Fidor Bank mit dem Begriff des Anscheinsbeweises zu arbeiten. Hier haben in anderen Verfahren die Gerichte schon deutlich darauf hingewiesen, dass gerade wegen der 30 Verfahren ein solcher Anscheinsbeweis nicht mehr greift. Wir werden in einem anderen Gerichtsverfahren wohl erleben, dass ein Sachverständigengutachten erstellt wird, ob die Sicherheitssysteme der Bank tatsächlich sicher sind. Wir sind gespannt.

Dass andere Banken mit Phishing-Fällen und Hacker-Angriffen auf Bankkonten deutlich besser umgehen, sei kurz anhand eines anderen aktuellen Falles geschildert, den wir in unserer Kanzlei rechtlich begleiten. Es kam zu unberechtigten Abbuchungen in erheblichem Umfang. Die Bank versucht aktuell den Sachverhalt zu klären, hat aber zunächst den Schaden vollständig ausgeglichen, um die finanzielle Handlungsfähigkeit und die Liquidität des Kunden zunächst einmal sicherzustellen. Dies ist aus unserer Sicht ein faires Vorgehen und lässt den Bankkunden nicht im Regen stehen. Ein solches Vorgehen haben wir bisher bei der Fidor Bank noch nicht erlebt. Unsere Erfahrung ist, dass die Fidor Bank sich mit Händen und Füßen gegen Schadensersatzansprüche wehrt und eine vollständige Erstattung der Schäden ablehnt. Unser Eindruck ist auch, dass die Bank für solche Fälle nicht ausreichend versichert ist. Bei der Selbstangabe von mindestens 30 Fällen, die die Bank schon selber zugibt, stellt sich die Frage, warum eine entsprechende Versicherung nicht abgeschlossen wurde. Nach Hintergrundgesprächen, die wir in der Vergangenheit geführt haben, wurde uns signalisiert, dass einige Banken entsprechende Versicherungen abschließen, um hier auch gegenüber dem Kunden kulanter aufzutreten. Die Fidor Bank hat sich offensichtlich entschieden, eine solche Absicherung nicht zu wählen und stattdessen in gerichtliche Auseinandersetzungen mit der Bank zu gehen.

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars 1 Bewertung(en), durchschnittlich: 5,00 von 5
Loading...

Unsere weiteren News und Berichte über Phishing

Schreibe einen Kommentar
Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Sie können folgende HTML-Tags benutzen:

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong> 

*
*

Kontakt

RECHT FREUNDLICH
Feil Rechtsanwaltsgesellschaft mbH
Döhrbruch 62
30559 Hannover

Formular