Geld vom Konto weg?


Was ist unter Phishing zu verstehen?

Wie konnte das nur passieren? Diese Frage beschäftigt wohl die meisten Opfer einer Phishing-Attacke. Denn was überhaupt unter dem Begriff „Phishing“ zu verstehen ist, ist häufig unklar.  Unter dem Begriff “Phishing“ versteht man den Versuch, über gefälschte Webseiten, E-Mails oder Kurznachrichten an persönliche Daten eines Internet-Benutzers zu gelangen. Gelingt es den Betrügern an Ihre persönlichen Daten zu gelangen, werden diese beispielsweise für Kontoplünderungen genutzt.

So kann es passieren, dass Ihnen E-Mails zugehen, die Sie zwar nicht genau zuordnen können, die aber den Anschein einer seriösen Mail erwecken sollen. Diese echt aussehenden E-Mails beinhalten falsche Links, die Sie auf ebenfalls echt aussehende Seiten locken und Sie dazu bewegen sollen, Ihre Daten anzugeben. Sind die Daten in einem solchen Fall eingegeben worden, befinden sich die Betrüger im Besitzt dieser Daten und es ist ihnen möglich Ihr Konto zu hacken und an ihr Geld zu gelangen. Auch nutzen Täter so genannte Malware auf den Webseiten, auf denen Sie bei dem klicken auf den Link weitergeleitet werden. Diese wird dann allein durch den Besuch der Website auf dem Computer des Internetnutzers installiert. Es können jedoch auch seriöse Internetseiten ohne das Wissen des Besitzers infiziert werden. Die Opfer solcher Phishing-Attacken merken meist erst etwas davon, wenn es das Geld bereits weg vom Konto ist. Denn die Seiten sind teilweise täuschend echt, sodass auch bei der Frage nach der TAN-Nummer oftmals kein Verdacht geschöpft wird und diese gutgläubig angegeben wird.

Sollten Sie nun festgestellt haben, dass Sie zu einem Opfer eines Hacker-Angriffs geworden sind, sollten Sie zunächst die Polizei benachrichtigen und von dem Vorfall in Kenntnis setzten. Auch sollten Sie sich umgehend mit Ihrer Bank in Verbindung setzen, um derartigen Vorfällen in Zukunft vorzubeugen. Anschließend ist es ratsam sich an einen Rechtsanwalt zu wenden, der Ihnen dabei hilft, Ihr Geld zurückzubekommen.

Wer haftet, wenn das Geld vom Konto weg ist?

Mit der Frage, wie Sie Ihr Geld zurückbekommen, geht auch die Frage der Haftung einher. Natürlich möchte jedes Phishing Opfer, bei dem durch die Hackerangriff ein Schaden entstanden ist sein Geld zurückbekommen. Doch wer genau haftet, wenn das Geld vom Konto weg ist?

Bei dem Phishing handelt es sich um einen Betrug, der nach § 263 Strafgesetzbuch (StGB) strafbar ist und mit Freiheitsstrafe oder einer Geldstrafe belegt werden kann. Opfer können, um ihr Geld zurückzubekommen auch zivilrechtlich gegen die Täter vorgehen. Da die Täter natürlich kein Anspruch auf Ihr Geld hat, steht Ihnen ein Schadensersatzanspruch gegen den Täter zu. Jedoch werden die Täter in der Praxis nur äußerst selten ausfindig gemacht und es können keine Ansprüche gegen diese geltend gemacht werden. Sollten die Täter jedoch ausfindig gemacht werden können, besteht ein Anspruch auf Schadensersatz gem. § 823 BGB. In diesem Fall besteht für Sie die Möglichkeit Ihr Geld von den Tätern zurückzubekommen.

Können die Täter nicht ausfindig gemacht werden, stellt sich die Frage, ob die Bank im Falle eines Hackerangriffs haften muss. Dies ist immer vom Einzelfall abhängig und wurde durch den Gesetzgeber mit den §§ 675 ff. BGB geregelt. Diese Regelungen sollen speziell den Onlinezahlungsverkehr regeln und enthalten auch Vorschriften, die Fälle des Phishing betreffen.

Doch ob die Bank bei Phishing-Fällen haften muss, ist nicht pauschal zu sagen. In solchen Fällen spielt der § 675v BGB eine entscheidende Rolle. Demnach kann die Bank nur einen Betrag von maximal 150 Euro verlangen, wenn der Bank ein Schaden durch einen Phishing –Angriff entstanden ist. Sollte der „Zahler“, also der Kunde für den entstandenen Schaden verantwortlich sein, hat er für diesen vollumfänglich zu haften. Es spielt also eine große Rolle, ob der Kunde bei dem Schaden eine Mitschuld zu tragen hat. So hat die Bank, obwohl Ihnen ein Schaden entstanden ist, das Recht bei einem Mitverschulden gegen Sie vorzugehen. Es spielen dabei Faktoren wie das verwendete TAN-Verfahren der Bank, der Sicherung des eigenen Computers des Kunden und der allgemeinen Bedienung des Onlinekontos eine Rolle. Daher ist es schwierig genau zu sagen wer haftet, entscheidend sind vor allem die Einzelfallbetrachtung und die genauen Umstände des Sachverhalts.

Die Bank verweigert die Zahlung?

Wenn sich herausgestellt hat, dass es sich um einen Phishingangriff handelt und die Bank sich weigert für die unautorisierte Überweisung zu zahlen, müssen notfalls gerichtliche Schritte eingeleitet werden. Dann wird sich jedoch auch mit der Frage beschäftigt werden müssen, ob Sie eventuell eine Mitschuld zu tragen haben und ob der Bank dann gegeben falls Schadensersatzansprüche gegen Sie zustehen.

Rechtsanwalt einschalten!

Wurden Sie Opfer eines Hackingangriffs auf Ihr Konto und sehen sich mit der Frage konfrontiert, von wem Sie nun Ihr Geld zurückbekommen? Dann ist es äußerst ratsam sich einem Rechtsanwalt anzuvertrauen  und mit diesem zu besprechen, welche rechtlichen Möglichkeiten für Sie bestehen, um Ihr Geld zurückzubekommen. Oftmals erweist sich die Zusammenarbeit mit der eigenen Bank bei einem Fall von einer Phishing-Attacke als äußerst schwierig. Denn die Bank wird alles daran setzten nicht für den entstandenen Schaden aufkommen zu müssen und wird unter gewissen Umständen versuchen gegen Sie Schadensersatzansprüche geltend zu machen. Ein Anwalt kann für Sie prüfen, ob sie bei der Phishing-Attacke eine Mitschuld zu tragen haben und ob der Bank etwaige Schadensersatzansprüche gegen Sie zustehen. Dabei spielt es auch eine Rolle, ob Sie der Bank bereits Informationen gegeben haben oder nicht.

Wir wurden bereits von vielen Phishing-Opfern kontaktieren, denen durch einen Hackingangriff Geld vom Konto weggenommen worden ist. Sie können sich gerne mit uns in Verbindung setzen und uns Ihren Fall schildern. Anhand des Einzelfalls werden wir prüfen, welche rechtliche Möglichkeiten für Sie bestehen und wie Sie schnellstmöglich Ihr Geld zurückbekommen.

 

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