Fidor Bank weigert sich, Schaden nach Phishing auszugleichen


In der Ablehnung des Schadensausgleichs verweist die Fidor Bank pauschal darauf, dass regelmäßig darüber informiert worden sei, keine persönlichen Daten per Email zu übermitteln. Weiterhin wird pauschal darauf verwiesen, dass der Zahler in Bezug auf Zahlungsauthentifizierungsinstrumente seine Sorgfaltspflichten zu erfüllen habe und diese einhalten muss. Nach Auffassung der Fidor Bank dürfen personalisierte Sicherheitsmerkmale bei objektiven Verdachtsmomenten auf Phishing nicht im Internet eingegeben werden. Was genau „objektive Verdachtsmomente“ sind, lässt die Fidor Bank aber offen. Schlussendlich wird darauf hingewiesen, dass eine Haftung „in dieser Art von Fällen“ zum Bedauern der Bank leider abgelehnt werden muss.

Wenn Sie ebenfalls ein solches Schreiben der Fidor Bank erhalten haben und die Ausführungen so nicht hinnehmen wollen, bleibt im nächsten Schritt nur die Möglichkeit, Ansprüche gerichtlich durchzusetzen.

Gern können Sie mit uns Kontakt aufnehmen. Wir haben in der Vergangenheit schon eine Vielzahl von Mandanten gegenüber Banken vertreten. Nach unserer Einschätzung ist die Rechtslage nicht so eindeutig und so klar, wie die Fidor Bank AG dies in ihrem vermutlich aus Textbausteinen gestalteten Schreiben darstellt. Zum einen ist im Einzelfall zu prüfen, ob es wirklich objektive Verdachtsmomente auf einen Phishing-Angriff gab. Auch muss im Zweifel die Bank nachweisen, dass ein Fall der groben Fahrlässigkeit vorlag.

Es ist in der Vergangenheit zu beobachten, dass die verschiedenen Online-Betrugsarten immer ausgefeilter und komplexer werden, sodass für den Laien nicht ohne Weiteres erkennbar ist, ob es sich im konkreten Fall um einen Online-Betrug oder um einen echten Kontakt mit der Fidor Bank handelt.

Hier versuchen viele Banken, so auch die Fidor Bank, ihre Verantwortlichkeit auf den Kunden abzuwälzen. Dazu hat vor Kurzem ein Landgericht in einer gerichtlichen Entscheidung ausgeführt, dass es einem Zahlungsdienstleister wie der Fidor Bank zumutbar ist, das verbleibende Restrisiko der Unaufklärbarkeit einer Schadensursache zu tragen. Hier ist nicht der Verbraucher verpflichtet, alle Risiken des Online-Bankings zu übernehmen. Richtig führte das Landgericht aus, dass ein gewerbliches Geschäftsmodell mit dem Angebot von Zahlungsdiensten über das Internet untrennbar mit einem gewissen Verlustrisiko verbunden ist. Nach Auffassung des Landgerichts muss dies von der Fidor Bank und auch allen anderen Online-Banken einkalkuliert werden. Dieser sehr klaren Positionierung des Gerichts ist nichts hinzuzufügen.

Wir unterstützen Betroffene bundesweit bei der Durchsetzung von Ansprüchen gegenüber Banken. Nehmen Sie gern Kontakt mit uns per E-Mail oder Telefon auf.

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