Berliner Sparkasse Phishing: Vorsicht vor dem Schadensformular


Verständlicherweise gibt es seitens der Berliner Sparkasse ein Informationsbedürfnis. Dies hat einen sehr praktischen und auch finanziell relevanten Hintergrund. Bei Auseinandersetzungen über unberechtigte Überweisungen und Phishing-Angriffe muss die Bank dem Kunden nachweisen, dass ein Fall der groben Fahrlässigkeit vorliegt. Kann dies nachgewiesen werden, ist die Bank nicht schadensersatzpflichtig und muss die unberechtigten Überweisungen nicht zurückerstatten.

Nicht nur die Berliner Sparkasse, sondern auch andere Banken erwecken dann gegenüber dem Bankkunden den Eindruck, bestimmte Informationen müssen unbedingt und rechtlich verpflichtend weitergegeben werden. Vor dieser behaupteten rechtlichen Pflicht warnen wir dringend. Hier versuchen die Banken und auch die Berliner Sparkasse, den Eindruck zu erwecken, die Bearbeitung des Schadensfalls ließe sich nur mit den entsprechenden Informationen durchführen. Mit anderen Worten: Ohne die entsprechende Sachverhaltsdarstellung und Mithilfe kann der Schadensfall nicht bearbeitet werden und die Angelegenheit wird nicht weiter verfolgt.

Dieser Eindruck ist rechtlich nach unserer Einschätzung falsch. Allein die Bank hat die Beweislast, dass ein Fall der groben Fahrlässigkeit vorliegt.

Uns liegt ein Schreiben der Berliner Sparkasse vor, mit dem u. a. angefragt wird, ob es zur Eingabe mehrerer TANs gekommen ist oder eine Aufforderung zur TAN-Eingabe auf der Startseite bezüglich einer Sicherheitsabfrage oder Rücküberweisung vorgelegen hat. Weiterhin will die Berliner Sparkasse wissen, ob bei der Nutzung des PCs Auffälligkeiten aufgetreten sind oder sonstige ungewöhnliche Vorkommnisse dem Kunden aufgefallen sind. Außerdem ist für die Bank von Interesse, ob für das Handy eine neue SIM-Karte betrügerisch bestellt und/oder versandt wurde. Hier wird darauf hingewiesen, dass entsprechende Informationen über den Handyanbieter in Erfahrung zu bringen sind. Auch fragt die Bank nach, ob angebliche Mitarbeiter von Microsoft angerufen haben und Zugriff auf den Computer gewährt wurde. Zum einen ist die Auflistung der Fragen indirekt eine Schilderung einer typischen Phishing-Falle, die in der Praxis wiederholt auftreten. Weiterhin macht das Schreiben deutlich, dass die Bank mit entsprechenden Konstellationen in der Praxis wiederholt konfrontiert wird. Sollte ein Kunde entsprechende Informationen unvorsichtigerweise an die Bank übermitteln, kann dies in der Konsequenz dazu führen, dass Schadensersatzansprüche und ein Ausgleich des Schadens abgelehnt werden.

Wir empfehlen dringend betroffenen Bankkunden, sich kurzfristig anwaltliche Hilfe zu holen, um in dem Spannungsfeld der rechtlichen Anforderungen bei Phishing-Angriffen und unberechtigten Überweisungen bestehen zu können. Wir sind bundesweit tätig und unterstützen Betroffene bei der Durchsetzung von Ansprüchen und bei der Durchsetzung der Rückerstattung unberechtigter Überweisungen.

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