Phishing bei Berliner Sparkasse: Konto leer geräumt – und jetzt?


In der Praxis erleben wir unterschiedliche Vorgehensweisen der Betroffenen, die alle Vor- aber auch Nachteile zeigen. Einige typische Reaktionen möchten wir Ihnen im Folgenden kurz vorstellen.

1. Ich rufe gleich die Polizei.

Eine vielfach gesehene Reaktion ist der direkte Anruf bei der Polizei. Viele Polizeidienststellen sind nicht auf Cyber-Kriminalität spezialisiert. Betrugsfälle im Rahmen des Online-Banking überfordern viele Polizisten, so dass sie nicht angemessen reagieren oder gar weiterhelfen können. Wir haben auch schon erlebt, dass Betroffene auf den Zivilrechtsweg verwiesen wurden mit dem Hinweis, dass man da strafrechtlich nichts machen kann. Auch die Suche nach dem Täter ist vielfach wenig erfolgversprechend.

Aus unserer Sicht ist es zwar wichtig, eine Strafanzeige zu stellen, jedoch sollten sich Betroffene nicht allzu viele Hoffnungen machen, dass mit Hilfe der Polizei ein solcher Betrugsfall aufgedeckt und das Geld zurückgebracht werden könnte.

2. Ich rufe gleich bei der Bank an.

Die sicherlich naheliegendste Vorgehensweise ist wohl die direkte Kontaktaufnahme mit der Berliner Sparkasse selbst. Allerdings birgt diese Reaktion gewisse Risiken.

Grundsätzlich ist es so, dass die Bank nach den gesetzlichen Regelungen bei einem Online-Banking-Betrug oder einem Hacker-Angriff nachweisen muss, dass der Bankkunde einen Fall der groben Fahrlässigkeit begangen hat. Gelingt dieser Nachweis nicht, muss die Bank den Schaden erstatten.

So hat die Bank ein großes Interesse daran, möglichst viele Informationen über den eigentlichen Schadenshergang zu bekommen, vor allem aber dabei auf Fehler des Bankkunden zu stoßen. Die Bandbreite, die wir in der Beratungspraxis erleben, geht von der wiederholten Eingabe einer PIN oder einer TAN, über abfotografierte TAN-Listen, bis hin zu unbemerkt angeforderten SIM-Karten, um auf ein SMS-TAN-Verfahren oder ein Mobile TAN-Verfahren zugreifen zu können.

Werden unbedachte Informationen an die Bank weitergegeben, kann dies im schlimmsten Fall dazu führen, dass die Forderungen der Betroffenen abgewehrt werden können.

Nach unserer jahrelangen Erfahrung in der Beratung der Betroffenen solcher Betrugsfälle ist größte Vorsicht geboten, welche Informationen man der Bank weitergibt. Somit empfehlen wir in der Praxis, dass Bankkunden nicht ohne anwaltliche Beratung konkrete Fragen der Bank beantworten.

Wir, als Kanzlei, die sich auf die rechtliche Begleitung von Online-Banking-Betrugsfällen spezialisiert hat, sind es in solchen Situationen gewohnt, schnell und angemessen zu reagieren und uns kurzfristig bei der Abwicklung solcher Fälle einzuschalten.

3. Ich rufe gleich einen Anwalt an.

Dies ist eine, aus unserer Sicht, gute Vorgehensweise. So werden von Anfang an rechtliche Fehler vermieden, die später zu deutlichen finanziellen Nachteilen führen können.

Es empfiehlt sich jedoch auf jeden Fall eine spezialisierte Kanzlei einzuschalten, die den Umgang mit Banken im Rahmen von Phishing-Angriffen, Hackerangriffen und Online-Banking-Betrugsfällen gewohnt ist. Anwaltskanzleien, die nicht spezialisiert sind, können mit der konkreten rechtlichen Beratung und Begleitung durchaus leicht überfordert sein, was ebenso zu Nachteilen für den Betroffenen führen kann.

In den vergangen Tagen erreichten uns wiederholt Anrufe von Mandaten aus dem gesamten Bundesgebiet. Es wurde daraufhin der Wunsch geäußert, man hätte lieber einen Anwalt vor Ort, den man zu einer persönlichen Besprechung aufsuchen könnte, was aus unserer Sicht durchaus verständlich ist.

Während die Bearbeitung von Verkehrsunfällen und anderen Rechtsfragen selbstverständlich mit einem Anwalt vor Ort geregelt werden können, geht bei einem Hackerangriff auf das Bankkonto eine spezialisierte rechtliche Beratung vor, ist das Risiko auf einen kompletten Verlust des Geldes für die betroffenen Bankkunden zu hoch.

Wir sind in den letzten Jahren bundesweit für betroffene Bankkunden tätig gewesen und haben dabei Gerichtsverfahren von Kiel bis München begleitet. Durch unsere wiederholte Bearbeitung solcher Fälle, beispielsweise bei Sparkassen oder der Postbank, wissen wir mit diesen Situationen effektiv und zielführend umzugehen.

Falls auch Ihr Bankkonto bei der Berliner Sparkasse leergeräumt wurde und ihr Geld weg ist, können Sie gerne per Telefon oder E-Mail Kontakt mit uns aufnehmen.

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