Phishing: Klage erfolgreich gegen die VR-Bank Main-Kinzig-Büdingen

Lesezeit: ca. 3 Minuten

Wir konnten für unseren Mandanten erfolgreich Ansprüche gegen VR-Bank Main-Kinzig-Büdingen gerichtlich durchsetzen.

Hackerangriff auf Bankkonto

Unser Mandant war Opfer eines Hackingangriffs auf sein Konto bei der VR-Bank Main-Kinzig-Büdingen geworden. Insgesamt verlor unser Mandant durch die Phishing-Attacke einen hohen fünfstelligen Betrag.

Außergerichtlich zeigte sich die VR-Bank Main-Kinzig-Büdingen nach unserer Einschätzung wenig kooperativ. Unser Mandant erhielt wenig Informationen und wurde über Tage und Wochen im Unklaren darüber gelassen, ob die Versicherung der Bank oder die Bank selber eine Rückerstattung des abhandengekommenen Gelds vornehmen würde.

Bank zahlt nicht, Klage notwendig

Es bedurfte erst einer Klage beim Landgericht Gießen, die von unserer Kanzlei dort eingereicht wurde, um Bewegung in die Angelegenheit zu bringen. Es erfolgte nach Einreichung der Klage eine Rückerstattung des Geldes.

Nach Klage kam die Rückzahlung

Der nachfolgende Rechtsstreit ging dann um die Frage, wer die Kosten des gerichtlichen Verfahrens, unter anderem die Kosten der anwaltlichen Beauftragung zu tragen hat. Auch hier zeigte sich die VR-Bank Main-Kinzig-Büdingen wenig kundenfreundlich und einsichtig.

VR Bank Main-Kinzig-Büdingen wenig kundenfreundlich

Von der VR-Bank wurde behauptet, es habe in einem persönlich geführten Gespräch eine Abrede gegeben, dass bis zu einem bestimmten Zeitpunkt eine endgültige Entscheidung dem Kunden übermittelt werden würde, ob und in welcher Höhe eine Erstattung vorgenommen werden sollte. Eine solche Verabredung wurde aber nach Darstellung unseres Mandanten nie getroffen.

Schriftliche Unterlagen zu einer solchen angeblichen Verabredung gab es auch nicht. Dennoch wurde ausführlich und breit von der VR-Bank Main-Kinzig-Büdingen eine solche Verabredung diskutiert und behauptet, aufgrund dieser Verabredung sei die Klageerhebung unzulässig gewesen.

Abzug bei Rückerstattung durch die Bank

Interessant war an dieser Stelle auch ein weiteres Detail. Zunächst wurde nicht der volle verlorengegangene Betrag als Phishing-Schaden ersetzt, sondern noch ein Abzug in Höhe von 500 Euro vorgenommen.

Die Bank verwies darauf, dass dies der Selbstbehalt ihrer Versicherung sei, den sie einfach an den Kunden weitergebe. Auf Basis welcher Rechtsgrundlage dies erfolgen sollte, ließ die Bank aber unbeantwortet.

Auch dies zeugt von einem eigenartigen Verständnis der Kundenorientiertheit. Wenn es einen Schadenersatzanspruch gegen die Bank gibt, ist im Gesetz keine Einschränkung vorgesehen, die die Einbehaltung eines Selbstbehalts durch die Bank vorsieht.

Phishing: Bank will eigenen Schaden gering halten

Insgesamt war offensichtlich die Bank bemüht, nur ihren eigenen Schaden möglichst gering zu halten, und hatte die Position des Kunden weniger im Blick.

Offensichtlich hat aber das Jahresende zu einer anderen Einsicht bei der VR-Bank geführt. Es wurde nunmehr mit dem Verweis auf die Reduktion der Gerichtskosten eine Übernahme der Kosten des Rechtsstreits erklärt.

Das Landgericht Gießen hat folgerichtig entschieden, dass die Kosten des Rechtsstreits nunmehr von der Beklagte, sprich der VR-Bank Main-Kinzig-Büdingen, zu tragen seien.

VR Bank Main-Kinzig-Büdingen unterliegt vollständig vor Gericht

Wir konnten damit nicht nur erfolgreich die Ansprüche unseres Mandanten auf Rückerstattung des Geldes durchsetzen, sondern auch gegenüber der VR-Bank alle Kosten unserer Beauftragung nunmehr geltend machen.

Dieses Beispiel zeigt, dass teilweise Banken bemüht sind, mehr im eigenen Interesse zu agieren, und Phishing-Fällen nicht immer das Kundeninteresse im Vordergrund steht.

Wir empfehlen aus Erfahrung, dass bei Onlinebanking-Angriffen auf Ihr Konto möglichst schnell ein Anwalt eingeschaltet wird, um zum einen angemessen gegenüber der Bank zu reagieren, zum anderen auch aktiv die berechtigten Forderungen auf Rückerstattung durchsetzen zu können.

 
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Rechtsanwalt Thomas Feil in den Medien

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