Mittelherkunftsnachweis? Welches Limit gilt?

Lesezeit: ca. 3 Minuten

Wenn Sie von Ihrer Bank oder wegen Kryptowährungen zur Abgabe eines Mittelherkunftsnachweises aufgefordert worden sind, empfehlen wir die Einschaltung eines spezialisierten Rechtsanwalts.

Denn im Grunde werden Sie unter Geldwäscheverdacht oder Verdacht auf Terrorismusfinanzierung gestellt – und müssen nun Ihre Unschuld beweisen, was im Übrigen entgegen jegliches Rechtsstaatsverständnis geht.

  • Doch welche Limits gelten überhaupt?
  • Wieso wurden Sie ausgewählt, einen Mittelherkunftsnachweis zu erbringen?
  • Welches Limit haben Sie anscheinend überschritten?

Es gibt ein Limit – nicht jeder muss Mittelherkunftsnachweis erbringen!

Kaum eine Bank oder eine Börse, auf der Kryptowährungen wie Bitcoin gehandelt werden können, würde je auf die Idee kommen, jede Kundin und jeden Kunden aufzufordern, die Herkunft der Mittel nachzuweisen.

Ein Mittelherkunftsnachweis ist nämlich nicht nur für Kundinnen und Kunden ein Arbeitsaufwand, sondern auch für die Bank oder die Börse, die mit Kryptowährungen agiert.

Die Geldwäschegesetzgebung und die Gesetzgebung zur Vermeidung von Terrorfinanzierung sieht gewisse Limits vor. Denn erst höhere Geldbeträge sind für diese Zwecke relevant.

Falls Sie aufgefordert worden sind, einen Mittelherkunftsnachweis zu erbringen, haben Sie das Limit anscheinend überschritten.

Es kann aber auch sein, dass Sie das Limit zwar unterschritten haben, dennoch ein Verdachtsmoment oder etwas ungewöhnliches an Ihren Transaktionen und Finanzbewegungen festgestellt worden ist.

Welches Limit führt auf jeden Fall zu einem Mittelherkunftsnachweis?

Nach unserer Erfahrung werden für Transaktionen, die über 10.000 Euro gehen, von vielen Börsen, die mit Bitcoin und Kryptowährungen handeln lassen, ein Mittelherkunftsnachweis verlangt.

Dies bereits bei der Euroeinzahlung, aber auch bei der Einzahlung von Bitcoins und anderen Kryptowährungen. Bei der Auszahlung erst Recht.

Bei der Bank ist es so, dass höhere Bargeldeinzahlungen zum Mittelherkunftsnachweis führen können. Die BaFin strebt an, bereits Bargeldeinzahlungen über 2000 Euro von der Bank hinsichtlich der Herkunft der Mittel überprüfen zu lassen.

10.000 Euro ist auch hier das Limit für Kundinnen und Kunden, die der Bank bereits seit Jahren gut bekannt sind.

Momentan ist dieses Bestreben der BaFin noch nicht von den Banken umgesetzt. Ihre Bank möchte Sie als Kundin oder Kunde auch nicht vergraulen. Fragen Sie gern Ihre Bank einmal nach dem konkreten Limit.

Was ist mit geringen vierstelligen Eurobeträgen? Limit überschritten?

Bei 2000 oder 3000 Euro könnte man meinen, dass kein Mittelherkunftsnachweis verlangt wird.

Uns liegen da aber andere Berichte vor. Unsere Kanzlei wird regelmäßig von Betroffenen kontaktiert, die uns ihre Fälle schildern. Daher wissen wir, dass einige Börsen, auf denen Bitcoin und Kryptowährungen gehandelt werden, auch bei kleineren Summen einen Mittelherkunftsnachweis anfordern.

Dies kann auch an anderen Umständen liegen. Wenn ein 18 Jähriger 6000 Euro einzahlt, ist dies vermutlich für eine Kryptobörse auffälliger, als wenn ein 45 Jähriger dies tut.

Es kommt daher auf die genauen Umstände an.

Was tun, wenn Mittelherkunftsnachweis verlangt wird?

Ganz gleich, ob Ihre Bank oder Ihre Börse, auf der Sie Bitcoin und Kryptowährungen eingezahlt haben von Ihnen die Herkunft der Mittel nachgewiesen haben möchte: lassen Sie sich anwaltlich vertreten.

Ihr Rechtsanwalt wird den Fall prüfen und Kontakt mit der Bank oder der Kryptobörse aufnehmen. So kann der Fall ordentlich bearbeitet und womöglich eine dauerhafte Lösung gefunden werden.

Denn wenn Sie ständig neue Mittelherkunftsnachweise erbringen müssen, und nicht einmal wissen, wie lange die Dauer der Bearbeitung solcher Mittelherkunftsnachweise ist, sind Ihre Assets und Ihre Guthaben in Gefahr.


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Rechtsanwalt Thomas Feil in den Medien

2 Kommentare zu “Mittelherkunftsnachweis? Welches Limit gilt?
  • 2. Juni 2021 um 12:03 Uhr
    R. W. says:

    Tach Herr Rechtsanwalt Feil,
    ich kann Ihnen von mir aus bestätigen: das Limit scheint unter 10.000 Euro zu sein, denn bei Binance wurde ich plötzlich wegen drei Ether, die insgesamt zu dem Zeitpunkt ca. 6500 Euro Wert hatten, zum Mittelherkunftsnachweis aufgefordert. Mein Kumpel hat gemeint, dass bei Bitpanda auch wegen rund 5000 Euro schon einmal Stress gemacht wurde. Haben die Börsen verschiedene Limits, oder befolgen die alle die gleichen Limits?
    Beste Grüße
    R. W.

    • 2. Juni 2021 um 14:05 Uhr

      Guten Tag,

      der Mittelherkunftsnachweis wird auch weit unter 10.000 Euro (angebliches Limit, was oft genannt wird) angefordert. Die Börsen haben kein gemeinsames Limit, soweit ich weiß. Teilweise sind die Börsen auch nicht unter der gleichen Jurisdiktion, sodass gänzlich andere Vorschriften zur Geldwäsche- und Terrorfinanzierungsprävention seitens der Gesetzgeber vorgeschrieben sind.

      Mit freundlichen Grüßen
      Rechtsanwalt Thomas Feil

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