Welcher Umgang mit Kununu Bewertungen empfiehlt sich?

Lesezeit: ca. 3 Minuten

Unternehmen, die auf Kununu zahlreiche schlechte Bewertungen erhalten habe, spüren dies sofort an einem verminderten Eingang von brauchbaren Bewerbungen.

Insofern ist es nachvollziehbar, dass betroffene Unternehmen sofort handeln wollen – nur stellt sich die Frage, welcher Umgang mit Kununu in diesen Fällen am zielführendsten ist?

Unsere Kanzlei ist auf das Reputationsrecht im Internet spezialisiert und hilft Mandanten bundesweit dabei, sich gegen rechtswidrige Bewertungen, speziell auf Kununu, zur Wehr zu setzen. Gern teilen wir hier unsere Erfahrungen und stehen für Rückfragen zur Verfügung.

Einfach ignorieren ist kein Umgang mehr! Unbedingt vermeiden!

„Früher“, d.h. noch bis vor wenigen Jahren, haben die meisten Unternehmen das Thema Kununu oder Arbeitgeberbewertungsportale deutlich stiefmütterlich behandelt, teilweise wurde die Thematik gänzlich ignoriert.

In den letzten 3 Jahren ist jedoch merklich Leben in die Angelegenheit gekommen: Unternehmen können sich dem Ignorieren solcher Portale nicht mehr hingeben, sondern müssen etwas tun, um talentierte Bewerber überhaupt zur Kontaktaufnahme zu bewegen.

Ignorieren ist daher kein Umgang mehr, das ist klar. Wer beispielsweise Kununu ignoriert und dort negative Einträge anhäuft, wird dies sehr schnell im Ausbleiben guter Bewerbungen bemerken.

Antworten zu den Bewertungen schreiben? Kommt darauf an!

Ein erheblich besserer Umgang mit Kununu als das bloße Ignorieren negativer Einträge ist das Schreiben von Antworten auf die Bewertungen.

Diese Antworten werden bei Kununu direkt unter der negativen Bewertung veröffentlicht und geben dem Arbeitgeber Gelegenheit, auf die Bewertung zu reagieren und insbesondere seine Sicht der Dinge zu erläutern. Klingt gut, ist aber nicht immer der beste Umgang mit einer negativen Bewertung!

Sinnvoll ist die Rückmeldung in öffentlicher Form auf Kununu immer dann, wenn die Bewertung rechtmäßig erfolgt ist, d.h. keine unwahren Tatsachenbehauptungen enthalten sind und die Kritik nachvollziehbar, sachlich und substantiiert vorgetragen wurde. Dies ist aber nicht immer der Fall.

Viel häufiger liegen die Fallkonstellationen, in denen Bewertungen rechtswidrige Inhalte vorweisen und sogar Beleidigungen oder Drohungen enthalten.

Hier ist unserer Ansicht nach eine Antwort nicht der beste Umgang, da rechtswidrige Einträge juristisch beseitigt werden können. Es gibt keinen Grund, auf rechtswidrige Einträge zu antworten, denn diese sind rechtlich unzulässig und müssen nicht hingenommen werden.

Juristischer Umgang mit Kununu Bewertungen!

Unsere Kanzlei schaut sich negative Bewertungen, die unsere Mandanten auf Kununu treffen, zunächst unter rein juristischen Gesichtspunkten an. Der Umgang mit Kununu Bewertungen bemisst sich für uns daher an den rechtlichen Begebenheiten.

Vereinfacht gesagt dürfen in Bewertungen keine (1) unwahren Tatsachenbehauptungen, (2) Beleidigungen, (3) personenbezogene Daten oder (4) Schmähkritiken enthalten sein. Diese vier Kategorien prüfen wir bei jeder Bewertung systematisch ab und kommen häufig zu dem Ergebnis, dass die in Frage stehende Bewertung rechtswidrig ist. Somit sind auch juristische Möglichkeiten gegeben, den Eintrag zu entfernen.

Fallkonstellationen einzelner Bewertungen!

(1) Unter unwahren Tatsachenbehauptungen versteht man faktisch jede Lüge, die in einer Bewertung veröffentlicht wird. Leider finden sich in vielen Einträgen auf Kununu bloße Unwahrheiten, die zum Schaden des bewerteten Unternehmens veröffentlicht werden. Dies muss nicht geduldet werden und kann juristisch gut bekämpft werden.

(2) Beleidigungen sind Ehrverletzungen von natürlichen Personen. In den Einträgen auf Kununu wird nicht selten in äußerst derber Form über Vorgesetzte hergezogen, sodass der Tatbestand der Beleidigung erfüllt ist. Hierbei ist wichtig zu verstehen, dass Beleidigung einen Straftatbestand darstellt, entsprechend ernst nimmt auch Kununu diese Fallkonstellation.

(3) Personenbezogene Daten sind in Bewertungen auf Kununu beispielsweise dann zu finden, wenn Kollegen namentlich genannt werden oder sonstige Details über Mitmenschen im Unternehmen veröffentlicht worden sind, die die gemeinten Personen identifizierbar machen. Hier hilft das Datenschutzrecht weiter und kann Löschungs- oder Berichtigungsansprüche bereithalten.

(4) Schmähkritik sind Diffamierungen, die nur der Rufschädigung dienen und keiner sachlichen Diskussion. Beispiel hierfür wäre, wenn ein Unternehmen auf Kununu bloß als „Saftladen!“ bezeichnet wird, ohne dass die Bewertung weitere Angaben enthält. In solch einer Bewertung geht es dann nur um den Rufschaden, dies ist rechtlich unzulässig.

Welchen Umgang mit Kununu Bewertungen empfehlen wir?

Aufgrund unserer Erfahrung aus zahlreichen Beratungsmandaten in diesem Bereich können wir Ihnen nicht empfehlen, negative Bewertungen sofort zu beantworten oder gar zu ignorieren.

Vielmehr sollten Sie juristisch die Rechtmäßigkeit aller negativen Einträge überprüfen lassen – dabei wird sich vermutlich zeigen, dass viele der Einträge gar nicht rechtmäßig sind, also juristisch gelöscht werden können.

Was dann noch an Bewertungen über bleibt, kann dann gern rechtlich sicher und sinnvoll beantwortet werden. Auch hierbei helfen wir unseren Mandanten gern.


2% unseres Gesamtumsatzes spenden wir an die Welthungerhilfe
 
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Rechtsanwalt Thomas Feil in den Medien

4 Kommentare zu “Welcher Umgang mit Kununu Bewertungen empfiehlt sich?
  • 20. Mai 2021 um 09:06 Uhr
    DerRächer says:

    hallo herr feil, wieso stellen sie sich so auf die seite der arbeitgeber. bei kununu sind die meisten negativen einträge echt, das wissen sie wahrscheinlich. jetzt wird von fast jedem arbeitgeber einfach alles negative gelöscht, wohin führt das. die armen leute, die den guten bewertungen auf kununu glauben. und sie helfen da auch noch mit, negative einträge zu löschen? was soll das? wie können sie schlafen?

    • 20. Mai 2021 um 09:34 Uhr

      Guten Tag “DerRächer”,

      bedenken Sie, dass Arbeitgeber durchaus mit Kritik im Internet leben müssen – ABER: nicht alle Bewertungen sind rechtlich zulässig. Beispielsweise sind unwahre Tatsachenbehauptungen rechtswidrig. Und auch die Gesellschaft hat kein Interesse daran, im Internet Lügen über Arbeitgeber lesen zu müssen, denn das hilft nun wirklich niemandem.

      Mit freundlichen Grüßen
      Rechtsanwalt Thomas Feil

  • 3. März 2021 um 11:12 Uhr
    Jens Schönberg says:

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    Ich bin selbstständiger Heilpraktiker. Ein Patient/Kunde war mit meiner wissenschaftlichen, evidenzbasierten Diagnose und Therapie nicht zufrieden und hat mir daraufhin bei Google eine unsachliche Bewertung hinterlassen, wodurch in nicht gerechtfertigter Weise mein allgemeines Persönlichkeitsrecht bzw. mein Unternehmenspersönlichkeitsrecht verletzt wird. Die Bewertung des Patienten lässt eine üble Nachrede und Verleumdung erkennen durch unwahre Tatsachenbehauptungen und Schmähkritik. Ich fürchte, dass ich durch diese schlechte Bewertung (ich habe bisher erst insgesamt 3 Bewertungen) einen finanziellen Nachteil habe. Außerdem habe ich den Patienten bereits um Löschung der unsachlichen Bewertung gebeten. Bis dato ist dies nicht passiert. Daher würde ich gerne in Erfahrung bringe, ob hier ein Schadensersatz möglich ist, für jeden Tag, an dem die Bewertung online steht.
    Könnten sie außerdem die zu erwartenden Arbeitsstunden und das damit zu erwartende Honorar abschätzen?
    Viele Grüße
    Jens Schönberg

    • 3. März 2021 um 12:07 Uhr

      Guten Tag Herr Schönberg,

      vielen Dank für Ihre Anfrage zu Google. Bei Google verhält es sich im Grunde ähnlich wie bei Kununu. Ich melde mich bei Ihnen per Mail zurück.

      Mit freundlichen Grüßen
      Rechtsanwalt Thomas Feil

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