Rechtswidrige Aussagen im Fragenbereich bei Kununu

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Bei Kununu gibt es nicht nur die Möglichkeit, Bewertungen über Unternehmen zu veröffentliche (sog. Arbeitgeberbewertungen), sondern auch Fragen zu einem Unternehmen zu stellen. Hierfür hat Kununu eigens auf jedem Firmenprofil einen Fragenbereich eingerichtet, der ähnlich wie ein Forum funktioniert. Spannend ist hierbei, welche Aussagen Kununu selbst tätigt und wie sich die ganze Sachlage juristisch darstellt. Keinesfalls sind Sie dem Fragenbereich hilflos ausgeliefert – auch hier gilt, dass Rechtswidrigkeiten juristisch effektiv beseitigt werden können.

Als Fragen getarnte Bewertungen – wie ist die Rechtslage?

Clevere Mitarbeiter oder solche, die es einmal waren, gehen vermehrt dazu über, im Fragenbereich bei Kununu Rufschädigungskampagnen einzuleiten. Statt im Bewertungsteil eine sachlich und nachvollziehbare Bewertung abzugeben, was rechtlich zulässig wäre, breiten sich Rechtswidrigkeiten im Fragenbereich aus. Hier werden nun Bewertungen getarnt als Fragen eingestellt. Beispielsweise finden wir “Fragen” wie folgende recht häufig bei Kununu im Fragenbereich:

“Ist hier wirklich bald Insolvenz angesagt?”

“Wieso werden Frauen so schlecht behandelt?”

“Gibt es ein noch unmenschlicheres Unternehmen als dieses hier?”

In all diesen Fragen sind Tatsachenbehauptungen enthalten. In der ersten Frage wird suggeriert, dass eine Insolvenz auf dem Weg sei, oder zumindest darüber diskutiert würde. Im zweiten Beispiel wird ausgedrückt, dass Frauen schlecht behandelt werden. Im dritten Beispiel wird ausgesagt, dass ein unmenschlicher Umgang vorherrscht.

All diese “Fragen” enthalten daher Tatsachenbehauptungen und sind, soweit die Tatsachenbehauptungen unwahr sind, rechtswidrig. Daran ändert auch das am Ende hinzugefügte Fragezeichen juristisch gesehen nichts. Rechtswidrige Aussagen, die als Fragen getarnt werden, können juristisch angegangen und gelöscht werden. Entweder außergerichtlich, in einem Schriftwechsel mit Kununu, oder notfalls gerichtlich.

Sind es wirklich “Unternehmenskenner”, die dort schreiben?

Interessant ist, dass Kununu im Fragenbereich eine eigene unwahre Tatsachenbehauptung aufstellt. Dort heißt es nämlich:

“Unternehmenskenner beantworten deine individuellen Fragen.”

Wir zweifeln dies an, denn bei Kununu kann grundsätzlich jeder eine Frage einstellen oder eine Antwort posten. Sind es also wirklich Unternehmenskenner, die im Fragenbereich aktiv sind? Wir erleben viel mehr, dass dort selbst Bewerber antworten, oder solche, die mit dem Gedanken spielen, eine Bewerbung vielleicht abzuschicken. Diese Personen sind sicher keine Unternehmenskenner, denn dies würde voraussetzen, über eine gewisse Erfahrung hinsichtlich des Unternehmens zu verfügen. Diese Erfahrung, die einen zum “Unternehmenskenner” werden lässt, erwirbt man sicherlich nicht im Bewerbungsprozess oder durch das Einstellen und Beantworten von Fragen auf Kununu.

Hier hat sich Kununu unserer Ansicht nach also deutlich überhoben.

Ex-Mitarbeiter, Mitarbeiter, Leiharbeiter, Bewerber usw. – woher will Kununu das alles wissen?

Spannend ist außerdem, dass Kununu die geposteten Fragen und Antworten auch noch mit weiteren Bezeichnungen kenntlich macht. So steht beispielsweise hinter einer Frage “von einem Ex-Mitarbeiter”, oder “von einem Bewerber”. Diese Hinzufügung stammt von Kununu selbst. Woher aber will Kununu wissen, welche Position der Fragensteller oder der Antwortende innehatte? Wir gehen davon aus, dass Kununu hier einfach den Angaben der Fragesteller und Antwortenden Glauben schenkt. Ein Unternehmen muss sich dies aber nicht bieten lassen und kann, falls die Angabe nicht stimmt, juristisch dagegen vorgehen.

Seltsam finden wir, dass bei einigen Fragen und antworten “von einem anonymen User” oder Ähnliches zu finden ist. Was soll dies bedeuten? Hat Kununu hier gar keine Angaben vom Fragesteller oder Antwortenden vorliegen? Oder “deckt” Kununu die Antwort/Frage dergestalt, dass betroffene Unternehmen denken, juristisch aufgrund der Anonymität nichts unternehmen zu können?

Unsere Hilfestellung für Sie!

Falls Sie mit dem Fragenbereich auf Kununu Probleme haben, können Sie uns gern ansprechen. Wir schauen uns an, ob es juristische Ansatzpunkte für eine Löschung gibt und teilen Ihnen eine kostenfreie Ersteinschätzung mit. Gern können Sie uns den Link zu Ihrem Profil per Mail zukommen lassen und wir melden uns schnellstmöglich bei Ihnen zurück.

 
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Rechtsanwalt Thomas Feil in den Medien

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