Kann man die eigene Jameda Bewertung wieder löschen?

Es lassen sich bei jameda nicht nur zahlreiche positive, sondern auch negative Bewertungen wiederfinden. Aus diesem Grund kommt der Frage, ob man die eigene Jameda Bewertung wieder löschen kann eine gewichtige Bedeutung zu.

Grundsätzlich lässt sich eine Arztbewertung auf Jameda nicht wieder zu löschen. In der Regel ist es vor allem im Interesse eines Arztes eine negative Bewertung löschen zu lassen. Aber auch für einen Patienten kann die Frage nach der Löschung einer Bewertung interessant sein. Patienten, die ihre getätigte Bewertung bereuen oder sie nach einem gewissen zeitlichen Abstand zur Behandlung anders abgeben würden, können ihre Bewertung zwar nicht wieder löschen, sie können diese aber ändern.

Ärzte hingegen können eine erhaltene Bewertung weder ändern, noch lässt sich diese einfach wieder löschen. Fühlen sich Ärzte durch eine unwahre Tatsachenbehauptung in einer jameda Bewertung verletzt, kann die jeweilige Bewertung gemeldet werden. Mit Hilfe eines Problemmeldeformulars können Ärzte zu der entsprechenden Bewertung Stellung beziehen und darlegen, wieso es sich ihrer Meinung nach um eine rechtswidrige Bewertung handelt.

Negative Kritik ist zwar grundsätzlich zulässig, jedoch muss auch eine negative Bewertung gewisse rechtliche Grenzen einhalten. Nicht erlaubt ist die Behauptung falscher Tatsachen oder aber Schmähkritik. Eine falsche Tatsachenbehauptung ist jede Lüge, eine Schmähkritik ist ein Werturteil, welches nicht mehr der sachlichen Auseinandersetzung dient, sondern nur die Diffamierung des Betreffenden als Ziel hat. Diese Arten der Aussagen sind nicht von der Meinungsfreiheit gedeckt und lassen sich löschen. Es gilt also festzustellen, ob es sich bei der jeweiligen Bewertung um unwahre Tatsachen oder gar eine Diffamierung des Arztes handelt.

Die Rechtsprechung des BGH hat die Rechte von Ärzten in verschiedenen Urteilen gestärkt. Bewertungsprotale wie Jameda haben die Pflicht, Beanstandungen von bewerteten Ärzten ernsthaft zu überprüfen. Bei Zweifeln an der Bewertung, muss Jameda sich mit dem jeweiligen Verfasser in Verbindung setzen und diesen gegebenenfalls dazu auffordern, die beanstandete Bewertung näher auszuführen und im Extremfall sogar Belege einzureichen, welche die negative Bewertung stützen. „Konkret muss die vom Portalbetreiber durchzuführende Überprüfung erkennbar zum Ziel haben, die Berechtigung der Beanstandung des betroffenen Arztes zu klären. Der Portalbetreiber muss ernsthaft versuchen, sich hierzu die notwendige Tatsachengrundlage zu verschaffen; er darf sich insbesondere nicht auf eine rein formale “Prüfung” zurückziehen.“ (BGH, Urteil vom 01. März 2016 – VI ZR 34/15 –, Rn. 42, juris)

Entscheidend ist dabei jedoch immer der Einzelfall. Um eine unwahre Tatsachen Behauptungen handelt es sich beispielsweise, wenn der vermeintliche Patient sich negativ über einen Arzt auslässt, bei dem er jedoch nie zur Behandlung war. In einem solchen Fall handelt es sich schlicht und ergreifend um eine Lüge, die nicht von der freien Meinungsäußerung geschützt ist und dementsprechend wieder gelöscht werden kann.

Anders sieht es hingegen bei einer Diffamierung aus. Unproblematisch ist es, wenn die Bewertung des Nutzers ausschließlich in einer beleidigenden Weise verfasst wurde. Doch dies ist eher selten der Fall. Vielmehr handelt es sich häufig um eine Mischung aus einer Meinungsäußerung und einer Schmähkritik. Daher ist es sinnvoll die entsprechende Bewertung von einem Anwalt rechtlich überprüfen zu lassen um festzustellen, ob es sich noch um eine Meinungsäußerung oder aber um eine solche Schmähkritik handelt.

 
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Rechtsanwalt Thomas Feil in den Medien

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