Werbe.Wert Verlagshaus GmbH: Sind die Forderungen berechtigt?

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Die Firma Werbe.Wert Verlagshaus GmbH aus Andernach mit der Geschäftsführerin Frau Petra Schwickert betreibt ein mehrfach kritisiertes Geschäftsmodell. Angeblich werden „Bürgerinformationsbroschüren“ für verschiedene Verteilungsgebiete hergestellt. Teilweise erfolgt ein telefonischer Kontakt und der Versuch, über verschiedene Wege einen Anzeigenauftrag mit einer zweijährigen Laufzeit zu generieren. Es wird eine Druckvorlage übersandt, all dies mit dem Ziel, die Kunden zum Vertragsabschluss zu führen. Beanstandet wird, dass teilweise ein offizieller Eindruck erweckt wird.

Da wegen der langen Laufzeit die Forderungen erheblich sind, sollte trotz einer Unterschrift kritisch geprüft werden, ob rechtswirksam ein Vertragsschluss zustande kommt oder gekommen ist. Beispielsweise hat das Amtsgericht Fürstenfeldbruck in einem Urteil vom 10.12.2015 (Aktenzeichen 6 C 1380/15) entschieden, dass ein Auftragsvordruck, wie er von einem Vorläufer der Firma Werbe.Wert Verlagshaus GmbH benutzt wurde, keine Basis für einen wirksamen Vertrag ist.

Für die Bürgerinformationsbroschüren sollen Beträge bis zu 8.600,00 Euro gezahlt werden.

Gern unterstützen wir Sie bei der Abwehr der Forderungen und prüfen mit Ihnen, ob ein wirksamer Vertrag zustande gekommen ist.

Einige Städte haben in der Vergangenheit davor gewarnt, dass die Bürgerinformationsbroschüren, die die Werbe.Wert Verlagshaus GmbH aus Andernach anbietet, keine offiziellen Informationen von Städten sind, eine Autorisierung durch die jeweilige Stadtverwaltung liegt nicht vor.

Auch wenn auf den Internetseiten der Werbe.Wert Verlagshaus GmbH auf gewonnene Prozesse verwiesen wird, ist dies sehr kritisch zu sehen. Teilweise können die Angaben nicht verifiziert werden, und es besteht der Verdacht, dass hier mit falschen Angaben agiert wird.

Im Einzelfall ist auch rechtlich zu prüfen, ob eine Strafanzeige erstattet werden soll.

Insgesamt empfehlen wir, auch bei einer Unterschrift, die unter einer Druckvorlage geleistet wurde, nicht gleich „aufzugeben“. Wir haben in der Vergangenheit einige Mandanten unterstützen können, die sich aktiv gegenüber Forderungen der Firma Werbe.Wert Verlagshaus GmbH zur Wehr gesetzt haben.

Im Rahmen der rechtlichen Prüfung ist insbesondere auch zu prüfen, ob der Anzeigenauftrag mit den Vertragsbedingungen in allen Einzelheiten rechtlich haltbar ist. In dem Anzeigenauftrag wird auch darauf hingewiesen, dass sich die Vertragslaufzeit um ein weiteres Jahr verlängert, wenn nicht spätestens drei Monate vor Ende der Vertragslaufzeit eine schriftliche Kündigung vorliegt. Insoweit sollte auch dieser Aspekt bei der rechtlichen Beratung berücksichtigt werden.

Aus unserer Sicht gibt es verschiedene Ansatzpunkte, die Forderungen abzuwehren und nutzlose Zahlungen zu vermeiden, insbesondere, wenn entgegen den Behauptungen der Werbe.Wert Verlagshaus GmbH die „Bürgerinformationsbroschüren“ keine wirkliche gute Verteilung haben oder überhaupt nicht in den jeweils angegebenen Verteilungsgebieten Bürgern überreicht werden. Auch bei den Verteilungsgebieten sind die Angaben nur oberflächlich und wenig überprüfbar.

 
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Rechtsanwalt Thomas Feil in den Medien

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