Social Network „YouNow“: Fachleute warnen vor Verletzungen des Urheberrechts- und der Privatsphäre

Neben den großen sozialen Netzwerken wie Facebook, Instagramm oder Twitter hat es das Portal „YouNow“ geschafft, sich insbesondere bei jüngerem Publikum, eine große Schaar von Nutzern zu sichern.

Das Prinzip der Seite ist einfach: Angemeldete Nutzer können über ihre Webcam oder die Kamera des Smartphones Live-Streams schalten und mit ihren Zuschauern über den parallel laufenden Chat kommunizieren und so Feedback, Anregungen erhalten oder Fragen zum Geschehen gestellt bekommen.

Ursprünglich dafür gedacht Musikern und Entertainern sowie Erstellern von diversen How-To-Tutorials eine Plattform für ihre Werke zu bieten, zeichnet es sich ab, dass immer mehr Jugendliche im frühen Teenager Alter das Network als Chat Nutzen und Live-Videos von sich selbst vor der Cam ins Netz schalten.

Ähnlich wie bei Instagram wo immer mehr Menschen äußerst persönliche Ausschnitte aus ihrem Leben, mit häufig Unbekannten aus der ganzen Welt teilen, sind auch bei „YouNow“ dementsprechend Probleme vorprogrammiert.

Dies gilt insbesondere, jedoch nicht ausschließlich für die vielen Minderjährigen Nutzer. Zwar sind unter 13-Jährige überhaupt nicht, und nicht Volljährige nur mit Erlaubnis der Erziehungsberechtigten zugelassen, da allerdings der Facebook-, Twitter- oder Google-Account als Authentifizierung dient, ist diese Vorgabe in der Praxis so nicht zu überprüfen.

Die Probleme bestehen vor allem darin, dass die einmal vor der Webcam geäußerten Dinge im Netz sofort bei tausenden Nutzern unwiderruflich ankommen. Und häufig sind die jungen Nutzer äußerst freigiebig mit privaten Angaben – Name, Wohnort oder die besuchte Schule werden schnell im Gespräch geäußert, was natürlich nicht nur in Zeiten der Cyberkriminalität bedenklich ist.

Zudem kommt, das unschuldige Jugendlich hier nicht nur auf Ihresgleichen treffen. Anzügliche Kommentare oder unschickliche Aufforderungen kommen häufig vor, Pädophilie oder Mobbing ist somit Tür und Tor geöffnet.

Doch das ist nicht das einzige Problem des ungefilterten Streamings. Eventuell ungefragte Live-Aufnahmen von Freunden, Mitschülern, Lehrern oder Fremden verletzen schnell das in Deutschland grundrechtlich geschützte Recht am eigenen Bild, und das Spielen von Musik oder zeigen von Lieblingsserien kann Urheberrechtsverletzungen zum Gegenstand haben, derer sich die Benutzer häufig gar nicht bewusst sind.

Dies ist nicht nur nicht rechtens, es kann vielmehr auch eine handfeste Abmahnung durch die geschädigten Rechteinhaber zur Folge haben.

Deshalb ist er unabdingbar bei Benutzung der Plattform das eigene Verhalten zu reflektieren, und vorsichtig zu sein, was man ins Netz sendet. Insbesondere Eltern sei hier geraten, mit ihren Kindern über die Nutzung angemessen zu sprechen und die Risiken in genannter Form aufzuzeigen.

 
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Rechtsanwalt Thomas Feil in den Medien

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