Sachmangel beim PKW: Erhöhter Spritverbrauch

Ein wichtiges Kriterium beim Kauf eines neuen ist oft der . Da freut man sich besonders wenn man einen Wagen mit einem sehr geringen erstehen kann. Umso ärgerlicher ist es dann jedoch, wenn nach dem Kauf der überprüft, und als (viel) höher als vom Verkäufer ausgeschrieben ausfällt! Wenn also der Gang zur Kasse an der Tanksteller immer schwerer fällt als er sein sollte beachten Sie Folgendes:

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Einen Sachmangel stellt jede Steigerung des Spritverbrauchs im Vergleich von der Hersteller Angabe zum tatsächlichen Verbrauch dar! Jedoch begründet nicht jede Steigerung auch gleich ein Recht zum Rücktritt oder zur Kaufpreisminderung. Dazu muss dann eine Grenze von 10 % Steigerung über dem ausgeschriebenen Wert überschritten sein. 

Was tun bei Sachmangel?

Ist ein erhöhter Verbrauch von über 10% gegenüber dem ausgeschriebenen Verbrauch festzustellen,  besteht ein Anspruch von dem geschlossenen Vertrag zurückzutreten und eine Rückabwicklung in Gang zu setzen. Nicht nur das, darüber hinaus besteht auch die Möglichkeit Schadensersatz zu verlangen, und zwar für den zu viel bezahlten Sprit. Dies bezieht sich natürlich nur auf die bereits getätigten Mehrkosten im Vergleich zu dem ausgeschriebenen Herstellerverbrauch.

Beweisproblem 

Im Einzelnen kann so ein Gefühl, dass der Verbrauch zu hoch ist natürlich auch trügen. Fährt man nun täglich mit voll bepacktem Wagen einen Berg hinauf, womöglich noch mit erheblichem Gepäck und Mitfahrern, erhöht sich der Durchschnittsverbrauch selbstverständlich. Dies muss vom Hersteller auch nicht zu berücksichtigen sein. Fährt man aber einen durchschnittlichen Fahrstil sollte der Verbrauch um nicht mehr als 10% von der Herstellerangabe abweichen. Dies muss im Zweifel von einem Gutachter einer neutralen und befugten Stelle (etwa dem TÜV) belegt werden. Ist dies möglich hat man gute Chancen (im Zweifel vor Gericht da der gerichtlich bestellte Gutachter in der Regel dem außergerichtlichen neutralen Gutachter folgen wird) seinen Anspruch zu bekommen- kürzlich wurde vor Gericht bei einem Mehrverbrauch von 10,3 Prozent ein Rücktrittsbegründender Sachmangel bejaht.

Sollten Sie also einen erheblich höheren Spritverbrauch bei Ihrem Neuwagen festgestellt haben und fahren einen „testbedingungsgetreuen“ Fahrstil sollten Sie sich überlegen Ihren Autohändler zu kontaktieren, ggf. eine Reparatur oder zumindest eine Überprüfung zu fordern und bei Verweigerung des Händlers oder einem augenscheinlich falschen Ergebnis einen Gutachter einschalten. Bei Fragen zur Beschreitung des Rechtswegs können Sie uns gerne für eine kostenlose Erstberatung über unsere kostenlose Hotline kontaktieren! Wir beraten Sie in Hannover, Niedersachsen und bundesweit.

OLG Hamm Urteil v. 07.02.2013, Az. I-28 U 94/12

 
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Rechtsanwalt Thomas Feil in den Medien

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