Netzneutralität – Warum unser Internetkonsum in Gefahr ist und wir es nicht einmal wissen

Sollten Sie, nachdem Sie diesen Beitrag gelesen haben, den YouTube-Kanal des englischen Satirikers John Oliver mit seiner amerikanischen Satire-Nachrichten-Sendung Last Week Tonight anschauen, werden sie sich einiger Gefahren für Ihren Internetkonsum bewusst werden. Was Herr Oliver humoristisch beschreibt und was Sie hier gelesen haben werden, weist nämlich alles auf ein Problem hin: Die Netzneutralität ist in Gefahr.

Nun mögen Sie sich zunächst einmal fragen, was die Netzneutralität eigentlich ist. Schließlich handelt es sich um einen Begriff, der nicht gerade in der Umgangssprache frequentiert wird. Daher beginnen wir mit einer Erklärung: Bei der Netzneutralität handelt es sich um ein Prinzip, dass sicherstellt, dass alle Daten bei der Übertragung im Internet gleich behandelt werden. Soweit erscheint dies noch einfach verständlich. Es scheint ein Gleichbehandlungsgrundsatz für Daten zu sein. Und genau dies ist auch der Fall: Alle Datentransaktionen im Netz erfolgen über Datenpakete und der Grundsatz der Netzneutralität besagt, dass ungeachtet der Herkunft dieser Pakete ein jedes Datenpaket gleich priorisiert wird.

Zugegebenermaßen ist dieser Zustand der momentane status quo in der Internetumwelt. Jedoch steht dieser Grundsatz mehr und mehr unter Beschuss. Die Netzanbieter – ob in den USA oder auch in Europa – versuchen dem status quo Abhilfe zu verschaffen und ein „Zwei-Klassen-System“ einzuführen. Dabei wird vor allem darauf verwiesen, dass es nicht zu einem tatsächlichen „guten“ und „schlechten“ Übertragungsangebot kommen soll, vielmehr solle allgemein ein schnelle Netz zugänglich sein und für einen Aufpreis ein noch schnelleres Netz.

Um dieses Vorgehen zu verstehen, muss man sich jedoch zunächst den technischen Vorgang der Übersendung von Datenpaketen vor Augen rufen und dann ein Argument der Netzanbieter einfließen lassen: Es könnte aufgrund des massiven Datenzuwachses durch vermehrte Nutzung und der Erschließung neuer Internet-Umwelten zu so genannten Datenstaus kommen. Diese durchaus nicht abwegige Argument führt zum Lösungsansatz der Netzanbieter.

Somit schlagen diese vor, dass eine Priorisierung innerhalb der Übertragungsvorgänge vorgenommen wird. Der besagt Aufpreis würde dann dazu führen, dass der zum Zahlen Befähigte eine weitaus schnellere Übertragungsrate hätte als jemand, der diesen Aufpreis nicht zahle.

Nicht nur Herr Oliver zeigt in seinem Beitrag auf, dass hinter diesem Modell wahrscheinlich Gewinnerzielungsabsichten stecken. Letztlich läuft es aber unabhängig von selbigen Vorwürfen drauf hinaus, dass Bereiche wie Start-Ups, Wohltätigkeitsprojekte und Non-Profit-Projekte sowie Open Source Bereiche schlechter gestellt würden, als ihre etablierte Marktkonkurrenz. Diese könnte durch eine schnellere Übertragungsrate, welche eventuell aufgrund von Finanzierungsaspekten nicht für benannte Bereiche erschwinglich ist, einen Marktvorteil erhalten.

Mithin könnte also eine Abschaffung des Grundsatzes der Netzneutralität und die subsequente Einführung eines „Zwei- oder Mehr-Klassen-Systems“ zu einer Übervorteilung führen, welche sowohl für zukünftige Marktzugänge, bestehende Non-Profit-Bereiche und insbesondere den Konsumenten von erheblichem Nachteil sein könnte.

 
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Rechtsanwalt Thomas Feil in den Medien

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