Betrügermasche der Druckstudio Streit s.àr.l. aus Wasserbillig?

Lesezeit: ca. 3 Minuten

Druckstudio Streit s.àr.l. – eine Firma, die vorgibt in der Werbebranche tätig zu sein. Der offizielle Hauptsitz der Firma befindet sich in Wasserbillig, einem luxemburgischen Dorf. Die Leute dahinter befinden sich aber letztendlich wohl in Deutschland. Die Region um Bad Kreuznach und Idar Oberstein in der Pfalz ist der Standort vieler Firmen, die mit dieser Masche arbeiten.

Die von ihnen eingesetzte Methode wird auch als „ Kölner Masche“ bezeichnet, denn sie wurde erstmals in größerem Umfang von Kölner Betrügern verwendet. Dabei werden Institutionen, Unternehmen, sowie Freiberufler mittels Spam-Anrufen dazu gebracht Anzeigenaufträge abzuschließen.

Die Druckstudio Streit s.àr.l ist bereits seit dem Jahr 2002 eingetragen. Immer wieder schien sie lange Phasen inaktiv zu sein. Jedoch kam es in letzter Zeit erneut vermehrt zu Vorfällen im Zusammenhang mit der Firma.

Die Masche Druckstudio Streit

Gewerbetreibende und Freiberufler werden unaufgefordert angerufen. Die Opfer der Masche schalten regelmäßig Printanzeigen in Publikationen eines seriösen Verlages. Den Kunden wird vorgespielt, man sei von diesem Verlag und für die nächste Ausgabe müsse kurzfristig eine erneute Druckfreigabe erfolgen. Die Vorlage wird daraufhin per Fax übersendet und müsse so schnell wie möglich unterschrieben zurück gefaxt werden.

Das verwendete Fax-Formular, das die Druckstudio Streit s.àr.l. beinhaltet tatsächlich das bisher genutzte Anzeigenmotiv. So wirkt es, als handele es sich ausschließlich um die Druckfreigabe für den bestehenden Auftrag. Der Rest ist durch die kleine Schrift und die Fax-Übertragung kaum lesbar. Des Weiteren fällt nicht sofort ins Auge, dass die Firma in Wasserbillig sitzt, soll das Fax an eine kostenlose 0800er-Nummer zurück gesendet werden.

Das enthaltene Anzeigenmotiv ist aus bisherigen Publikationen kopiert – eine Urheberrechtsverletzung. Im Kleingedruckten des Formulars gibt es Forderungen, die viele Betroffene zuerst übersehen. Pro Jahr sollen viermal Kosten von 681,85 Euro fällig werden, also insgesamt 2.727,40. Die Anzeige umfasst etwa 5 mal 8 cm in einem DIN-A5 Druck, dem sogenannten Notrufinfoflyer. Von diesem werden viermal im Jahr 250 Stück gedruckt.

Werbeerfolg? Ist das überprüfbar?

Normalerweise ist eine Anzeige in einer Publikation nur dann sinnvoll, wenn sie auch die Zielgruppe erreicht. Dies bezüglich bleibt die Druckstudio Streit s.àr.l. jedoch ungenau. In einem Auszug aus dem Formular wird beschrieben (Originalwortlaut):

„Die Verteilung des Werbeobjektes erfolgt durch eigene Verteilung oder durch einen Verteilservice an z.B. Behörden, Krankenhäuser, Handel, Handwerk, Praxen, Kindergärten, Schulen usw an mind. 10 Auslegestellen, ortsgebunden an den Firmensitz, jedoch im Umkreis von max. 25 km abhängig von der Anzahl und der Kooperationsbereitschaft der Auslegeplätze. Für die dortige Auslegung und Dauer der Auslegung übernimmt Druckstudio Streit s.àr.l keine Gewähr.“

So garantiert letztendlich niemand dafür, dass die Flyer nicht einfach entsorgt werden.

Zahlung? Drohung mit Schufa-Eintrag?

Die Zahlung soll auf ein Konto bei der Sparkasse Trier oder bei der BGL BNP Paribas, eines luxemburgischen Bankinstituts, innerhalb von sieben Tag erfolgen.

Das Formular birgt eine weitere Überraschung. Auch nach vierfacher Zahlung der 681,85 Euro, besteht der Vertrag fort. Der Kunde ist laut Formular verpflichtet den Vertrag spätestens drei Monate vor Ablauf schriftlich zu kündigen, sonst verlängert er sich automatisch je um ein weiteres Jahr.

In Teilen werden zu einem späteren Zeitpunkt Forderungen der FHG Inkasso GmbH geltend gemacht. Diese hat ihren Sitz ebenso im Landkreis Bad Kreuznach. Ein Anspruch der Druckstudios auf weitere 210 Euro zuzüglich zu den bereits entstandenen Kosten soll geltend gemacht werden.

Erhält ein Betroffener Post der FHG, sollte spätestens dann gehandelt werden. Es besteht die Gefahr eines negativen Schufa-Eintrags.

Was tun bei Druckstudio Streit?

Haben Sie als Betroffener einen solchen Vertrag unterschrieben und erst im Nachhinein bemerkt, dass das Angebot eine Masche ist, sollten Sie in jedem Fall eine anwaltliche Beratung in Anspruch nehmen. Bevor die Zahlung getätigt wird, empfiehlt sich eine anwaltliche Überprüfung.

Auch wenn Sie bereits gezahlt haben oder Post des Inkassounternehmens erhalten, beraten wir Sie gerne.

Für diese Art der Prüfungen vereinbaren wir mit unseren Mandanten ein Pauschalhonorar, so dass es nicht zu übertriebenen Anwaltsgebühren kommt.

Wir unterstützen Betroffene bundesweit und haben bereits in der Vergangenheit mit mehreren dieser Fälle zu tun gehabt.

 

 

 
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars 1 Bewertung(en), durchschnittlich: 5,00 von 5
Loading...

Rechtsanwalt Thomas Feil in den Medien

Schreibe einen Kommentar
Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Sie können folgende HTML-Tags benutzen:

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong> 

*
*

Cookies werden von unserer Seite nur gesetzt, wenn Sie akzeptieren anklicken. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen