Abmahnung über Facebook – Wie gefährlich ist die Pinnwand?

Mehrere hundert Millionen Nutzer sind täglich auf Facebook online und teilen dort ihr Leben mit Bekannten und Freunden – dagegen spricht nichts, allerdings lauern hier juristische Fallstricke, über die Nutzer dieser social media unbedingt aufgeklärt werden müssen. Das Internet ist nämlich kein rechtsfreier Raum, sondern ganz im Gegenteil wird diese digitale Welt zunehmend zur Einnahmequelle von Abmahnanwälten, die auch bei Facebook und Twitter vorbeischauen. Wir listen auf, welche rechtlichen Anforderungen Sie bei der Benutzung Ihrer Facebook Pinnwand beachten müssen, um die social media rechtssicher nutzen zu können.

Urheberrecht

Bilder und Zitate werden auf Facebook gerne und schnell “geteilt”, also geliked. Beispielsweise die Fotos eines Stars, oder die Fotos einer durchzechten Partynacht von der Homepage des Clubbesitzers. Oder aber einen klugen Aphorismus, den man auf der eigenen Pinnwand wiedergibt. Auch lustige Videos von Youtube werden gerne geteilt, um mit Freunden darüber zu diskutieren oder sie in Umlauf zu bringen – auf all diesen Werken liegt das Urheberrecht des jeweiligen Schöpfers! Und das Urheberrecht gilt auch im social media Bereich. Nur der Urheber hat das Recht, das Werk zu verbreiten oder zu vervielfältigen – und wer online beispielsweise Bilder liked, gibt diese Bilder wieder als hätte er eine eigene Homepage, wo er das Bild hochgeladen hat. Das heißt im Klartext: wer urheberrechtlich geschützte Bilder bei Facebook teilt, läuft Gefahr, eine Abmahnung ins Haus zu bekommen. Ebenso bei Textpassagen aus beliebten Büchern oder ähnlichem: auch auf diese kurzen Textstücke gesteht das deutsche Recht einen urheberrechtlichen Schutz zu. Also: Vorsicht, wenn fremde Inhalte geteilt werden! Die eigenen Facebook Pinnwand ist wie eine Minihomepage zu betrachten, und rechtswidriges Verhalten führt dann schnell zur Abmahnung.

Persönlichkeitsrechte

Besonders Teenager “posten” gerne ihre Partyfotos und scheuen auch nicht davor, eventuell “peinliche Bilder” hochzuladen. Allerdings muss hier immer bedacht werden, dass jeder das Recht am eigenen Bild hat – und dass jeder das Recht hat, dass die eigene Persönlichkeit nicht diffamiert wird. Wer also “peinliche” Bilder von Dritten hochlädt oder teilt, muss unter Umständen damit rechnen, auf Unterlassung oder gar Schadensersatz verklagt zu werden. Hier hilft gesunder Menschenverstand weiter: wer würde gerne selbst auf Facebook mit peinlichen Bildern “um die Welt” geschickt werden? Niemand. Deshalb gilt der Grundsatz: nichts teilen, was einen selbst verletzten würde – so sind auch die Persönlichkeitsrechte anderer in den social media gewahrt.

Abmahnungen auf Facebook – noch selten, aber zukunftsträchtig?

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass in den social media momentan eine Vielzahl von Rechtsverletzungen begangen werden. Schon das eigene Profilfoto kann Urheberrechte verletzen, wenn der Urheber des Bildes (bspw. Fotograf) nicht die Rechte zur Onlineverbreitung eingeräumt hat. Oder wer denkt, er könnte sich eines Comics oder eines Starfotos als Profilfoto bedienen, liegt damit auch falsch. Ganz abgesehen von den zahlreichen “mobbing”-Versuchen und tatsächlichen Mobbingvorfällen auf Facebook, die teilweise strafrechtlichen Charakter annehmen. Auf Facebook werden jedenfalls millionenhaft Rechtsverletzungen begangen – noch ist die Abmahnstimmung eher ruhig, aber es muss davon ausgegangen werden, dass immer mehr Abmahnanwälte die social media für sich entdecken werden. In Zukunft wird besonders Facebook zur Abmahnfalle Nummer 1 werden – obwohl es so leicht vermeidbar ist.

 
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Rechtsanwalt Thomas Feil in den Medien

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