Hackerangriff auf Telefonanlage: Wer haftet und wer zahlt?

Wenn sich der Telefonanbieter bei Ihnen meldet und Ihnen mitteilt, dass innerhalb weniger Tage mehrere hundert Male eine Mobilfunknummer im Ausland angerufen wurde oder andere kostenpflichtige Rufnummern gewählt worden sind, bedeutet dies meistens eine Menge Ärger. Schnell entstehen Kosten im fünfstelligen Bereich und es stellt sich die Frage, wer in einem solchem Fall haftet.

Aktuell musste einer unserer Mandanten erleben, wie ein Hackerangriff über die Sprachspeichersysteme erfolgte und Rückrufe in ein ausländisches Handynetz mit gebührenpflichtigen Nummern generiert wurden.

Solche Fälle treten zunehmend auf.

Nicht immer wird der Missbrauch vom Unternehmen selbst entdeckt, häufig meldet sich auch der Telekommunikationsanbieter oder Provider pro aktiv. Insbesondere wenn extreme Gesprächsaufkommen und Gebührenaufkommen ins Ausland auffallen, gibt es einen schnellen Kontakt und Sicherheitslücken können frühzeitig entdeckt werden.

Wer zahlt den Schaden?

Wenn eine Telefonanlage von einem Telekommunikations-Dienstleister installiert wurde und dieser beispielsweise Softwareupdates, die Sicherheitslücken schließen sollen, nicht eingespielt hat, entsteht eine Haftung des Dienstleisters. Auch wenn Sicherheitseinstellungen nicht geändert worden sind oder Werkeinstellungen unberührt bleiben, löst dies eine Haftung des Telekommunikations-Dienstleisters aus. Unabhängig davon empfiehlt sich aber eine Überprüfung der Sicherheitseinstellungen der Telefonanlage, um Hackerangriffe möglichst komplett zu vermeiden.

Auch gegenüber dem Telekommunikationsanbieter, der die Gebühren geltend macht, sind vor Begleichung einer fünfstelligen Rechnung Fragen zu klären. Beispielsweise sollte nachgefragt werden, ob ein IT-Sicherheitskonzept besteht und welche Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz vor Hackerangriffen und Gebührenmissbrauch ergriffen wurden. Weiterhin muss im Detail nachgewiesen und belegt werden, wie die Gebührenforderung zustande kommt. Der Verweis auf Abrechnungen im Ausland oder gebührenpflichtige Dienste allein genügt nicht. Nach unserer Auffassung muss auch der Telekommunikationsanbieter nachweisen, dass er gegenüber dem ausländischen TK-Anbieter Zahlungen geleistet hat. Es kann nicht sein, dass Betroffenen gegenüber Forderungen geltend gemacht werden, die im Nachgang gegenüber ausländischen Vertragspartnern gar nicht ausgeglichen werden.

Wenn Sie also einen illegalen Zugriff oder einen Hackerangriff auf Ihre Telefonanlage erlebt haben, empfiehlt es sich, sich anwaltlich beraten zu lassen. Wir beraten bundesweit Betroffene, die sich mit einem Gebührenmissbrauch durch Hacker auseinandersetzen müssen.

 
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