Unberechtigte Abbuchung von Kreditkarte

Lesezeit: ca. 5 Minuten

Unberechtigte Abbuchungen von Kreditkarten sind keine Seltenheit, Sie sollten Ihre Kreditkartenabrechnung deshalb genau im Blick haben und im Falle einer unberechtigten Abbuchung Gegenmaßnahmen ergreifen. Nicht immer lassen sich alle Abbuchungen nachvollziehen, welche Sie auf Ihrem Konto entdecken. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es sich bei solch vermeintlich „fehlerhaften“ Abbuchungen nicht um Fehler, sondern meist um einen Betrugsversuch handelt. Im Folgenden Beitrag möchten wir Ihnen Aufzeigen  wie eine Kreditkarte grundsätzlich funktioniert, welche Möglichkeiten der Rückbuchung bestehen und wie Sie reagieren sollten und wann es ratsam ist einen Rechtsanwalt einzuschalten.

Die Funktionsweise einer Kreditkarte

Grundsätzlich bestehen bei einer Kreditkarte zwei verschiedene Zahlungsverkehrsfunktionen. Es lässt sich mit der Kreditkarte Geld abheben und es kann mit einer Kreditkarte an verschiedenen Akzeptanzstellen und im Internet bargeldlos bezahlt werden. Das besondere bei Kreditkarten ist, dass dem Karteninhaber ein Kredit gewährt wird, für den das Kreditinstitut einen sogenannten Kreditzins für den Betrag berechnet, der innerhalb einer festgelegten Frist nicht abgedeckt worden ist.

Unberechtigte Abbuchung

In den meisten Fällen einer ungerechtfertigten Abbuchung bemerken die Betroffenen eine unbekannte Abbuchung auf ihrer Kreditkartenabrechnung, die nicht genau zugeordnet werden kann. Sie sollten allerdings, falls Sie eine unbekannte Abbuchung entdecken, zuerst einmal versuchen nachzuvollziehen wo und wie der Kreditkartenumsatz eventuell zustande gekommen sein könnte. Dabei ist jedoch das Problem, dass schnell der Überblick über die getätigten Zahlungen verloren gehen kann und oftmals kleine Beträge nicht genauer nachvollzogen werden. Betrüger machen es sich hier oft zu Nutze, dass die Betroffenen nur bei unbekannter Abbuchung von größeren Beträgen diese auch hinterfragen. Auch verwenden die Betrüger bei solchen Abbuchungen häufig Namen, welche echten Firmen ähneln, um einen vermeintlich seriösen Eindruck zu vermitteln.

Doch nicht nur bei einem, nicht durch Sie getätigten Umsatz Ihrer Kreditkarte handelt es sich um eine widerrechtliche Kreditkartenabbuchung. Weitere Fälle einer widerrechtlichen Kreditkartenabbuchung sind beispielsweise die doppelte Belastung eines Betrags, die falsche Rechnungshöhe, ein unbekannter Händlername und die unterbliebene Warenlieferung trotz getätigter Zahlung.

Was tun, wenn eine unberechtigte Kreditkartenabbuchung vorliegt?

Sollte sich herausgestellt haben, dass es sich bei der unbekannten Abbuchung um eine unberechtigte Abbuchung handelt, sollte schnell gehandelt werden. Oft ist es nämlich der Fall, dass es nicht bei einer einmaligen unberechtigten Abbuchung bleibt. Auch muss damit gerechnet werden, dass die Täter Ihre Daten auch in sonstiger Weise missbrauchen könnten.

Sie sollten im Falle einer unrechtmäßigen Abbuchung unmittelbar Ihren Kreditkartenherausgeber über den Vorfall informieren. Sollte auch Ihr Kreditkarteninstitut die Angelegenheit nicht aufklären können, so besteht die Möglichkeit die Kreditkartenzahlung stornieren zu lassen.  Um Kreditkartenabbuchung stornieren zu lassen, müssen Sie einen Widerspruch zu der betreffenden Kreditkartenzahlung einreichen. Der Widerspruch kann entweder durch ein Formular schriftlich oder aber bei modernen Kreditkarten mit Online Zugriff auch über das Online Banking erfolgen. Zudem kann es hilfreich sein, wenn Sie Kaufbelege, Schriftverkehr mit dem Händler oder aber eine Anzeige bei der Polizei dem Schreiben beifügen. Wie genau ein der Rückbuchungsauftrag genau funktioniert, erfahren sie Sie von Ihrem Kreditkarteninstitut. Dabei liegt die Rückbuchungsfrist nach der Zahlungsdienstrichtlinie bei 8 Wochen. Nach einem Verstreichen dieser Frist besteht für Sie kein Rechtsanspruch mehr, den Betrag zurückzuerhalten. Daher sollten Sie Ihre Kreditkartenabrechnung möglichst Zeitnah kontrollieren.

Es ist bei einer unberechtigten Abbuchung von Ihrer Kreditkarte auch ratsam sich mit dem Kreditkarteninstitut nicht nur wegen einer Rückbuchung in Verbindung zu setzen, sondern auch um gemeinsam mit dem Institut Maßnahmen zum Schutz Ihres Kontos bzw. Ihrer Kreditkarte vorzunehmen. Es ist möglich einige Verbindungen zu sperren, damit der Täter nicht mehr von ein und demselben Konto unberechtigte Abbuchungen vornehmen kann.

Muss die Kreditkarte bei einer fehlerhaften Kreditkartenabbuchung gesperrt werden?

Grundsätzlich sollten Sie Ihre Kreditkarte immer dann sperren lassen, wenn ein Betrag doppelt abgebucht wurde, die Höhe der Abbuchung nicht stimmt oder aber die Kreditkarte gestohlen wurde. Denn in solchen Fällen handelt es sich um einen Kreditkartenmissbrauch im eigentlichen Sinne. Auch kann Ihr Kreditkarteninstitut Ihre Kreditkarte bei einem Verdacht auf einen Betrug sperren. Häufig erkennen Kreditkarteninstitute einen Kreditkartenbetrug noch bevor Sie dies tun und lassen eine Kreditkarte aus Sicherheitsgründen automatisch sperren. Sollte es dazu kommen, dass Ihr Kreditkarteninstitut Ihre Kreditkarte sperrt, werden Sie darüber selbstverständlich informiert und erhalten dann unaufgefordert eine neue Kreditkarte.

Wie ist die Rechtslage?

Natürlich hat der Täter, der von Ihrer Kreditkarte eine rechtswidrige Abbuchung getätigt hat keinen Anspruch auf die Abbuchung. Durch eine solche rechtswidrige Abbuchung haben Sie die Möglichkeit auf eine Schadensersatzforderung. Eine Haftung auf Schadensersatz setzt dabei jedoch voraus, dass man den Täter kennt und genau hier liegt in der Realität oftmals das Problem. Besonders bei einem Kreditkartenbetrug und den unberechtigten Abbuchungen ist es nicht immer möglich den Täter ausfindig zu machen. Ist es allerdings möglich den Täter ausfindig zu machen, so sollten Sie in jedem Fall eine Strafanzeige stellen, damit die Ermittlungen beginnen können.

Sollten Sie zu einem Opfer von einer unberechtigten Kreditkartenabbuchung geworden sein, so ist es ratsam sich an einen Rechtsanwalt zu wenden. Sie sollten dabei darauf achten, dass es sich um einen Anwalt handelt, der auf das Themengebiet Internetbetrug und Onlinebankingbetrug spezialisiert ist. Dieser kann Ihnen durch Schutzmaßnahmen dabei helfen, fehlerhafte Abbuchungen in Zukunft im Rahmen des Möglichen zu verhindern. Auch kommt es  vor, dass ein Kreditinstitut mit Ihnen im Falle einer solchen unberechtigten Abbuchung, nicht immer schnell und zuverlässig zusammenarbeiten. Vor allem wenn es sich um größere Geldsummen handelt, gilt es keine Zeit zu verlieren und alle wesentlichen Schritte schnellstmöglich einzuleiten. Ein Rechtsanwalt kann in solchen Fällen Druck auf das Institut ausüben, um zu Ihren Gunsten ein schnellstmögliches Handeln des Institutes zu gewährleisten.

Besonders in Fällen, in denen sich die unberechtigten Abbuchungen einem Täter nachweisen lassen und dieser auch ausfindig gemacht werden kann, kann ein Rechtsanwalt eine große Hilfe sein. Denn dann können zivilrechtliche und gegebenenfalls auch strafrechtliche Schritte eingeleitet werden, um Sie auf Dauer vor unberechtigten Kreditkartenabbuchungen zu schützen.

Wir helfen Ihnen dabei, im Falle einer ungerechtfertigten Kreditkartenabbuchung erste Schritte einzuleiten und stehen mit Rat und Tat an Ihrer Seite. Gerne können Sie sich mit uns für eine Beratung in Verbindung setzen.

 

 
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars 7 Bewertung(en), durchschnittlich: 4,86 von 5
Loading...

Rechtsanwalt Thomas Feil in den Medien

2 Kommentare zu “Unberechtigte Abbuchung von Kreditkarte
  • 29. Juli 2018 um 14:18 Uhr
    Werner Schleicher says:

    M.E. berücksichtigt ihr Vortrag nicht die Hotelbuchung per Internet. Hier erfolgt rechtlich nur eine Kautionsbuchung, die erst durch eine ordnungsgemäße Hotelrechnung bestätigt wird. Sofern das Hotel trotzdem aufgrund der Karte belastet, Widerspruch erfolgt, storniert die Bank nicht, sondern schreibt das Hotel an und dieses hat dann 8 Wochen Zeit auf den Widerspruch zu reagieren. Die Beweislast wird dem Karteninhaber aufgebürdet, der entsprechende Nachweise vorlegen muss.
    Dies führt insbesondere bei Hotels im Ausland zu einer möglich aufwändigen, oft erfolglosen Klage auf Schadensersatz.

    • 31. Juli 2018 um 08:25 Uhr

      Guten Tag,

      vielen Dank für den Hinweis.

      Mit freundlichen Grüßen
      Rechtsanwalt Thomas Feil

Schreibe einen Kommentar
Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Sie können folgende HTML-Tags benutzen:

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong> 

*
*

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen