Betrugsmasche per Paketannahme?

Es wird vermehrt von einer neuen Betrugsmasche berichtet, bei denen Opfern vermeintliche „Begrüßungspakete“ der deutschen Post geliefert bekommen. Sollte Ihnen also ein solches Packet geliefert werden, obwohl keine Bestellung getätigt wurde, sollte Sie äußerst vorsichtig sein, da Sie ins Visier von Betrügern geraten sein könnten. Eine Paketannahme kann das Problem vergrößern.

 

Was ist eine Packstation und wie funktioniert diese im Hinblick auf Paketannahme?

Eine Packstation der deutschen Post funktioniert grundsätzlich wie ein Postfach. In dieser Packstation werden für Kunden Pakete abgegeben, die diese dort jederzeit abholen können. So wird die Paketannahme vereinfacht.

Kunden können mit Hilfe des  Packstations-Finders von DHL alle in ihrer Nähe befindlichen Packstationen ausfindig machen. Grundsätzlich müssen sich Kunden auch nicht für die Packstation entscheiden, die sich am nächsten an ihrer Wohnung befindet, vielmehr können sich Kunden je nach Bedarf für eine beliebige Packstation entscheiden.

Nachdem sich der Kunde für eine Packstation entschieden hat, muss er sich für diese anmelden und registrieren. Wurde die Packstation daraufhin registriert und freigeschaltet, können Kunden Pakete an jeder Packstation in Deutschland empfangen und somit unabhängig vom Postboten Paketannahmen realisieren.

Registrierung für Packstation – Der erste Schritt der Betrugsmasche mit Paketannahme

Täter suchen ihre Opfer per Zufall aus und registrieren sich über Paket.de, dem DHL Privatkundenportal. Hier geben Sie die Daten Ihrer Opfer ein, mit Ausnahme der Handynummer. Nach der Registrierung erhält die betroffene Person eine E-Mail, die für die abschließende Anmeldung bestätigt werden muss. Anschließend werden alle notwendigen Unterlagen mit der Post verschickt. Somit liegt der erste Schritt der Betrugsmasche per Paketannahme in der Anmeldung bei einer Paketstation der DHL.

Können sämtliche Pakete empfangen werden?

Grundsätzlich können alle Sendungen, die nicht in einen Briefkasten passen, zwecks Paketannahme in die Packstation geliefert werden. Die maximale Größe der Pakete, die an eine Packstation geliefert werden können beträgt 60x35x35 cm. Pakete die größer als diese Maße sind werden an eine naheliegende DHL-Filiale umgeleitet.

Handynummer für die Packstation und mTan

Nachdem ein Paket in der Packstation eingetroffen ist (erster Schritt zur Paketannahme), erhält der Empfänger eine E-Mail mit einer Benachrichtigung und eine SMS mit der mTan, die bei der Abholung des Pakets an der Packstation eingegeben werden muss. Durch die Betrugsmasche der Täter, die einen Account im Namen ihres Opfers erstellen, können diese auch eine beliebige Handynummer angeben, an die sie eine mTan für eine Bestellung gesendet haben wollen. So erfahren Opfer von dem Betrug meist erst nach dem Erhalt einer Rechnung und kriegen von der Paketannahme erst einmal nichts mit.

Wie funktioniert der Betrug mit dem vermeintlichen „Begrüßungspaket“?

Zunächst einmal beantragen die Betrüger für eine fremde Person den Packstationsservice der DHL. Nachdem dieser Service beantragt wurde, bekommt der Betroffene anschließend ein sogenanntes  “Begrüßungspaket” zugeschickt. Das Packet beinhaltet eine DHL-Goldkarte, bei der es sich um eine Kundenkarte handelt, die für die Identifizierung an der Packstation benötigt wird.  Da die Goldkarte nicht übertragbar, also Personenbezogen ist, findet eine Aushändigung nur mit einem gültigen Personalausweis statt.

Nach der Packetannahme durch den Betroffenen folgt nun der nächste Schritt der Betrüger. Einer der Täter verkleidet sich als Paketbote und begibt sich zur Wohnung des Opfers, um diesem mitzuteilen, dass es sich bei der Zustellung des Pakets um einen Fehler gehandelt hat. In Folge dieses Fehlers, müsse das Paket wieder mitgenommen werden und der Post zurückgebracht werden. Betroffene sollten spätestens jetzt misstrauisch werden, da die Post zum einen kein Paket liefert, welches nicht auch tatsächlich bestellt wurde und dieses dann auch erst recht nicht wieder herausverlangen. Besonders dann, wenn es sich um eine Lieferung wie der der DHL-Goldcard handelt, welche nur gegen Vorlage eines gültigen Ausweises stattfindet.

Nachdem sich die Karte nun im Besitz der Betrüger befindet, brauchen diese für eine Nutzung der Karte nur noch eine mobile Tan, eine sogenannte mTan. Denn nachdem die DHL ein neues Paket in die jeweilige Packstation gebracht hat, bekommt der Besitzer der Karte eine Information über diese Lieferung per E-Mail oder per SMS. Nach dieser Mitteilung kann die jeweilige Sendung mit Hilfe der DHL-Goldkart und einer mTan abgeholt werden. Die mTan wird dem Besitzer der Karte per SMS zugeschickt.

Dadurch, dass die Betrüger das Konto online im Namen ihres Opfers eröffnet haben, können sie durch diese Betrugsmasche jedoch eine beliebige Handynummer angeben und sich so die mTan auf das gewünschte Handy schicken lassen. Somit verfügen die Betrüger nicht nur über DHL-Goldkart des Betroffenen, es ist ihnen auch möglich diese zu benutzen und Bestellungen auf Rechnung des Opfers zu tätigen.

Für Opfer dieser Betrugsmasche kommen die Rechnungen oftmals unerwartet und sind daher äußerst ärgerlich. Auch stellt sich für Opfer, nachdem sie auf die Betrugsmasche hereingefallen sind die Frage, ob die Rechnung für die nicht getätigte Bestellung überhaupt bezahlt werden muss. Grundsätzlich spielt für die Haftung in einem solchen Fall immer das genau Verhalten des Opfers eine Rolle. Hat dieser leichtfertig gehandelt, muss dieser auch für den entstanden Schaden haften.

Wie sollten Betroffene reagieren?

Betroffene merken selten schon bei der Paketannahme, dass die Opfer einer neuen Betrugsmasche von Kriminellen geworden sind. Meist erfahren die Opfer erst dann von dem Betrug, wenn die Täter bereits Bestellungen getätigt haben und die Rechnung für diese vorliegt.

So sollte man bei einer Lieferung eines nicht bestellten Pakets stets misstrauisch sein. Vor allem dann, wenn der Postbote ein Begrüßungspaket der DHL mit einer Gold-Card für die Nutzung einer Packstation vorbeibringt. Sollte wenige Minuten später erneut ein Postbote vor der Tür stehen und erklären, es habe sich bei der Zustellung des Pakets um einen Fehler gehandelt, können sich Betroffen sicher sein, dass Sie ins Visier von Kriminellen geraten sind und Opfer dieser Betrugsmasche geworden sind.

Das bereits erhaltene Packet sollte auf keinen Fall wieder herausgegeben werden. Bestenfalls sollte jedoch bereits die Paketannahme verweigert werden, um die Betrugsmasche von Anfang an zu unterbinden. Auch sollte die Polizei informiert werden, wenn ein Postbote ein vermeintliches Begrüßungspaket liefern will, ohne das ein solches bestellt wurde.  Betroffene sollten zudem versuchen sich das Kennzeichen des vermeintlichen Postboten zu merken und dies der Polizei mitzuteilen, um gegen die Betrüger vorzugehen. Denn oftmals handelt sich um Banden, die sich mit dieser Betrugsmasche an ihren ahnungslosen Opfern bereichern wollen.

 
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Rechtsanwalt Thomas Feil in den Medien

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